Sofortmaßnahme gegen Putin: Deutsche Umwelthilfe fordert Tempolimit

Sofortmaßnahme gegen Putin: Deutsche Umwelthilfe fordert Tempolimit
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - DimitroSevastopol; stux

Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine kurzfristige Einführung eines Tempolimits auf allen Straßen. Deutschland soll so Erdöl einsparen und Druck auf Putin ausüben, denn bis zu einem Drittel des Öls kommt aus Russland.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert Sofortmaßnahmen, um Öl, Gas und Kohle einzusparen. Konkret bedeutet dies ein Tempolimit zur Öleinsparung von:

  • 100 km/h auf Autobahnen
  • 80 km/h außerorts
  • Tempo 30 innerorts

Das Tempolimit soll für die Dauer der aktuellen Krise bestehen. Die DUH koordiniert bereits seit Jahren ein breites Bündnis aus Umwelt- und Verkehrsverbänden, Polizeigewerkschaft und Verkehrsunfall-Opferhilfe, das sich für ein generelles Tempolimit zum Schutz von Klima und Menschenleben einsetzt (die neueste Aktion kannst du hier unterstützen).

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine erhöht nun noch einmal massiv die Dringlichkeit. Um schnellstmöglich die Abhängigkeit Deutschlands von russischen fossilen Rohstoffen zu verringern und gleichzeitig das Klima zu schützen, braucht es Einsparungen beim Verbrauch. Und diese wären durch ein Tempolimit, wie es die DUH jetzt fordert, erheblich: 3,7 Milliarden Liter Benzin und Diesel und 9,2 Millionen Tonnen CO2 ließen sich damit sofort vermeiden.

„Freiheitsenergien“ – für weniger Abhängigkeit

„Wir brauchen neben ‚Freiheitsenergien‘ auch entschlossenes ‚Freiheits-Sparen‘. Jeder muss in der jetzigen Doppelkrise seinen Beitrag leisten – und nicht mehr rasen zu dürfen ist ein kleiner Einschnitt verglichen mit dem Nutzen“, so DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Er betont, dass sich mit den geforderten Tempolimits pro Jahr „knapp vier Milliarden Liter Diesel und Benzin“ vermeiden ließen. Unser Bedarf an Rohöl aus Russland würde dadurch um Millionen Tonnen und damit um etliche Prozentpunkte sinken, so Resch.

Den Begriff „Freiheitsenergien“ prägte der Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), als er ihn für erneuerbare Energien verwendete. Diese sollen die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen verringern. Aktuell erhalte Deutschland rund 35 Prozent seiner gesamten Erdölimporte aus Russland. Bei Erdgas liege der Anteil bei 55 Prozent und bei Steinkohle bei 50 Prozent, schreibt die DPA. Andere Quellen sprechen sogar von rund 70 Prozent russischem Erdgas.

Vorteile für Umwelt und Gesundheit

Gründe für ein landesweites Tempolimit auf allen Straßen, vor allem auf Autobahnen, gibt es viele. Bereits 2021 berieten sich Regierungsparteien bei der Koalitionsbildung über Geschwindigkeitsbegrenzungen. Was dabei deutlich wurde: Abgesehen von den aktuell wahrgenommenen geopolitischen Vorteilen gibt es auch große ökologische sowie gesundheitliche Vorteile.

Zum Beispiel könnten durch ein Tempolimit Emissionen von Feinstaub, Stickoxiden und Kohlenmonoxid verringert werden. Diese stellen ein gesundheitliches Risiko für Menschen dar, vor allem für jene, die nahe an stark befahrenen Straßen leben.

Geringere Geschwindigkeit, vor allem auf Autobahnen, führen zudem zu weniger Verkehrsunfällen und somit zu weniger Verletzten und Toten. Darüber hinaus könnte bereits ein Limit der Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h auf Bundesautobahnen die Treibhausgasemissionen des Verkehrs um jährlich 1,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente mindern.

Utopia meint: Die aktuelle Lage aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine wirft ein Schlaglicht auf unsere Abhängigkeiten von Russland – vor allem hinsichtlich der Energieversorgung. Ein Tempolimit ist eine Chance, diese Abhängigkeit zu reduzieren. Langfristig bieten aber nur Erneuerbare Energien die Chance, sich von Dritten unabhängiger zu machen. Doch viele andere Vorteile grüner Energien liegen seit langem auf der Hand, vor allem, wenn es um Klima- und Umweltschutz geht. Wichtig ist es also, diese Erkenntnis zu nutzen und jetzt eine echte flächendeckende Energiewende mit verbindlichen Zielen und konkreten Maßnahmen einzuleiten.

Quelle: mit Material der dpa

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