Dm erhöht die Preise – das steckt dahinter

Foto: © dm

Der Drogeriemarkt dm soll seine Preise erhöht haben. Stichproben der Lebensmittelzeitung haben ergeben, dass bis zu 1.000 Artikel innerhalb der letzten drei Wochen teurer geworden sind.

Lange verfolgte dm die Preispolitik „dauerhaft niedriger Preise“. Damit soll nun Schluss sein: Laut der Lebensmittelzeitung (LZ) ändert die Drogeriemarktkette ihre Strategie. Vor allem im Onlineshop, aber auch in einigen Filialen sollen die Preise gestiegen sein. Im Onlineshop laut LZ allein in den letzten drei Wochen bei etwa 1.000 Artikeln. Aber auch in einigen Filialen seien die Preise gestiegen.

Wie jeder Händler hat auch dm schon immer Preise gesenkt und erhöht – aber nie zuvor in diesem Umfang: Bis zu 40 Cent mehr verlangt dm seit neuestem für einzelne Produkte. Das haben Stichproben der LZ ergeben. Betroffen sind Markenartikel wie Vollwaschmittel von Ariel, aber auch Produkte der Eigenmarken Balea und dm Bio.

Dm will wieder mehr Geld verdienen

Mit seiner bisherigen Preisstrategie wollte dm nicht nur Konkurrenten wie Rossmann auf Abstand halten, sondern auch Discounter wie Aldi, Lidl und Co. Auch diese haben mittlerweile Markenprodukte von Nivea, Pantene oder Pampers für wenig Geld im Sortiment.

Ein nicht namentlich genannter Handelsmanager erklärt gegenüber der LZ: „Mit der neuen Preispolitik rückt dm von seinem Anspruch auf Preisführerschaft ab.“ Dm weist dies allerdings zurück und bekräftigte seinen Dauerpreis, der für dauerhaft niedrige Preise stehe, zitiert die LZ die Drogeriemarktkette. Dm-Chef Erich Harsch räumt aber ein: „Wir haben uns dazu entschieden, unsere Preisstrategie stationär und online neu auszurichten.“

Preise niedrig bei Konkurrenz in der Nachbarschaft

Dm ist jahrelang stark gewachsen – das hat sich im letzten halben Jahr aber geändert. Die neue Preisstrategie sei der Versuch, wieder mehr Geld zu verdienen, sagen Lieferanten laut der LZ. So verfolgt die Drogeriemarktkette offenbar auch einen standortspezifischen Ansatz: „An Standorten in der Nähe von Rossmann bietet dm meistens den günstigsten Preis, in Lagen ohne große Konkurrenz ist er tendenziell etwas teurer“, so ein Experte gegenüber der LZ.

Der Preiskampf der Discounter und Drogeriemärkte ist nicht nachhaltig

Die Niedrigpreis-Strategie von Drogeriemarkt-Ketten und Discountern hört sich für uns Verbraucher erstmal gut an. Wir bekommen Eigenmarken, Markenartikel aber auch Bio-Produkte zu günstigen Preisen.

Dabei sollte man aber nicht außer Acht lassen, was das für Zulieferer, Mitarbeiter und Produzenten bedeuten kann. Der Preiskampf der Discounter sorgt dafür, dass sie selbst und ihre Zulieferer zwangsläufig an anderer Stelle Abstriche machen – zum Beispiel bei der Nachhaltigkeit, beim Umweltschutz oder der Mitarbeiterbezahlung.

Auch wenn es nicht immer einfach ist: Wir empfehlen, Bio-Produkte und Naturkosmetik zu kaufen. Und das wenn möglich von kleinen Händlern und Märkten, die ihre Lieferanten, Zulieferer und Produzenten fair bezahlen.

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(2) Kommentare

  1. Liebes Utopia, ich könnte mich irren, aber ich habe den Eindruck, dass ihr von allen Unternehmen, die man kritisieren könnte, am öftesten dm in die Zange nehmt. Ist das so? Und wenn ja, warum?

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