Greenpeace-Report: „Unser Essen macht Mensch und Planet krank“

Foto: Pixabay, CCO Public Domain

Wie wirken sich Produktion und der Konsum tierischer Produkte auf Umwelt und Gesundheit aus? Eine neue Greenpeace-Studie kommt zu einem dramatischen Ergebnis – und zeigt gleichzeitig Lösungen auf.

Rund ein Viertel aller für den Klimawandel verantwortlichen Treibhausgase entstehen durch unser Ernährungssystem und die landwirtschaftlich bezogene Landnutzung, sagt der neue Greenpeace-Report „Weniger ist mehr: Weniger Fleisch und Milch für ein besseres Leben und einen gesünderen Planeten“. „Wenn wir nicht handeln, werden die Treibhausgasemissionen des Ernährungssystems im Jahr 2050 mehr als die Hälfte der globalen vom Menschen verursachten Emissionen ausmachen“, warnt der Report, der Anfang März vorgestellt wurde.

Weniger Fleisch und Milch

Die Autoren von „Weniger ist mehr“ haben für ihren Report wissenschaftliche Ergebnisse aus Veröffentlichungen über Landwirtschaft, Ernährungssysteme, Umwelt- und Gesundheitsforschung betrachtet und ausgewertet.

Die Erkenntnisse im Überblick:

  • Tierische Produkte sind für rund 60 Prozent der ernährungsbedingten Klimaemissionen verantwortlich.
  • Das Ernährungssystem ist außerdem verantwortlich für 80 Prozent der Abholzung der noch verbleibenden artenreichsten Wälder der Erde.
  • Landwirtschaft und Nutztierhaltung sind hauptverantwortlich für den globalen Biodiversitätsverlust.
  • Wir essen zu viel Fleisch, Fett und raffinierten Zucker – das trägt zur Verbreitung von Fettleibigkeit und chronischen Krankheiten bei.
  • Mehr Pflanzen auf dem Speiseplan sparen Umweltkosten und ernähren Millionen von Menschen ohne zusätzlichen Verbrauch von Ressourcen.

Die Autoren meinen: Unser gegenwärtiges Ernährungssystem ist nicht nachhaltig – wir müssen unseren Fleisch- und Milchkonsum drastisch senken.

Konsum der weltweit dominierenden Fleischsorten Rindfleisch, Schaf- und Ziegenfleisch, Schweinefleisch und Geflügelfleisch von 1970 bis 2013 in kg pro Person pro Jahr (Schlachtgewicht). Daten von FAOSTAT, 2018.
Konsum der weltweit dominierenden Fleischsorten Rindfleisch, Schaf- und Ziegenfleisch, Schweinefleisch und Geflügelfleisch von 1970 bis 2013 in kg pro Person pro Jahr (Schlachtgewicht). Daten von FAOSTAT, 2018. (Grafik: © greenpeace.de)

Greenpeace fordert unter anderem:

  • Die Produktion und den Konsum tierischer Produkte bis zum Jahr 2050 weltweit um 50 Prozent zu reduzieren. Streichung von Subventionen und politischen Maßnahmen, welche industrielle Fleisch- und Milchprodukte unterstützen.
  • Förderung des ökologischen Anbaus von Obst und Gemüse sowie der Produktion besserer Fleisch- und Milchprodukte durch ökologische Tierhaltung.
  • Lebensmittel sollten so produziert werden, dass gleichzeitig die Ernährung gesichert sowie Klima und Biodiversität geschützt sind.
  • Dabei müssten nicht alle vegetarisch oder vegan leben: Der Report ruft dazu auf, weniger und hochwertigere Fleisch- und Milchprodukte zu konsumieren.

Der Report fasst zusammen: „Unsere Entscheidung, was wir als Einzelpersonen und als Gesellschaft essen, ist eines unserer wichtigsten Werkzeuge im Kampf gegen den Klimawandel“.

Utopia meint: Der neue Greenpeace-Report bestätigt bisherige Erkenntnisse zu unserem Konsum von tierischen Produkten: Weniger ist mehr. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für uns. Jetzt müssen wir nur noch damit anfangen, weitermachen sowie Mitmenschen und Politik überzeugen.

Den Greenpeace-Report „Weniger ist mehr“ (pdf) findest du online auf der Website von Greenpeace.

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(1) Kommentar

  1. Nicht vergessen:

    Die jetzige Haltung der Tiere verstösst gegen das Tierschutzgesetz:

    §2 Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

    1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
    2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,

    Tiere bekommen eine nicht artgerechte Ernährung (Kraftfutter) und werden nicht artgerecht untergebracht (Platzbedarf, Bewegungsbedürfnis)
    Spaltenböden verusachen Schmerzen.

    Wir haben es hier mit einer staatlich geduldeten Tierquälerei zu tun

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