Edeka wehrt sich gegen pöbelnde Kunden – und wird im Netz gefeiert

Foto: © Edeka / Screenshot Facebook

Sie seien „lahmarschig“, „unfähig“ und „Arschlöcher“: Mitarbeiter in einem Edeka-Supermarkt in Niedersachsen müssen sich einiges von Kunden anhören. Der Betreiber der Filiale hat nun reagiert – mit einem emotionalen Statement auf Facebook.

Ob an der Brottheke oder an der Kasse: Vielen Kunden geht es beim Einkaufen im Supermarkt häufig nicht schnell genug – zum Leidwesen der Angestellten. Diese werden dann angepöbelt oder gar beschimpft, wie der Fall einer Edeka-Filiale im niedersächsischen Gifhorn zeigt.

Dort häuften sich Beschimpfungen und Beleidigungen in letzter Zeit offenbar so stark, dass die Betreiber der Filiale sich nun auf Facebook geäußert haben. In einem emotionalen Post bedanken sich die Marktleiter bei den über 12.000 Kunden täglich – und verurteilten das Verhalten einiger weniger Kunden aufs Schärfste.

Hier könnt ihr den Post auf Facebook sehen: 

Beim kleinsten Anlass wird gepöbelt, beschimpft und beleidigt

„Leider müssen wir seit einigen Monaten […] feststellen, dass sich die Art, Weise und besonders der Ton bei einer sehr geringen Zahl von Kunden geändert hat,“ heißt es in dem Statement auf Facebook. Es werde nicht mehr sachlich argumentiert oder sich für die Ansicht der anderen Seite interessiert, sondern es werde beim kleinsten Anlass gepöbelt, geschimpft und beleidigt. „Unsere Mitarbeiter müssen sich als ‚lahmarschig’ oder ‚unfähig’ beschimpfen und manchmal sogar als „Arschlöcher“ titulieren lassen.“

In dem Statement auf Facebook nehmen die Betreiber der Filiale ihre Mitarbeiter in Schutz: „Mit welchem Recht sich es manche Menschen herausnehmen, so mit unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen umzugehen, entzieht sich uns jeglicher Kenntnis und wir haben hierfür keinerlei Verständnis.“

„In jedem Arbeitskittel steckt ein Mensch“

In dem Post heißt es weiter, man wolle solches Verhalten künftig nicht mehr tolerieren. „In jedem Arbeitskittel steckt ein Mensch. Wir werden es daher nicht mehr länger akzeptieren, dass diese Menschen, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, von einer absoluten Minderheit der Kunden derart behandelt werden.“ Künftig sollen Kunden, die pöbeln und beleidigen sogar Hausverbot bekommen. Gezielte persönliche Beleidigungen wollen die Betreiber zur Anzeige bringen.

Facebook-Post wird tausendfach geteilt

Auf Facebook stößt der Post auf jede Menge Begeisterung. Nutzer feiern die Reaktion der Filial-Betreiber. Bis heute (Stand: 27.05.) wurde der Post 25.344 Mal geliked und 10.488 Mal geteilt. Über 3.055 Kommentare sammeln sich unter dem Statement.

Die Facebook-Nutzer bedanken sich bei den Mitarbeitern der Filiale und feiern das Statement. „RESPEKT EDEKA Ankermann, dass Sie so hinter Ihren Mitarbeitern stehen! ‚WELTKLASSE‘ von der Geschäftsführung. Davon brauchen wir mehr in der heutigen Zeit, denn wir sind alle Menschen die das Recht haben respektvoll behandelt zu werden“, schreibt eine Nutzerin. Eine andere findet: „Ein Kunde ist stets GAST und kein König! Wir sind alle Menschen und keiner steht über dem Anderen!!!“

Kritik: ja, Beleidigungen: Nein

In dem Statement betonen die Filialbetreiber auch, dass Kritik immer willkommen sei, „denn nur so können wir uns verbessern,“ steht in dem Post. Auch wir finden es wichtig und richtig, wenn Kunden beispielsweise unnötige Plastikverpackungen in den Supermarktregalen kritisieren oder an der Käsetheke verpackungsfreies Einkaufen einfordern. Was aber gar nicht geht: Wenn Mitarbeiter beleidigt und angegangen werden.

Weiterlesen auf Utopia.de: 

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(2) Kommentare

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.