9-Euro-Monatsticket für Bus und Bahn: Wann kommt es und wo gilt es?

Bundesverkehrsminister Wissing (FDP) will einen Start des geplanten Nahverkehr-Rabatts spätestens zum 1. Juni.
© Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Für Bus- und Bahnfahrer:innen wird die Nutzung des Nahverkehrs zeitweise deutlich günstiger – drei Monate lang soll ein Monatsticket nur neun Euro kosten. Möglicherweise unabhängig von Tarifzonen.

Das von der Bundesregierung geplante vergünstigte Monatsticket für Bus und Bahn soll nach den Vorstellungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) nicht nur für festgelegte Tarifzonen, sondern deutschlandweit gelten. Das berichtet die „taz“. Nähere Angaben zum Geltungsbereich sind bislang nicht bekannt. Darüber berät derzeit eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe.

Bus- und Bahnkun­d:in­nen dürften bei der Entlastung gegenüber Autofahr:innen nicht benachteiligt werden, erklärt ein Sprecher des VDV den Vorschlag für das bundesweit geltende Ticket laut „taz“. Autofahrer:innen, so die Begründung, könnten schließlich auch bundesweit fahren – und nicht nur in ausgewählten Tarifzonen.

Für den Start des 9-Euro-Tickets haben die Verkehrsunternehmen Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) den 1. Juni vorgeschlagen. Bis dahin könnten die Voraussetzungen für die Einführung dafür geschaffen werden, sagte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. Wortmann schlug vor, das Ticket sollte auch am Automaten und nicht nur online zu kaufen sein. „Wir stellen fest, dass immer noch sehr viele Fahrgäste an Automaten kaufen“, sagte er. Das gelte insbesondere für ältere Kund:innen.

„Wir versuchen jetzt schlichtweg, das Beste draus zu machen“

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP hatten in der vorletzten Woche beschlossen, dass für 90 Tage eine Fahrkarte im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für 9 Euro pro Monat eingeführt werden soll, damit Autofahrer:innen angesichts der hohen Spritpreise umsteigen. Viele Fragen zur Umsetzung sind aber offen. Bundesverkehrsminister Wissing hat sich dafür ausgesprochen, das Ticket ausschließlich online verfügbar zu machen, um so den Aufwand zu vermeiden, Ticket-Automaten umzuprogrammieren.

Von der Idee des günstigen Tickets seien die Verkehrsunternehmen überrascht worden, sagte Wortmann. „Wir hätten uns gewünscht, dass man diese Vorschläge mit uns diskutiert, um einen praktikablen Weg zu finden“, so der Verbandspräsident. „Wir versuchen jetzt schlichtweg, das Beste draus zu machen. Denn wir wollen nicht, dass die an sich gute Idee am Ende negativ ankommt.“

Bundesländer sehen Vorstoß der Regierung kritisch

Die Länder hatten vor allem Bedenken bezüglich des bürokratischen Aufwands angemeldet und als Reaktion auf den Vorschlag der Bundesregierung eine eigene Empfehlung abgegeben: Statt 9-Euro-Tickets solle stattdessen ein dreimonatiger Nulltarif eingeführt werden.

Das Monatsticket ist Teil eines Entlastungspakets, das die Bundesregierung angesichts der hohen Energiepreise geschnürt hat. Geplant sind „umfangreiche und entschlossene Maßnahmen“ zur Entlastung der Bürger:innen. Die Koalition habe sich außerdem auf Maßnahmen zur Stärkung der „energiepolitischen Unabhängigkeit“ verständigt. Utopia hat die wichtigsten Schritte hier für euch zusammengefasst.

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