Ungenutzte Energie: So soll Starkwind-Strom endlich auch ins Netz

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Der Winter naht und die Gaspreise steigen. Forschende aus Kiel haben jedoch schon länger einen Lösungsansatz entwickelt, um Gas und Heizöl einzusparen. Dafür müssten wir nur die Energie aus Windkraft besser nutzen.

Erneuerbare Energien werden nicht nur angesichts der Klimakrise, sondern auch wegen der Preissteigerungen durch Ukraine-Krieg und weitere Faktoren immer wichtiger. Doch auch wenn es in Deutschland schon einige Windkraftanlagen gibt – wirklich effizient nutzen wir diese nicht. Allein in Schleswig-Holstein gehen laut dem NDR jedes Jahr etwa 3,1 Milliarden Kilowattstunden Energie verloren. Das liegt daran, dass die Windräder an besonders stürmischen Tagen abgeschaltet werden.

Denn produzieren sie zu viel Strom, würden sie das Stromnetz überlasten. Dieses könnte dann zusammenbrechen. Forschende der Universität Kiel plädieren schon seit Jahren dafür, diese ungenutzte Windenergie zum Heizen zu nutzen. Dafür haben sie auch schon ein Konzept vorgelegt.

Mit Energie aus Windkraftanlagen günstig heizen

Laut den Kieler Wissenschaftler:innen könnten die Windräder auch an besonders windigen Tagen einfach weiterlaufen. Der so produzierte Strom könnte für elektrische Heizungen verwendet werden. Damit das Stromnetz nicht zusammenbricht, könnten die Stadtwerke den überschüssigen Strom dabei preiswert an private Haushalte oder ganze Kommunen abfließen lassen.

Das spart Energie aus fossilen Brennstoffen ein und ermöglicht es Verbraucher:innen leicht Kosten einzusparen. Dafür müssten Heizungen allerdings mit strombetriebenen Wärmestäben ausgestattet werden.

Laut einem weiteren NDR-Artikel könnten wir auf diese Weise Energie im Wert von bis zu einer halben Milliarde Euro nutzen. Schalten wir die Windanlagen jedoch weiterhin bei starkem Wind aus, geht diese nützliche und kostbare Energie ungenutzt verloren.

Woran scheitert die Umsetzung?

Das Konzept, um Windkraft besser nutzen zu können, liegt schon seit etwa zehn Jahren auf dem Tisch.
Das Konzept, um Windkraft besser nutzen zu können, liegt schon seit etwa zehn Jahren auf dem Tisch. (Foto: CC0 / Pixabay / Boke9a)

Die Kieler Wissenschaftler:innen betonen, dass ihr Konzept schon seit etwa zehn Jahren vorliegt. Nur wurde es bislang kaum beachtet. Nun tut sich angesichts der anhaltenden Energiekrise doch etwas: So sei der Energieminister Tobias Goldschmidt der Grünen Partei schon länger mit der Bundesregierung im Gespräch über das Konzept. Auch Politiker:innen der SPD und FDP drängen laut NDR zu einer schnelleren Umsetzung.

Diese scheint jedoch bislang nicht in Aussicht zu sein. So will das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zunächst daran arbeiten das Stromnetz auszubauen. Nach Angaben des NDR könne dies jedoch noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

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