Diese kluge Illustration zeigt, wie viel Raum wir an Autos verschwenden

Illustration: So viel Platz haben Autos in der Stadt
Illustration: © Karl Jilg

Oft ist es uns gar nicht so richtig bewusst, aber: Unsere Städte sind auf Autos ausgerichtet. Der schwedische Grafiker Karl Jilg zeigt in einer einfachen, aber genialen Illustration, wie wenig Platz in Städten oft für Fußgänger bleibt.

Fast alle Orte sind so gestaltet, dass Autos, nicht Fußgänger oder Radfahrer, sich darin möglichst bequem bewegen können. Wie prekär dadurch die Fortbewegung für Nicht-Autofahrer werden kann, verdeutlicht diese beeindruckende Grafik.

Illustration: So viel Platz haben Autos in der Stadt
So viel Raum nehmen Autos in der Stadt ein (Illustration: © Karl Jilg)

Nach Informationen des US-Nachrichtenmagazins Vox hat der schwedische Künstler Karl Jilg die Zeichnung im Auftrag der staatlichen schwedischen Verkehrsbehörde angefertigt.

Indem der Künstler Straßen als tiefe Schluchten darstellt, macht er deutlich, wie wenig Raum den Fußgängern bleibt: Schmale Bürgersteige führen am Abgrund entlang, wacklige Bretter führen als Fußgängerüberwege über die Schluchten.

Damit illustriert die Zeichnung auch, wie gefährlich es vielerorts sein kann, sich als Fußgänger durch die Stadt zu bewegen. Der Raum, in dem man sich zu Fuß halbwegs sicher bewegen kann, ist eng, stark befahrene Straßen zu überqueren oft schwierig und riskant. Fahrradfahrer, denen in vielen Städten noch weniger Platz zur Verfügung steht, sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Die Grafik sollten wir als Denkanstoß nehmen: Rund 40 Prozent der Erwerbstätigen nimmt derzeit auch für Kurzstrecken das Auto. Das ist nicht nur unnötig, sondern verschlechtert auch unsere Lebensqualität in den Städten. Oder andersherum: Je mehr Menschen sich zu Fuß und mit dem Fahrrad durch die Stadt bewegen, desto stärker der Anstoß für die Stadtplaner, sich um sichere und gut ausgebaute Fuß- und Radwege zu kümmern.

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(1) Kommentar

  1. Das Problem ist auch einfach, dass die Menschen so viel arbeiten müssen, oder glauben es zu müssen. Dadurch sind sie dann natürlich auf die Bequemlichkeit eines Autos eher angewiesen, als wenn sie einfach mehr Zeit und Kraft für anderes hätten. Und dann müssen sie das Auto halt wieder bezahlen. Aber die Auto-Lobby, speziell die deutsche und alle die sich über das Brutto-Inlandsprodukt identifizieren, und das sind im Endeffekt nicht wenige, wollen es genau so. Das Problem gräbt sich also mit festen Wurzeln tief in unsere Gesellschaft und ihre Institutionen.

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