Alternative Hochzeitskleider – und wo du sie bekommst

CC0 / Unsplash.com / Konstantin Kopachinsky

Der schönste Tag im Leben heißt für viele: das schönste Kleid im Leben. Doch wo, wie und woraus werden die Traumkleider gefertigt? Wir bringen Licht ins Dunkel stellen dir sechs Marken vor, die deinen Traum in Weiß in einen Traum in Grün verwandeln …

Ob fließende A-Linie mit zarter Spitze, glamouröse Prinzessin mit Tüll und Glitzer oder sexy ‚Fit & Flare‘ mit raffinierten Stickereien – der Anblick glamouröser Brautroben lässt viele Herzen höher schlagen. Wenn man allerdings hinter die Kulissen blickt, kann die Stimmung schnell kippen. Denn nicht selten sind die Traumkleider ‚made in China‘, und das bedeutet oft: fragwürdige Produktionsbedingungen und lange Transportwege, Chemikalien in der Herstellung sowie Stoffe, die die Tier- und Umwelt belasten.

Woran du bessere Hochzeitskleider erkennst

Wer das nicht möchte, kann beispielsweise nach einem Secondhand-Brautkleid Ausschau halten oder sich das Kleid für den großen Tag lediglich leihen. Oder du begibst dich auf die Suche nach einem alternativen Hochzeitskleid, in Bio-Qualität.

Diese fünf Punkte helfen dir, nachhaltigere Brautmode zu erkennen und von konventionellen Herstellern zu unterscheiden:

  1. Siegel: GOTS (Global Organic Textile Standard) setzt einen Mindeststandard für Naturtextilien und faire Bedingungen fest; IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft) fordert zu 100 % biologisch erzeugte Naturfasern.
  2. Produktion: Kleider und Stoffe werden für kurze Produktionswege in Deutschland und/oder Europa und unter fairen Bedingungen hergestellt.
  3. Stoffe: Das Atelier verwendet Fair-Trade-Stoffe in Bio-Qualität, umweltverträgliche Farben und recycelte oder vegane Materialien. Vegane Materialien? Ja, für echte Seide verlieren Seidenspinner zum Beispiel ihr Leben.
  4. Designs: Zweiteiler lassen sich später mit anderen Kleidungsstücken kombinieren, oder Kleider sind so geschnitten, dass man sie eingefärbt auch nach dem großen Tag noch gut in Szene setzen kann.
  5. Keine Überproduktion: Die Kleider werden erst auf Bestellung genäht, und Stoffreste beispielsweise für Fliegen für den Bräutigam, Ringkissen oder Haarbänder wiederverwendet.

Natürlich wären wir aber nicht wir, wenn wir dir nicht ein wenig Recherche zu nachhaltigen Labels abgenommen hätten. Hier eine Auswahl einiger besonders sehenswerter Marken für nachhaltige Brautmode.

therese&luise

Therese-&-Luise-Brautkleid
Zweiteiler Ina: Rock aus recyceltem PET, Top aus französischer Spitze (Bild: Christian Böhm)

Seit 2011 erfüllt therese&luise Mädchenträume so nachhaltig wie möglich. Aus Eco-Stoffen wie Peace-Seide und GOTS-zertifizierten Knöpfen entstehen im eigenen Atelier in Wasserburg am Inn oder anderen Betrieben in Bayern kreative Kleider (inklusive Curvy-Modelle), die nicht nur dem*der Zukünftigen den Atem rauben werden.

kisui

Kisui-Brautkleid
Modell Lotta Rosie: vegan, aufwendig designt mit durchgehenden Laser-Cut-Blüten (Foto: Kisui)

„It’s all about love … and the right dress.“ Das Berliner Label kisui lebt diesen Leitspruch, denn Kerstin Karges wurde die Liebe zum Schneidern in die Wiege gelegt. Bereits ihre Urgroßmutter und Großmutter waren Schneidermeisterinnen, und nach Design-Erfahrungen bei Alexander McQueen, Martin Sitbon und Bernhard Willhelm eröffnete Kerstin 2007 ihr eigenes Label. Mit veganen Materialien aus Europa wie Peace-Seide und einer Produktion ausschließlich in Deutschland sammeln die raffinierten Designs gehörig Nachhaltigkeitspunkte.

elementar

Elementar-Brautkleid
Modell Mura: Französische Baumwollspitze, Chiffonrock und Futter aus Bio-Baumwollsatin; Modell Suki (Curvy): Baumwoll-Häkelspitze aus Österreich, Tüll, Futter aus Bio-Baumwolle (Fotos: Andreas Joachim Lins (links), Diana Frohmüller (rechts))

Nachhaltig entworfen. Ökologisch hergestellt. Vegan. Das sind die ersten Überschriften auf der Homepage des Hannover Labels ‚elementar by Rike Winterberg‘, und sie sind keine leeren Versprechungen. Die Designs werden nur auf Bestellung in Deutschland gefertigt, die Stoffe bezieht das Unternehmen aus dem Inland oder Europa. Dabei im Fokus: IVN-Zertifizierungen, Bio-Qualität und vegane sowie recycelte Materialien.

Bereits 2012 entstand so die erste vollständig nachhaltige Kollektion (bio und vegan), und seit 2020 werden sogar nachhaltig zertifizierte Brennesselfasern verarbeitet. Chapeau!

noni

Noni-Brautkleid
Zweiteiler Dahlia: Hosenrock mit Chiffon-Hosenrock und Crop-Top mit transparenter Botanikspitze (Bild: Noni)

„Noni“ bedeutet „wunderschön“ – zumindest in der Geheimsprache, die die Gründerinnen Johanne und Judith als Kinder erfunden haben. In ihrem Kölner Atelier werden die Kleider von Schneider*innen und Azubis gefertigt, wobei immer mehr Bio-Materialien wie GOTS-zertifizierte Baumwolle oder vegane Stoffe aus Europa zum Einsatz kommen.

Ob Boho-Chic oder Vintage-Traum, Hochzeitskleider für Schwangere oder Curvy-Modelle – hier findet jede Braut ihr Traumkleid (inklusive Accessoires).

Kleider machen Bräute

Kleider-machen-Braeute
2-in-1-Design H. Brugger: Abnehmbares Top aus französischer Spitze, Chiffon aus recyceltem Polyester, Futter aus Tencel (Eukalyptusfaser) (Bilder: Kleider machen Bräute)

Der Name ist Programm, denn die Kleider dieses Nürnberger Ateliers (seit November auch in München) lassen Bräute strahlen. Ihre Nachhaltigkeitsstrategie: Mit „Etwas Altes“ bieten ‚Kleider machen Bräute‘ Secondhand-Brautmode, mit „Etwas Neues” designen sie wundervolle Kleider aus nachhaltigen Stoffen wie recyceltem Polyester, Chiffon aus alten PET-Flaschen oder Tencel aus Eukalyptusfasern.

klein paris studio

Klein-Paris-Studio-Brautkleid
Zweiteiler: Oberteil CALLUNA aus Bio-Spitze, Chiffonrock PAEONIA aus Peace-Seide (Foto: Karin Furter )

So wie „made in Germany“ steht auch „made (with love) in Switzerland“ für hochwertiges Handwerk. Bestes Beispiel im Bereich nachhaltiger Hochzeitskleider: die Designs von Nadine Willi und ihrem Schweizer Label ‚klein paris studio‘. Die Kleider bestehen ausschließlich aus Naturmaterialien wie Peace-Silk oder Bio-Baumwolle, wodurch sie am Tag kühlen und am Abend wärmen. Ob kurz, lang, Spitzentraum oder Seideneleganz – Nadines Designs verzaubern in jedem Stil.

All diese Labels und Designs sind beeindruckende Beispiele dafür, dass Eco-Brautkleider ihren herkömmlichen Pendants in Sachen Look nichts nachstehen. Großes Plus: Sie fühlen sich nicht nur auf der Haut gut an, sondern auch im Herzen!

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