Falls wir untergehen: „Black Box der Erde“ soll dokumentieren, was mit der Menschheit passiert ist

Earth's Black Box
Foto: Earth's Black Box

Eine riesige Stahlkonstruktion in Tasmanien soll für künftige Generationen dokumentieren, wie wir mit der Klimakrise umgehen. Dabei soll „Earth’s Black Box“ der Menschheit auch in der Gegenwart einen großen Dienst erweisen.

Wie ein großer Felsbrocken sitzt die „Earth’s Black Box“ in der Landschaft der tasmanischen Westküste. In der 10 Meter langen Stahlkonstruktion befindet sich Technik, um Daten zur Umwelt aus der ganzen Welt zu sammeln. Konzipiert und entwickelt wurde der Monolith von einem Team der Universität von Tasmanien und dem Unternehmen Clemenger BBDO. Noch steht die Black-Box-Konstruktion nicht, der Bau soll Mitte 2022 beginnen.

Bereits jetzt sammeln Festplatten unterschiedlichste Umweltdaten, zum Besipiel zu Temperaturen an Land und im Wasser, zur Versauerung der Ozeane, zur menschlichen Population oder zum Energieverbrauch. Aber auch Daten, die nur indirekt mit der Umwelt zu tun haben, werden dort gespeichert: zum Beispiel Zeitungsüberschriften, Posts aus sozialen Medien oder Nachrichten zu Klimagipfeln.

Umweltdaten für die Ewigkeit

Earthbox Earth's Black Box
Der Bau der Earth’s Black Box ist für Mitte 2022 geplant. (Foto: Earth's Black Box)

Dieser Pool an Informationen soll für spätere Generationen Ursachen, Wirkung und mögliche Bekämpfung des Klimawandels verständlich machen. Dabei ist das Bauwerk so konstruiert, dass es auch schwerwiegende Katastrophen unbeschadet übersteht – wie eine Black Box in einem Flugzeug.

Jim Curtis von Clemenger BBDO erklärt gegenüber der Australian Broadcasting Corporation (ABC): „Die Idee ist, dass nach einem Kollaps der Erde infolge des Klimawandels dieses unzerstörbare Aufzeichnungsgerät für alle da sein wird, die noch übrig sind, um daraus zu lernen.“

Einer bisherigen Schätzung der Entwickler:innen zufolge können durch Komprimieren und durch Archivieren Daten über einen Zeitraum von 50 Jahren gespeichert werden. Das Team arbeitet jedoch bereits daran, die Speicherkapazität auszubauen und langfristigere Speicherung zu ermöglichen, zum Beispiel durch Einzeichnung auf Stahlplatten.

Anleitung zum Überleben

Der Hintergrund zu Earth’s Black Box ist düster. Im Grunde handelt es sich um ein Aufzeichnungsgerät, das (im schlimmsten Fall) einer postapokalyptischen Gesellschaft zeigt, was diese besser nicht oder nicht mehr tun sollte. Dabei erhoffen sich die Entwickler:innen des Datenspeichers, dass es (auch schon für die Gegenwart) einen positiven Effekt hat zu dokumentieren, was Politiker:innen und Wirtschaftsgrößen tun.

Dadurch, dass bereits Daten gesammelt werden und auch Daten aus vergangenen Jahrzehnten in die Datenbank eingespeist werden, hätten wir bereits jetzt die Möglichkeit, aus diesem Daten-Fundus Lehren für unser heutiges Handeln zu ziehen. Im besten Fall ließe sich so der drohende Klimakollaps vermeiden, so die Annahme.

Auch ein psychologischer Aspekt käme zum Tragen: „Wenn Menschen wissen, dass sie aufgezeichnet werden, hat dies Einfluss darauf, was sie tun und sagen“, meint Jonathan Kneebone, der als Mitglied des Künstlerkollektivs Glue Society an der Entwicklung der „Earth’s Black Box“ beteiligt war. Geht man davon aus, dass dies eintritt, könnte die Black Box als Regulativ in Sachen Klimapolitik und Klimagerechtigkeit fungieren.

Utopia meint: Zugegeben, im ersten Moment löst die Black Box Assoziationen zu einer postapokalyptischen Mad-Max-Welt aus, in der bereits alles zu spät und die Umwelt zerstört ist. Die Box wird gebaut, um so eine Welt zu überdauern. Dabei gibt es eine andere Seite des Projekts: Der Datenschatz, den die Entwickler:innen in der Black Box sammeln, hat durchaus das Potenzial, Veränderungen voranzutreiben und größeren Gefahren vorzubeugen.

Wie immer gilt aber auch hier: Wissen (oder Information) schützt vor Torheit nicht. Letztlich kommt es darauf an, was wir mit dieser Information machen und wie wir die Erkenntnis daraus in richtiges Handeln übersetzen. Hier sind wir wieder alle gefragt: Politiker:innen, Wirtschaft, Gesellschaft und im Idealfall jede:r Einzelne von uns.

An dieser Stelle ein paar Klimaschutz-Tipps für jede:n, die einfach umzusetzen sind:

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