Wählscheibe statt Bildschirm: Neues Handy ist zurück in der Zukunft

Wählscheibe statt Bildschirm: Dieses Handy ist zurück in die Zukunft
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - 526663

Manche Menschen bauen sich einen Tisch selber, weil sie keinen finden, der ihnen gefällt oder nähen ihre eigenen Vorhänge. Eine Frau aus dem US-Bundesstaat New York geht da deutlich weiter: Sie baute ihr eigenes Handy, weil sie genervt war von den Smartphones am Markt. Ihr Handy ist jedoch sehr speziell.

Die Wissenschaftlerin Justine Haupt vom Brookhaven National Laboratory im US-Bundesstaat New York entwickelt in ihrer Arbeitszeit Forschungsinstrumente und versucht die dunkle Energie im Universum zu verstehen. Als Ausgleich baut sie Roboter, tüftelt an einem selbstfahrenden Elektroauto, weil sie genervt von Tesla ist, und hat ein eigenes Handy entwickelt.

„Idealhandy“ ohne Bildschirm, dafür mit Wählscheibe

Auch moderne Smartphones gefielen Haupt nicht, sie hätten zu viele Apps, Menüs und Untermenüs, wie sie gegenüber dem Spiegel erzählte. Zudem sei sie kein Fan von Touchscreens und auch nicht von dem Design. Sie fände moderne Telefone hässlich, diese hätten die Form eines flachen Ziegels. Also baute die Amerikanerin ihr „Idealhandy“. Dafür sammelte sie unter anderem alte Telefon-Wählscheiben.

Nach Monaten der Entwicklung hatte Haupt ein funktionierendes Handy. Es hat einen Schalter, um das Gerät an- und auszumachen und eine Antenne am Gerät, die für guten Empfang sorgt. Bei Smartphones sind Antennen aufgrund der Ästhetik im Gehäuse eingebaut. Das von Haupt designte Handy hat eine echte Klingel, zwei Kurzwahltasten und eben eine Wahlscheibe. Zudem ist es LTE-kompatibel und der Akku soll etwa einen Tag halten.

Sowohl in den Kurzwahltasten als auch in den Ziffern der Wählscheibe sind Nummern eingespeichert. Man kann aber auch ganz altmodisch eine Nummer wählen.

Kein Patent auf das Handy

Obwohl Kolleg:innen, Familie und Freund:innen geraten haben ihr Handy zu patentieren, entschied sich Haupt dagegen. Patente behindern ihrer Meinung nach den Fortschritt. Man behalte dadurch das Wissen erst einmal für sich. In ihren Augen sei es viel besser, eine Idee zu veröffentlichen und nach dem Open-Source-Prinzip zu handeln. Nur so könnte man auf die Hilfe anderer Menschen bauen.

Daher bietet sie alle Anleitungen zur freien Verfügung an, damit man ihr Handy nachbauen, es ändern oder verbessern kann. Mit ihrer kleinen Firma „Sky’s Edge, open source technology“ hat sie in naher Zukunft vor, ihr Handy als Bausatz zu verkaufen.

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