Studie: Wir essen mit jeder Mahlzeit mehr als 100 Plastikteile

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Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Nudeln, Käsebrot oder Suppe – mit jeder Mahlzeit nehmen wir einer aktuellen Studie zufolge mehr als 100 winzige Plastik-Partikel zu uns. Das Plastik steckt allerdings nicht in den Nahrungsmitteln an sich, sondern gelangt über die Luft auf unser Essen.

Plastik wird zu einer immer größeren Gefahr für die Umwelt und unsere Gesundheit. Vor allem in den Meeren ist Plastikmüll ein Problem, Fische und Meerestiere sind oft mit Mikroplastik belastet. Wie Wissenschaftler der Heriot Watt Universität in Edinburgh nun herausfanden, nehmen aber auch wir täglich Plastik auf – über unsere Mahlzeiten.

Bis zu 68,415 winzige Plastikfasern nehme eine durchschnittliche Person jedes Jahr beim Essen zu sich, berechneten die Forscher. Die Fasern seien potenziell gefährlich.

Plastik-Partikel aus Staub in der Luft

Die winzigen Plastikteile gelangen demnach über die Luft und Staub auf die Teller. Dies wiesen die Wissenschaftler mithilfe von Petrischalen nach: Sie platzierten Petrischalen mit einer klebrigen Oberfläche in drei verschiedenen Haushalten. Die Schalen wurden während der Mahlzeiten auf dem jeweiligen Esstisch aufgestellt.

Nach den Mahlzeiten, die etwa 20 Minuten dauerten, analysierten die Wissenschaftler die Schalen. Sie fanden bis zu 14 Plastikteile in einer Schale. Auf einem Teller durchschnittlicher Größe müssten bis zu 114 Partikel finden sein, errechneten die Experten.

Plastik aus Kleidung und Möbeln

Mikroplastik
Mikroplastik: Mikroskopisch kleine Plastikteilchen (Foto: 5Gyres / Oregon State University unter CC BY-SA 2.0)

„Wir wissen nicht, woher diese Fasern kommen“, erklärt Dr. Ted Henry, der führende Autor der Studie. „Aber es ist wahrscheinlich, dass sie aus dem Zuhause und der größeren Umgebung stammen.“

Mögliche Quellen im Haushalt für Mikroplastik gibt es viele – beispielsweise Kleidung und Textilien aus synthetischen Fasern oder Polstermöbel und Teppiche mit Kunststoff-Anteilen. Auch Abrieb von Autoreifen landet als Mikroplastik in der Luft, erklärt Julian Kirby von der Umweltschutzorganisation „Friends of the Earth“.

Die Studie geht davon aus, dass wir die Plastikteile aus Staub und der Luft nicht nur mit der Nahrung aufnehmen, sondern auch einatmen. Welchen Effekt das auf unsere Gesundheit hat, lässt sich noch nicht abschätzen. Bislang fehlen wissenschaftliche Untersuchungen zu Auswirkungen von Mikroplastik auf Menschen.

Tipps gegen Mikroplastik

Wer sich vor den winzigen Plastik-Partikeln schützen will, kann nur versuchen, die eigene Umgebung möglichst plastikfrei zu gestalten. Das bedeutet:

  • Bei Kleidung und Textilien möglichst auf Kunstfaser-Gewebe verzichten und Produkte aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Hanf, Wolle, Seide etc. verwenden.
  • Gleiches gilt für Teppiche, Vorhänge oder Möbel wie Sofas oder Sessel.
  • Verwende außerdem keine Putztücher aus Mikrofasern.

Aus den Textilien können sich winzige Plastikfasern herauslösen – Kunstfaser-Kleidung gilt bereits als eine der wichtigsten Quellen von Mikroplastik in den Gewässern.

Mehr Tipps gegen Mikroplastik:

Details zur Untersuchung: Studie zu Mikroplastik in Mahlzeiten (veröffentlicht im Fachjournal „Environmental Pollution“)

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