DHL-Mitarbeiter rastet auf Twitter aus

DHL Paket Twitter
Fogo: colourbox,de und Screenshot Twitter (DHL)

Viele Kunden nutzen soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook, um sich bei Unternehmen zu beschweren. Ein Mitarbeiter von DHL hat sich bei seiner Antwort auf eine Beschwerde kürzlich ziemlich im Ton vergriffen.

Die meisten Unternehmen haben Social-Media-Teams, die speziell für die Kommunikation im Netz geschult werden. In der Regel antworten sie höflich auf Nachrichten, Tweets oder Anfragen.

Nicht so der DHL-Angestellte: „Die einzige Scheiße hier, ist Ihr Rumgeheule! „Voraussichtlich“ (wie es nachweislich von uns angegeben und im Standardversand üblich ist) als „feste Daten“ wahrzunehmen, grenzt schon sehr an Realitätsverlust. Und jetzt zurück zu Mami an die Brust!“, tweetete er über den offiziellen Unternehmensaccount.

Missverständnis über DHL-Lieferung

Der Hintergrund: Ein Kunde hatte sich laut „bento“ per Twitter darüber beschwert, dass sein Paket nicht geliefert wurde. Er war zum angekündigten Liefertermin extra zuhause geblieben. Statt der Lieferung habe er eine Benachrichtigung von DHL erhalten, dass sein Paket doch später kommen werde. Aus Ärger habe er an DHL einen Tweet mit dem Text „Was soll die Scheiße?“ gerichtet.

Allerdings lag der Fehler hier beim Kunden selbst: Er hatte überlesen, dass ihm nur der „voraussichtliche“ Liefertermin mitgeteilt wurde – und kein verbindlicher Termin. Der DHL-Mitarbeiter wies ihn mit seinem unfreundlichen Tweet darauf hin.

DHL entschuldigt sich

DHL Post Paket Abend Wunschtermin Bestellung
DHL zog Konsequenzen und versetzte den Mitarbeiter. (Foto: © DHL)

DHL war der Ausraster des Mitarbeiters ziemlich unangenehm. „Da ist richtig was schief gelaufen und darf so einfach nicht passieren! […] Wir entschuldigen uns aufrichtig! Wir haben bereits Konsequenzen gezogen“, schrieb das Unternehmen in einem Tweet. Außerdem: „Aktuell prüfen wir umgehende arbeitsrechtliche Konsequenzen und der betroffene Mitarbeiter wird ab sofort nicht mehr in einem Bereich mit direktem Kundenkontakt bei uns tätig sein.“

Auch wenn der Mitarbeiter zu weit gegangen ist – sein Tweet lässt erahnen, wie viel Stress die Angestellten haben. Das gilt insbesondere für die Paketboten: Jeder einzelne muss täglich hunderte Pakete ausliefern, in der Vorweihnachtszeit sind es noch mehr als sonst. Damit sie ihre Lieferziele erreichen, haben sie für jedes Paket nur wenige Minuten Zeit . Eine körperlich und emotional anstrengende Arbeit – die je nach Tarifvertrag mit einem Billiglohn vergütet wird.

Noch mehr Pakete zu Weihnachten

Der Online-Versand ist nicht nur für die Paketboten eine Belastung, sondern auch für die Umwelt. Vor allem Retouren sind kritisch: Die zusätzlichen Fahrten mit dem Lastwagen verursachen jede Menge Emissionen.

Wer die Paketboten schonen möchte, sollte seine Weihnachtseinkäufe also lieber „offline“ erledigen. Wenn du in kleinen Geschäften statt in großen Kaufhäusern einkaufst, unterstützt du zugleich den lokalen Einzelhandel.

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(7) Kommentare

  1. Ja, der angeblich ach so bequeme Weg …. man muss zu Hause sein, wenn es denen in den Kram passt, dann hat man vielleicht noch das Falsche geliefert bekommen oder es passt nicht oder, oder, oder
    Nur was ich real sehe und anfassen kann kaufe ich. Dann passieren auch nicht die zu vielen Klicks etc. Ich liebe die altmodische Tour. 🙂

  2. Eines ist trotzdem seltsam:
    Als früher die Postfrau noch dem Fahrrad kam, hatte ich pünktlich zwischen 7 und 8 Uhr meine Post im Briefkasten. Seitdem die mit dem Auto kommt, bekomme ich meine Post nicht vor 14 Uhr. Obwohl ich nur 200 Meter von der Poststation weg wohne.
    Da muß doch bei der Post irgend was völlig schief laufen …

  3. Was ist daran seltsam?
    Die Post wird meines Wissens längst nicht mehr von der Filiale aus verteilt. Und die Zustellbezirke sind größer geworden. Jetzt bekommt halt jemand anders seine Post zwischen 7:00 und 8:00.
    „Da muß doch bei der Post irgend was völlig schief laufen“
    Dass die Post ihre Betriebsabläufe rationalisiert, wird man kaum als „völlig schief laufen“ bezeichnen können, wohl aber, dass dies vielfach zu Lasten der Mitarbeiter geht.

  4. „Denkenderbuerger schrieb am 4. Dezember 2018 um 21:25 Uhr
    Sowas nennt sich dann umgangssprachlich „Verschlimmbesserung“.
    Rationalisierung zu Lasten der Kunden und der Mitarbeiter – nun ja …“

    Und was ist jetzt schlimm daran, wenn die Post nicht mehr pünktlich zwischen 7 und 8 Uhr morgens kommt?
    Ruiniert das Deinen Tagesablauf echt so nachhaltig??!

    Ich bin jetzt irgendwie ein bisschen erstaunt …
    Von son nem bisschen Post zur „Unzeit“ ließe ich mich jetzt echt nicht erschüttern. Aber naja, jeder Jeck is anners.

    Ich gebe allerdings zu: Ich habe tolle Nachbarn bei Paketbestellungen – und vorrangig fasse ich Dinge tatsächlich gern an, bevor ich sie kaufe.

  5. Habe ich behautet, daß ich darunter leiden würde?
    Du solltest Dir angewöhnen, Kommentare mach richtig zu lesen und in den Zusammenhang einordnen, bevor Du nur um des Sagens willen irgendwelchen Unsinn dazu abgibst.
    Ich meinem ersten Kommentar steht klar und eideutig:
    „… trotzdem seltsam …“ – was die Sache zu einer Feststellung macht – nicht mehr und nicht weniger.
    Und das unter der Rationalisirung und Zentralisierung der Post sowohl der Kundenservice gelitten hat als auch die Belastung der Mitarbeiter und der Umwelt (die Postfrau kommt mit dem Auto statt wie ehedem umweltfreundlich mit dem Fahrrad!) zugenommen haben, wird sich ja wohl kaum bestreiten lassen.
    Bliebe die Frage, wer hier „jeck“ ist …

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