Englische Schule will Schweine von Schülern schlachten – und entfacht Debatte

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Eine Grundschule in der englischen Stadt Leeds zieht Schweine auf – die Schulkinder pflegen und füttern die Tiere. Was noch ungewöhnlicher ist: Die Schule will die Schweine schlachten. Die einen finden das sinnvoll, andere versuchen die Schule mit einer Petition zu stoppen.

Die „Farsley Farfield“-Grundschule im nordenglischen Leeds möchte ihren Schülern beibringen, wo ihre Lebensmittel herkommen – und nutzt dafür unkonventionelle Methoden: Die Schule hat einen kleinen Bauernhof errichtet, in dem Hühner und Schweine leben. In freiwilligen Unterrichtseinheiten können die Schüler die Tiere versorgen und pflegen.

Allerdings werden die Schweine nicht allzu lange auf dem Schul-Bauernhof leben: „Die Schweine werden keine Haustiere sein und nur neun Monate bei uns bleiben“, heißt es auf der Webseite der Schule. Daher sollen die Kinder den Schweinen auch keine Namen geben. Nach den neun Monaten werden sie geschlachtet und das Fleisch an Eltern und Anwohner verkauft.

„Meine Tochter wäre traumatisiert“

Diese Ankündigung sorgte für Aufregung. „Ich finde, das was ihr tut ist beschämend. Wieso nicht den Kindern beibringen, wie man Mitgefühl zeigt? Wie könnt ihr die Kinder sich mit den Tieren beschäftigen lassen und eine Beziehung aufbauen lassen und sie dann nach kurzer Zeit töten?“, lautete beispielsweise ein Kommentar unter dem Schreiben der Schule. „Wenn meine Tochter in diese Schule kommen würde, wäre sie traumatisiert […]. Es ist, als würde man seinen Hund essen“, lautet ein anderer Kommentar.

Eine ehemalige Schülerin hat sogar eine Petition gestartet, die die Schule dazu aufruft, die Schweine nicht zu schlachten. „Schulen haben die Pflicht, Kinder zu unterstützen, ihnen Werte beizubringen und eine glückliche und sichere Umgebung für sie zu schaffen. Indem sie Kindern beibringen, dass es in Ordnung ist, Tiere auszubeuten und zu töten, halten sie sich nicht daran.

Den Kindern scheint die Idee zu gefallen

Es gibt aber auch Lob für die Aktion.: „Ich liebe die Idee, dass Kindern die Lebenszyklen und Tierwohl im richtigen Leben und nicht bloß in Büchern beigebracht wird“, hat eine Nutzerin geschrieben. Auch bei den Kindern selbst kommt der Schweinestall offenbar gut an, wie in einem Youtube-Video zu sehen ist. Wie die Schüler mit der Schlachtung umgehen, wird sich jedoch noch zeigen – sie steht erst gegen Ende des Jahres an. Bei der Schlachtung werden die Kinder nicht dabei sein.

Kritik von Vegateriern und Fleischessern

Klimaschutz durch weniger Fleisch
Die Kinder sollen etwas über die Vorgänge in der Fleischindustrie lernen. (Foto: CC0 / Pixabay / BlackRiv)

Der Schulleiter der Farsley-Farfield-Grundschule Peter Harris hat das Konzept verteidigt. Die Schweine würden doppelt solange leben wie kommerziell gezüchtete Tiere, außerdem können sie sich frei bewegen. Mithilfe von Infotafeln kläre man die Schüler über die Vorgänge in konventionellen Zuchtanlagen auf. Die Tafeln würden auch dazu auffordern, wenig Fleisch zu essen.

„Wir werden von manchen Vegetariern/Veganern kritisiert, und gleichzeitig von manchen Fleischessern, die denken, dass dieses Projekt eine Vegetarier-Verschwörung ist“, schrieb Harris in einer Antwort auf einen Kommentar. „Ich hoffe, dass unsere Kinder eine geschulte Sichtweise haben werden und ausgeglichene, informierte Entscheidungen treffen, wenn sie erwachsen sind.“

Was haltet ihr von dem Konzept der Schule? Wertvolle Lektionen oder ist die Herangehensweise zu brutal? Schreibt uns in den Kommentaren! 

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(1) Kommentar

  1. Ich finde diese Idee extrem gut, wenn nicht Schüler/innen dazu gezwungen werden, beim Schlachten dabei zu sein, wenn sie es nicht wollen Auch wäre es sehr sinnvoll, einen sehr guten Fleischer dazu zu nehmen, der sein Handwerk versteht.
    Es ist doch wichtig, dass auch unsere Kinder lernen, das jedes Lebewesen (da zählen auch Pflanzen dazu) mit Respekt behandelt werden kann und muss, auch wenn wir es später essen möchten. Jede vernünftige vor Ort Haltung von Tieren und Pflanzen ist ein Schritt gegen den globalen Lebensmittelmarkt und seine Perversion. Zumindest da könnten sich ja Vegetarier, Veganer und Fleischesser einig sein oder etwa nicht?

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.