Fernpendler und überlastete Züge: 9-Euro-Monatsticket birgt Probleme

Bahn statt Auto für weniger Reifenabrieb.
Foto: CC0 / Pixabay / Didgeman

Das vergünstigte Monatsticket für Bus und Bahn soll die Menschen entlasten. Doch eine Gruppe an Reisenden geht wohl leer aus. Außerdem kann das 9-Euro-Monatsticket noch zu Problemen auf beliebten Strecken führen.

Das vergünstigte Nahverkehrsticket „9 für 90“ könnte nach Ansicht des Fahrgastverbands Pro Bahn zu übervollen Zügen auf klassischen Ferienverbindungen führen.

„Wir rechnen mit überfüllten Zügen auf touristisch beliebten Strecken“, sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann der „Rheinischen Post“. „Dafür müssen mehr Züge bestellt werden“, fordert Naumann. Grundsätzlich lobt er das günstige Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, das es ab dem 1. Juni geben soll. Noch besser wäre es seiner Ansicht nach aber, wenn es nicht nur für den Regionalverkehr gelte. „Fernpendler gehen leer aus, obwohl auch sie massiv unter den hohen Treibstoffkosten leiden.“

„Nur dann bleiben die Menschen dauerhaft bei der Bahn als Alternative zum Auto“

Wichtig sei auch, dass nach der Laufzeit das Angebot der Zugverbindungen und der Ausstattung besser werde. „Nur dann bleiben die Menschen dauerhaft bei der Bahn als Alternative zum Auto“, sagte Naumann.

Die Pläne der Ampel-Koalition für das 9-Euro-Monatsticket für drei Monate waren am Dienstag auch Thema in Verhandlungen von Bund und Ländern über ein Finanzpaket für die Stützung und Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Dass der Bund die Kosten für das Ticket übernimmt, ist unstrittig. In Länderkreisen hieß es, schwierig seien vor allem die Verhandlungen über eine Summe von 1,5 Milliarden Euro – dieses Geld fordern die Länder, damit etwa gestiegene Energiepreise für die Verkehrsunternehmen kompensiert werden.

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Utopia meint: Die Bundesregierung fördert mit ihrem Vorhaben den ÖPNV. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Menschen in Deutschland zu entlasten, die auf das Auto – und damit klimaschädliche Verbrennungsmotoren – verzichten. Das Pendeln und grundlegende Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollten allerdings über die akute Energiepreiskrise, die durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine entstanden ist, hinaus weiter gefördert werden. Hiervon sollten idealerweise nicht nur die Fernpendler:innen profitieren, sondern auch der Ausbau der Infrastruktur des ÖPNV.

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