Klimaschutz: Können wir mit Bambuszahnbürsten die Welt retten?

Klimaschutz: Kommen wir so ins Handeln?
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - cocoparisienne

Die Klimakatastrophen häufen sich. Expert:innen sagen uns ganz klar: Das müssen wir tun, um den Klimawandel aufzuhalten. Warum setzen wir davon nur wenig um?

Der Klimawandel ist dieses Jahr durch die Flutkatastrophe auch in Deutschland spürbar. Doch schon die Erhöhung der Sprit- und Energiepreise stößt auch wenig Akzeptanz. Dabei will Deutschland bis 2045 klimaneutral werden. Wie setzen wir das Wissen über Klimaschutz in die Tat um?

Wichtig sei, dass wir beim Klimaschutz Prioritäten setzen, sagt Michael Bilharz, Experte für nachhaltigen Konsum.  „Wir haben ganz wenige „Big Points“ beim CO2-Ausstoß, die wirklich stark ins Gewicht fallen.“ Darunter fallen der Kraftstoffverbrauch vom eigenen Auto, die Größe der Wohnung und deren Dämmung, Flugreisen und der Konsum tierischer Produkte. Diese großen CO2-Quellen lassen sich nur schwer ausgleichen mit dem Konsum regionaler Produkte, dem Verzicht auf Plastik und dem Gebrauch einer Bambuszahnbürste.

Ein großes Hindernis in der Bekämpfung des Klimawandels sei, dass die Effekte persönlich nicht sichtbar seien. Schnell könnten Menschen das Gefühl haben, dass ihr Verzicht keine Auswirkung auf die Umwelt haben könnte. „Natürlich kann man nicht alleine eine globale Krise lösen. Deshalb ist das Gefühl der Hilflosigkeit groß“, erklärt Julia Scharnhorst, Psychologin im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP).

Doch jede:r Einzelne kann durch Änderungen im Alltag einen Beitrag zur Einsparung von CO2 leisten. Beispielsweise zu Ökostrom wechseln oder einen Duschsparkopf verwenden. Aber auch eine Spende durch eine Spende an klimawirksame Projekte können CO2-Emissionen wirksam reduzieren.

Es braucht ein Zusammenspiel aus Politik, Wirtschaft und Verbraucher:innen

Wichtig ist, dass jede:r für sich etwas im Alltag unternimmt, sondern Politik, Industrie und Verbraucher:innen gemeinsam für den Klimaschutz am gleichen Strang ziehen. Die Politik sollte Rahmenbedingungen gestalten, die Industrie müsse innovative, klimafreundliche Produkte entwickeln und dann brauche es noch eine Masse an Menschen, „die schon einmal freiwillig vorausgeht und Politik und Industrie zeigt, was beim Klimaschutz möglich ist.“, so Michael Bilharz, Experte zu nachhaltigem Konsum.

Es braucht einen Dreiklang aus Politik, Wirtschaft und Vebraucher:innen, um den Klimawandel zu bekämpfen.
Es braucht einen Dreiklang aus Politik, Wirtschaft und Vebraucher:innen, um den Klimawandel zu bekämpfen. (Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Rosemary Ketchum)

Für Konsumforscherin Lucia Reisch braucht es große Veränderungen bei Angebot und Preisgestaltung von Konsumgütern: „Die nachhaltige Alternative muss auch die naheliegende, attraktive, bezahlbare und verfügbare sein.“ Relevant sei auch, dass eine breite Menschenmenge die Möglichkeiten haben klimafreundliche Alternativen zu wählen. „Schmeckt das vegane Essen? Ist es erschwinglich? Brauche ich nicht viel zu lange mit dem Fahrrad? Gibt es eine Alternative zum Billigflug?“

Gemeinsam gegen die Klimakrise

Damit sich im Denken vieler Menschen etwas tut, hält es Peter, der beim BDP in der Arbeitsgruppe Klima und Psychologie mitarbeitet, für nötig, die gedankliche Verbindung zwischen Wetterkatastrophen und der Klimakrise herzustellen, um den Klimawandel auch als akute Bedrohung begreifen zu können. Viele seien „nicht genug emotional aktiviert, um ausreichend motiviert zu sein, schneller angemessen zu handeln“.

Um motiviert zu bleiben, ist es sinnvoll sich Gleichgesinnte zu suchen - Familie und Freund:innen - und gemeinsam Gewohnheiten zu ändern.
Um motiviert zu bleiben, ist es sinnvoll sich Gleichgesinnte zu suchen – Familie und Freund:innen – und gemeinsam Gewohnheiten zu ändern. (Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Emma Bauso )

Konsumforscher:innen und Psycholog:innen empfehlen sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun, gemeinsam mit Freund:innen und Familie Gewohnheiten zu ändern. Dadurch bleibt die Motivation bei allen größer. Denn Klimaschutz ist ein hartes Stück Arbeit, bei dem wir Frust vermeiden sollten – was am besten gelingt durch kleine, konsequente Schritte.

Utopia meint: Wenn du noch Tipps und Motivation zum Klimaschutz brauchst, kannst du dich hier informieren:

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