Das letzte Baumhaus ist geräumt – jetzt braucht der Hambacher Forst dich!

Hambacher Forst Protest Waldspaziergang
© Ron Weimann

Vergangenes Wochenende haben tausende Menschen bei einem Waldspaziergang gegen die Rodung des Hambacher Forsts demonstriert. Auch in anderen Städten gab es Proteste – die wohl bedeutendste Veranstaltung soll am 6. Oktober stattfinden.

Die Zeit wird knapp: Nicht einmal zwei Wochen bleiben, bis der Stromkonzern RWE damit beginnen will, den Hambacher Forst zu roden. Die Polizei hat das letzte Baumhaus geräumt – die Aktivisten protestieren trotzdem weiter.

Am Wochenende fand einer der größten Demonstrationen bislang statt: Am Sonntagnachmittag trafen sich mehr als 10.000 Menschen zum „Waldspaziergang“. Schon seit 2014 organisiert der Waldführer Michael Zobel die Protestspaziergänge, berichten die „Aachener Nachrichten“. So viele Teilnehmer wie an diesem Wochenende waren es noch nie. Auch in zahlreichen anderen Städten wie München oder Berlin gab es Demonstrationen.

Noch mehr Proteste zum Hambacher Forst

Hambacher Forst Protest Waldspaziergang
Waldspaziergang am Hambacher Forst. (© Ron Weimann)

Der vielleicht wichtigste Tag im Widerstand gegen die Waldrodung steht jedoch noch bevor: Für Samstag den 6. Oktober rufen unter anderem Greenpeace, der BUND und Campact zu einer Großdemo am Hambacher Wald auf. Es soll die größte Demo werden, die es am Hambacher Wald je gegeben hat – die Organisatoren gehen von 50.000 Teilnehmern aus.

„Wir sind viele“

Hambacher Forst Demo
Ankündigung für die Demo am 6. Oktober. (Foto: Screenshot Greenpeace Deutschland)

„Wir sind bunt. Wir sind friedlich. Wir sind vielfältig. Und wir sind viele. Wir lassen nicht zu, dass der Hambacher Wald für die Kohle sterben muss.“ – so lautet das Motto der Demo. Wer es einrichten kann, sollte teilnehmen, denn viel Zeit bleibt nicht mehr.

Los geht es um 10:30 am Bahnhof Buir. Das Bündnis „Stopp Kohle“ hat eigens eine Mitfahrbörse eingerichtet, die die Anreise für Demonstranten aus ganz Deutschland erleichtern soll.  Bei „Ende Gelände“ gibt es außerdem eine Online-Bettenbörse für diejenigen, die eine Übernachtungsmöglichkeit vor Ort suchen.

Wer nicht an der Demonstration teilnehmen kann, hat noch einige andere Möglichkeiten:

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(4) Kommentare

  1. Ist schon eigenartig:
    Wenn irgendwelche Umwelt-Aktivisten entgegen aller gesetzlichen Bestimmungen (Waldgesetze, Umwelt- und Naturschutz-Gesetze, Baugesetze etc.) einen Wald mit Bauhäusern besetzen und erheblich schädigen, gilt das als „ziviler Ungehorsam“.
    Aber wehe, ich komme als Geländewagen-Fahrer mal auf die Idee, die Abkürzung durch den Wald zu nehmen – da ist der Teufel los.

    Waldschaden ist Waldschaden – egal ob ihn ein Umwelt-Aktivist mit einem Baumhaus oder ich mit meinem Gelädewagen verursache!
    Nur will das offenbar keiner wahr haben.
    So kann man eben auch mit zweierlei Maß messen!

  2. Man wird doch mal fragen oder feststellen dürfen.
    Oder fühlt sich da etwa jemand ertappt, weil ich ihm die eigene Widersprüchlcihkeit und die eigenen Fehler und Schwächen vorhalte?
    Wenn man das eine verbietet, muß man auch das andere verbieten. Und wenn man das eine billigt, muß man auch das andere billigen.
    Ales andere ist mit zweierlei Maß gemessen und damit Denken nach dem Motto von Pippi Langstrumpf „… ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt“. Und wenn wir erst mal soweit gekommen sind und das zum Maßstab machen, können wir auch gleich die Rechtsstaatlichkeit abschaffen und durch Faustrecht, Blutrache und Lynchjustitz ersetzen.

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