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7 Stunden Dauersendung: Joko und Klaas schreiben Fernsehgeschichte – mit dem Alltag von Pflegekräften

Foto: ProSieben

Joko und Klaas haben mal wieder Sendezeit auf ProSieben gewonnen – machten daraus aber ein so noch nie dagewesenes Fernsehevent. Statt nur 15 Minuten übernahmen sie das Programm bis tief in die Nacht und zeigten fast sieben Stunden lang den Alltag von Pflegekräften. Für die Dokumentation gab es viel Lob – auch von konkurrierenden Sendern und Politiker:innen.

#NichtSelbstverständlich – das war das Motto der gewonnenen Sendezeit von Joko und Klaas am Mittwoch. Den beiden Moderatoren ging es darum, Aufmerksamkeit auf eine Berufsgruppe zu lenken, deren Arbeit oft als selbstverständlich gesehen wird: Pflegekräfte.

„Viele Themen im Leben bekommen erst dann den Stellenwert, den sie verdient haben, wenn man die Gelegenheit bekommt, sich in ein Leben hineinzuversetzen, das nicht zwangsläufig das eigene ist“, sagte Joko Winterscheidt zu Beginn. Ungewöhnlich war nicht nur die Länge der Sendung, sondern auch das Konzept: Die Dokumentation begleitete eine komplette Schicht der Krankenpflegerin Meike Ista im Knochenmark- und Transplantationszentrum der Uniklinik Münster.

Dank Körperkamera ganz nah dabei

Ista trug dabei eine Körperkamera, wodurch die Zuschauer:innen ihren Arbeitsalltag besonders nah miterleben konnten. Die Sendezeit begann mit ihrer Ankunft im Parkhaus kurz vor sechs Uhr morgens und endete mit ihrem Feierabend. Ebenfalls außergewöhnlich: Die Dokumentation lief fast sieben Stunden durchgehend ohne Werbeunterbrechung. „Sowas stellt in so einem Sender bisschen was auf den Kopf und widerspricht genau genommen jeder Regel des Fernsehens“, sagte Klaas Heufer-Umlauf.

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Eine Besprechung zwischen Pflegekräften. Meike Ista trägt eine Körperkamera. (Foto: ProSieben)

In den sieben Stunden erlebt man beispielsweise ungekürzt eine Visite bei Patient:innen. Zwischen Aufnahmen aus dem Alltag von Meika Ista kommen außerdem weitere Pflegekräfte aus unterschiedlichen Einrichtungen zu Wort. Eines wird im Verlauf der Sendung immer wieder deutlich: Die gezeigten Pflegekräfte mögen ihren Beruf und machen ihn gerne, kommen aber immer wieder an ihre Grenzen.

Extremer Stress, schlechte Bezahlung und chronische Unterbesetzung – der Pflegenotstand ist sowohl für Pflegekräfte als auch Patien:innen eine Belastung. „Ich erlebe zum Teil, dass wir für 35 Bewohner morgens im Frühdienst nur zu zweit arbeiten“, sagt beispielsweise Flora Reiling, eine Altenpflegerin aus Bottrop. „Da kann sich wahrscheinlich so ziemlich jeder vorstellen, dass die Pflege da sehr schlecht ausfällt.“

ProSieben-Sendezeit von Joko und Klaas: Lob von Fernsehsendern und Politiker:innen

Der ausführliche Einblick in die Lebensrealität von Pflegekräften brachte ProSieben im Netz viel Lob. Auf Twitter trendet seit Ausstrahlung der Hashtag #NichtSelbstverständlich. Unter dem Hashtag twittern Personen, die die Dokumentation berührt hat, aber Menschen, die selbst Pflegekräfte sind. Auch einige Fernsehsender sprachen ihre Anerkennung aus, außerdem einige Politiker:innen, darunter Vizekanzler Olaf Scholz: [Anmerkung der Redaktion: Hier sollten Tweets zu sehen sein. Adblocker können dies verhindern]

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn äußerte sich zu der Sendung: „Es ist gut, dass die Pflege in der Primetime läuft. Wichtig sind eine bessere Bezahlung & bessere Arbeitsbedingungen auf Dauer. Wir werden mit den Pflegeverbänden weiter darüber beraten, wie wir die Arbeitsbedingungen verbessern können“, wird er in einem Tweet des Bundesministeriums für Gesundheit zitiert.

Utopia meint: Viele Pflegekräfte arbeiten schon lange am Rande der Belastungsgrenze. Sie klagen seit Jahren über Personalmangel, extremen Stress und schlechte Bezahlung. Die Corona-Pandemie hat den Druck auf das Gesundheitswesen noch weiter erhöht. Zu Beginn der Krise gab es zwar etwas mehr öffentliche Aufmerksamkeit für die Situation des medizinischen Personals – es hat sich aber kaum etwas verbessert. Die Sendung zeigt allerdings eindrücklich: Pflegekräfte verdienen deutlich mehr Wertschätzung, Unterstützung und eine bessere Bezahlung. Dafür sind vor allem politische Maßnahmen nötig – aber auch jede:r Einzelne kann etwas tun:

Die erste halbe Stunde der Sendung gibt es in der Mediathek von ProSieben und auf Youtube:

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