Schottland will 4-Tage-Arbeitswoche testen

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Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Leon

Nach Island und Neuseeland will nun auch Schottland die 4-Tage-Woche testen. Das Gehalt der Arbeitnehmer:innen soll dabei gleich bleiben.

Eine Arbeitswelt, wie sie es vor der Pandemie gab, wird es wohl nicht mehr geben. Vermehrt bieten Firmen Homeoffice an und Länder wie Island und Neuseeland testen die 4-Tage-Woche. Nun zieht Schottland nach und möchte einen Versuch starten, in dem Angestellte ihre Arbeitszeit auf 4 Tage pro Woche reduzieren können – bei gleichbleibendem Gehalt.

Die Arbeitszeit kann laut Testmodell auf die Werktage verteilt werden, es muss somit nicht zwingend nur an 4 Tagen gearbeitet werden. Von der reduzierten Arbeitszeit könnten also bestimmte Gruppen besonders profitieren, zum Beispiel Eltern. Zunächst handelt es sich bei Schottlands Vorhaben um ein Pilotprojekt, an dem einzelne schottische Firmen teilnehmen. Vornehmlich beteiligen sich Bürounternehmen, jedoch führen auch Firmen aus anderen Sektoren testweise die 4-Tage-Woche ein, zum Beispiel das Verpackungsunternehmen UPAC Group oder der Bauunternehmer Orocco.

Höhere Zufriedenheit erwartet

Die 4-Tage-Woche ist für etwa 80 Prozent der Arbeitnehmer:innen ein wünschenswertes Arbeitsmodell, wie die BBC berichtet. Ein längeres Wochenende oder eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung sollen Alltag und Arbeit besser miteinander vereinbar machen. Erwartet wird dabei auch eine höhere Zufriedenheit der Angestellten.

65 Prozent der Arbeitnehmer:innen gehen davon aus, dass sie eine kürzere Arbeitswoche produktiver macht. Die bisherigen Pilotversuche haben gezeigt, dass bei weniger Arbeitszeit der gleiche Output geliefert wurde.

Neuseeland: Vorbild in Sachen Produktivität

Neuseeland ist einer der Vorreiter bei der 4-Tage-Woche. So argumentierte die Premierministerin Jacinda Ardern, bereits vor Ausbruch der Pandemie, dass eine 4-Tage-Woche den Tourismus- und Freizeitsektor stärke. Die zusätzliche Freizeit führe, so Ardern, zu erhöhten Ausgaben im Tourismus – einem der wirtschaftlich stärksten Sektoren des Landes.

Nach Abschluss des Versuchs in Neuseeland wertete die Universität Auckland die Ergebnisse aus. Sie kam zum Schluss, dass die Produktivität der Angestellten um 20 Prozent gestiegen ist. Zugleich erhöhte sich die Zahl derer, die ihre Work-Life-Balance als ausgewogen empfinden. Auch in Island bestätigte sich dies und die 4-Tage-Woche wurde als voller Erfolg gewertet.

Utopia meint: Veränderung ist gut und notwendig – auch in der Arbeitswelt. Es ist sinnvoll, alte Arbeitsmodelle auf die Probe zu stellen und neue Ansätze auszuprobieren. Nicht zuletzt in der Arbeitswelt und Wirtschaft ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema, zum Beispiel nachhaltiger Umgang mit „Ressourcen“. Die Studien zeigen ja auch: Zufriedene Mitarbeiter:innen leben nicht nur gesünder, das Wohlbefinden wirkt sich ebenfalls positiv auf die Produktivität aus.

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