„Recht auf Rausch“: Berliner Grüne wollen harte Drogen entkriminalisieren

Berliner Grüne wollen harte Drogen entkriminalisieren
Foto: Unsplash / Mishal Ibrahim

Die Berliner Grünen fordern ein „Recht auf Rausch“. Deshalb solle auch der Besitz kleiner Mengen von Kokain oder Ecstasy in der Bundeshauptstadt straffrei bleiben. Bei Cannabis zeigen sie sich sogar noch großzügiger.

Die Berliner Grünen wollen nicht nur Cannabis legalisieren, sondern auch harte Party-Drogen wie Kokain, Ecstasy und Amphetamine in der Hauptstadt entkriminalisieren. „Das Recht auf Rausch sollte in einer Stadt der Freiheit wie Berlin selbstverständlich sein, das klappt auch ohne die Mentalität einer bayerischen Dorfpolizei“, teilte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Werner Graf am Freitag kurz vor der sogenannten Hanfparade am Samstag in Berlin mit.

Strafverfahren sollten daher in Berlin auch beim Besitz kleinerer Mengen der harten Drogen eingestellt werden, argumentieren die Berliner Grünen – so wie es bei Cannabisprodukten wie Marihuana und Cannabis praktiziert wird. In einigen anderen Bundesländern ist das etwa bei einem Gramm Kokain oder wenig Ecstasy üblich.

„Kriminalisierung von Drogenkonsumenten ist ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend“

Außerdem wollen die Grünen, dass bei Cannabisfunden bis 15 Gramm gar nicht erst von der Polizei ermittelt wird. Der „Joint im Park“ solle schon jetzt nicht mehr von der Polizei verfolgt und das Cannabis auch nicht mehr beschlagnahmt werden. Das Strafrecht sei die „falsche Antwort für harmlose Kiffer“, sagte Graf. „Die Kriminalisierung von Drogenkonsumenten ist ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend und muss ein Ende haben.“

Findet die Polizei derzeit in Berlin bei jemanden Marihuana, leitet sie ein Ermittlungsverfahren ein. Liegt die gefundene Menge unter 10 Gramm, werden die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft aber grundsätzlich eingestellt und unter 15 Gramm in der Regel eingestellt. Die Polizei arbeite „faktisch für die Mülltonne“, so die Grünen.

Heftiger Widerspruch kommt von der CDU, die den Grünen «“Lobbyarbeit für Dealer und der Organisierten Kriminalität“ vorwirft. „Berlins Grüne sind auf einem lebensgefährdenden Irrweg“, sagte der CDU-Innenpolitiker Frank Balzer. Berlin habe sich in den letzten Jahren als „Drogenumschlagsplatz weiter verfestigt“, Grünanlagen wie der Görlitzer Park seien ein „Dealer-Paradies“ – zu Lasten von Besucher:innen und Anwohner:innen. „Berlin braucht nicht noch mehr Lockerungen, sondern einen Kurswechsel in der Drogenpolitik.“

Die Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP plant, Cannabis teilweise zu erlauben und eine kontrollierte Abgabe der Droge an Erwachsene zu Genusszwecken in bestimmten Geschäften einzuführen. Ende des Jahres soll ein Gesetzentwurf dafür vorgelegt werden.

Harte Drogen wie Kokain können gravierende Folgen haben

Der Konsum harter Drogen wie beispielsweise Kokain kann gravierende gesundheitliche Folgen haben. Die aufputschende Wirkung von Kokain etwa beruht auf der vermehrten Ausschüttung körpereigener Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) versetzt die Drogen den Körper in einen Stresszustand, sie entzieht im Energie, was unter anderem in Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Aggressivität, Wahnvorstellungen und Herzinfarkte umschlagen kann.

Solltest du Hilfe benötigen, steht dir unter anderem die „Sucht & Drogen Hotline“ der Bundesregierung zur Verfügung. Alle Informationen findest du hier.

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