Dm lässt Verbraucher entscheiden: Warum die neue Strategie eine große Chance ist

dm sortimentsaktualisierungen
Foto: © dm

Die beliebte Drogeriemarktkette dm wechselt seit kurzem regelmäßig ihr Sortiment: Einzelne Produkte stehen teils nur noch kurze Zeit in den Regalen. Dahinter steckt eine neue Strategie, die wir Verbraucher sinnvoll nutzen können.

„Wieso werden ständig Produktserien aus dem Sortiment genommen? Zuerst fehlte P2, heute stelle ich fest, dass Sally Hansen ausgemustert wurde…“, beklagt sich eine Facebook-Nutzerin auf der Facebookseite der Drogeriemarktkette dm.

Kunden entscheiden über Erfolg oder Misserfolg

Tatsächlich ist die Auslistung kein Zufall, dahinter steckt eine neue Strategie des Unternehmens: Dm wolle Kunden stärker über den Erfolg oder Misserfolg einer Neueinführung oder Produktumstellung entscheiden lassen, heißt es in einem Kommentar des Unternehmens unter dem User-Beitrag.

„Konkret bedeutet dies, dass wir ein neues oder ein verändertes Produkt schnell einkaufen, um es unseren Kunden zu präsentieren. Wir entscheiden dann vorab einen Zeitraum, in dem das Produkt den Zuspruch der Kunden finden sollte oder nicht. Falls das Interesse unserer Kunden deutschlandweit zu gering ist, nehmen wir das Produkt wieder aus dem Sortiment.“

Markt reguliert sich durch Nachfrage der Kunden

Was in Supermärkten, Drogerien und anderen Geschäften nachgefragt wird, wird angeboten. So reguliert sich der Markt. Mit unserer Kaufkraft konnten wir insofern schon immer mit entscheiden, welche Produkte ins Regal kommen und welche nicht. Bei dm läuft dieser Prozess nun aber gezielter und unmittelbarer ab, als bisher.

„Bis vor einigen Jahren war es so, dass wir eine strikte Vorauswahl getroffen haben, bevor wir ein Produkt in unser Sortiment aufnahmen.“ Bei dm bekommen Kunden nun also gezielter als zuvor die Möglichkeit, ihre Verbrauchermacht zu nutzen. „Der Markt reguliert sich dabei unmittelbar durch die Nachfrage unserer Kunden“, schreibt dm.

Mit unserer Verbrauchermacht können wir nachhaltige Produkte unterstützen

Das heißt auch: Entscheiden wir Verbraucher uns für bio, nachhaltige, faire und Naturkosmetik-Produkte, wird es diese auch vermehrt im Sortiment der Drogeriemarktkette geben. Wir erhalten damit eine große Chance, den Markt zu verändern. Denn: Wer gezielt einkauft, bestimmt mit, was produziert und auf welche Weise es gemacht wird.

Dennoch sorgt die schnelle Ein- und Ausführung von Produkten bei Kunden auch für Ärger. Auf Facebook beklagen sich Nutzer über fehlende Produkte, dm bittet um Verständnis: „Habt bitte Verständnis dafür, dass wir uns diesen Marktregularien beugen. Unsere Sortimentsauswahl sorgt in der Summe für die besten Preise bei den mehr als 13.000 Produkten, die wir heute in unseren Regalen bereithalten,“ schreibt das Unternehmen in seinem Kommentar.

Weiterlesen auf Utopia.de: 

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(8) Kommentare

  1. dm sagt schreibt das etwas anders im fb post:

    – das Grundsortiment im Stock beträgt 13.000 Produkte
    – daraus wechselt der dm Einkauf jährlich 1.000 alte Produkte gegen neue
    –> neu kann sein: komplett neu, neue Zusammensetzung, neue Größen (neue Aufmachung)

    Darüber hinaus können (jederzeit) neue Produkte im Stock aufgenommen
    werden, wenn sie von Herstellern / Agenturen vorgeschlagen werden und den
    dm – Einkauf begeistern. Dies sind weniger als 1.000 Produkte jährlich.

  2. Erstmal vielen Dank für den Artikel an die Redaktion.
    Es ist ein wertvoller Hinweis.
    – –

    auf der Seite bei Facebook hat dm inzwischen geschrieben, für (angestammte)
    Bioprodukte im Sortiment bestehe kein Schutz.

    Da ist mir jmd zuvor gekommen und fragte:
    „In wieweit betrifft dies auch das Biosortiment von dm ? Ich denke besonders an die Produkte mit langfristiger Kundenbindung, wie Babynahrung, diätische Lebensmittel, Tees aber auch Putz- und Reinigungsmittel. Gibt es hier eine Art Schutz, das nicht angestammte Bioprodukte durch preisgünstigere konventionelle Produkte verdrängt werden ?“

    Antwort dm:
    „Die oben geschriebene Rückmeldung an Martina, betrifft das ganze Sortiment.“

    Preiskrieg ? Verabschiedung von Bio-Qualität bei dm über die Preisschiene ?
    Da wird sich der Biokosmetiksektor umschauen.
    Ebenfalls Diabetiker, Glutenfrei-Ernährenden, vegan-bio-Ernährenden,
    Eltern von Babys und Kleinkindern, Menschen mit Hautallergien etc. pp.

    Warum geht man in eine Drogerie ? Der Weg dorthin hat doch das Ziel,
    Produkte, die man nirgendwo anders erhält dort zu kaufen, weil man sie konkret
    braucht und darauf angewiesen ist. Oder ?

  3. Mir geht es ziemlich auf den Keks, dass ständig irgend etwas ausgelistet wird bei dm. Schwupps, Kräutertee weg, schwupps, Duschgel weg, zack, Duschgel verändert + gleichzeitig verteuert etc.
    Ich war schon angenervt, dass Alnatura Produkte weggefallen sind und dafür jetzt z.B. eine Sesampaste verkauft wird, da steht 100 % Sesam. Kam mir komisch vor, weil die Paste so hell war. Auf der Rückseite steht dann, dass es aus geschältem Sesam gemacht ist. Das also sind dann die 100% Sesam. 🙁
    Mehr und mehr kaufe ich wo anders, dm wird immer uninteressanter für mich, weil ich diesen Laden einfach nicht besonders verlässlich finde und die dauerende Umräumerei und die damit verbundene Sucherei finde ich einfach lästig.

  4. Einige Produkte halten ja sehr lange, und gerade die sind oft nachhaltig und innovativ – trockenes Shampoo (shampoo bar) zum Beispiel. Schade wäre es dann, wenn dm aus dem Umstand, dass man es erst nach 8 Monaten nachkaufen muss, schließt, dass es nicht von Interesse ist. Solche Produkte brauchen einen längeren Atem….

  5. Ich schätze Utopia sehr und lese gerne die vielen Tipps, das wird sich wohl kaum ändern. Aber hier hat Utopia danebengehauen – viel zu positive Darstellung. Gerade die besonderen Produkte – z.B. vegan und nachhaltig- werden gnadenlos „ausgelistet“, wenn sich nur wenige Liebhaber finden. Mehrheitsentscheidungen sind in diesem Bereich nur bedingt angebracht. Beispiele aus meiner Erfahrung: Thermogetreide (heute Schnellkochgrütze genannt) vom Bauckhof gab es plötzlich nicht mehr im Reformhaus – ausgelistet! Der große Biomarkt hatte einmal (auch aufgrund meiner Nachfragen) eine Pizza auf Vollkornteigbasis im Programm – die ja viel gesünder ist, auch für Nicht-Diabetiker -, nach 4 Wochen war es damit vorbei – ausgelistet! Die Minderheit (der Käuferinnen) würde mit Sicherheit wachsen, hat aber die Chance nicht mehr – eine Mehrheit wird es niemals werden!

  6. Meiner Meinung nach möchte dm damit einfach zu noch mehr Konsum anregen. Erstens stehen ständig neue, bunte, „tolle“ Produkte zur Verfügung, die gerade von den noch jungen Kunden „sofort“ ausprobiert werden müssen, denn auf „youtube“ benutzt die Maske XY gerade jeder… und zweitens werden Kunden, die Angst haben, dass ihr bevorzugtes Produkt wieder aus dem Sortiment genommen wird, eine größere Anzahl davon kaufen.
    Auch testet/benutzt man eine Creme/eine Deo oder eine Zahnpasta manchmal über Wochen/Monate (Nachhaltigkeit bedeutet eigentlich ja auch sparsam mit etwas umzugehen) und wenn man dann die Tube leer hat und zufrieden war, gibt es das Produkt nicht mehr…. das finde ich eher nervig.

  7. Mir wäre wesentlich lieber, dm würde den ganzen Mikroplasik-Müll rauswerfen, als zu versuchen, den Umsatz mit einer Art Panikkäufen anzukurbeln. Die Konsument*Innen sind ja nicht alle gut informiert und aufgeklärt und lassen sich diverse Werbungs-Bären aufbinden.

  8. Ich vertrete die gleiche Meinung wie die Foristen vor mir. Ich bin genervt und enttäuscht von dem neuen Geschäftsgebaren von dm und werde mein Kaufverhalten dort ändern. Leider muss ich zu einem anderen Drogeriemarkt weiter fahren, aber so häufig braucht man ja die Dinge nicht.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.