Greta tritt in US-Talkshow auf – auch als das Publikum lacht, bleibt sie ernst

Foto: Screenshot Facebook / The Daily Show

Derzeit ist Greta Thunberg in den USA. Einer ihrer zahlreichen Termine: ein Auftritt in der bekannten Sendung „The Daily Show“. Sie erntete dort zwar ein paar Lacher – aber vor allem viel Applaus und Anerkennung für ihre Worte zur Klimakrise.

Die 16-jährige Greta Thunberg schafft es immer wieder, auch vor großem Publikum Menschen zu inspirieren, zu fesseln und wachzurütteln. Dafür, sie zum Lachen zu bringen, ist die Klimaaktivisten allerdings nicht bekannt – und das Thema Klimakrise naturgemäß alles andere als ein lustiges. Doch nun amüsierten sich die Zuschauer der US-Sendung „The Daily Show“ über einige ihrer Aussagen.

Nach einer strapaziösen Atlantik-Überquerung per Segelboot hält sich Greta momentan in den USA auf. Der Hauptgrund ihrer Reise ist, dass sie am UN-Klimagipfel in News York teilnehmen möchte. Sie nutzt ihren Aufenthalt jedoch auch noch für weitere Termine, bei denen sie über den Klimawandel spricht – so auch für einen Auftritt in der satirischen Nachrichtenshow.

Klimakrise als Glaubensfrage: Das Publikum reagierte mit Galgenhumor

Der erste Lacher kam, als Moderator Trevor Noah die Aktivistin darauf ansprach, warum ältere und jüngere Generationen so unterschiedlich zum Klimawandel stehen. „Wir wissen, dass wir diesen Konsequenzen im Laufe unseres Lebens gegenüberstehen werden. Es passiert schon jetzt und es wird schlimmer“, antwortete Greta. Ihrer Erfahrung nach sei daher unter jungen Menschen die Sorge größer. Andere würden die Bedrohung weniger spüren, weil sie denken, Zitat Greta: „Ich werde dann sowieso nicht mehr leben, also scheiß drauf.“ Das Publikum lachte.

Das zweite Gelächter erntete sie gegen Ende des Auftritts. Darauf angesprochen, welche Unterschiede sie in der Diskussion über die Klimakrise zwischen den USA und Schweden beobachten würde, sagte Greta: „Hier wird sie als etwas diskutiert, woran man glaubt oder nicht glaubt.“ Lachen, Applaus. „Wo ich herkomme, gilt mehr: Das ist ein Fakt.“

Den Videoclip von Gretas Auftritt in der Sendung kannst du hier sehen (eventuell musst du zuerst die Ansicht aktivieren):

Greta selbst blieb ernst und lachte nicht

Die „Daily Show“ ist dafür bekannt, aktuelle Geschehnisse humoristisch zu kommentieren. Dazu gibt es stets einen prominenten Gast, führende Politiker wie Barack Obama oder Bill und Hillary Clinton traten schon in der Sendung auf. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Publikum dieser Show gewissermaßen darauf programmiert ist zu lachen. Zudem muss das Gelächter keineswegs bedeuten, dass die Zuschauer sich auf Kosten von Greta amüsierten: Bei der ersten Stelle sorgte wohl vor allem ihre flapsige Formulierung „scheiß drauf“ („screw it“) für Belustigung. Bei der zweiten Stelle dürfte die Reaktion des Publikums mehr als Lachen über sich selbst bzw. über die Regierung Donald Trumps verstanden werden – politische Satire lässt grüßen.

Natürlich ist Greta weder Kabarettistin noch Politikerin. Sie selbst lachte nicht, sondern sprach gewohnt ernst, ruhig und konzentriert, klärte mit Zahlen und Fakten auf. Man gewinnt den Eindruck, dass Trevor Noah sie durchweg ernst nahm und von ihren Worten aufrichtig beeindruckt war: Er ließ seinen jungen Gast ausführlich zu Wort kommen, und als Greta erklärte, was jeder Einzelne gegen den Klimawandel tun sollte, entfuhr ihm anschließend ein „wow“ – während das Publikum jubelte.

„Wir als Individuen müssen die Macht der Demokratie nutzen“

Das wichtigste sei, so Greta, dass sich jeder informiere und die Situation begreife, um eine politische Bewegung voranzutreiben, die so noch nicht existiere. „Wir als Individuen müssen die Macht der Demokratie nutzen, damit unsere Stimmen gehört werden und wir sicherstellen, dass die Mächtigen das nicht länger ignorieren können.“

Auch wenn Greta keine Späße gemacht hat: Bei ihrem Auftritt in „The Daily Show“ konnte sie ein großes Publikum für sich gewinnen – das zwar zum Teil mit (Galgen-)Humor auf ihre Aussagen reagierte, aber dabei auch sichtlich bewegt war. Und auch am Bildschirm dürfte sie dank ihres Auftritts vielen Zuschauer in den USA die Klimakrise greifbarer gemacht haben.

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