Apple schweigt über Umweltverschmutzung und Gift

iPhone 4 von John.Karakatsanis unter CC-BY-SA

Nachricht des Tages: Heute über den iPhone- und iPad-Hersteller, dessen Produkte vielleicht nur nach außen glänzen.

Dass zahlreiche IT-Produkte internationaler Hersteller in Asien produziert werden, ist kein Geheimnis. Dass IT-Produkte umweltproblematisch sind, auch nicht. Wie umwelt- und menschenfeindlich Apple handelt, schon!

Wie der Guardian berichtet, haben Chinas führende Umweltorganisationen die Spuren untersucht, die die Produktionsketten von 29 großen IT-Unternehmen in ihrem Land hinterlassen. Niemand gab sich so schweigsam wie der iPad-Hersteller, von Transparenz keine Spur. Vermutlich mit gutem Grund: Chinas Umweltaktivisten werfen Apple massive Umweltverschmutzung und die Vergiftung von Arbeitern vor.
Erst im Mai dieses Jahres war Apples Zurückhaltung heftig kritisiert worden, als mindestens 62 Arbeiter durch das Einatmen von Hexan erkrankten. Die Chemikalie wird zur Reinigung von Touchscreens verwendet.

Anwenderfreundlich, qualitativ hochwertig, Trendsetter im Design, Kult – über dieses Image darf sich Apple schon seit einiger Zeit erfreuen.  Ein verantwortungsvoller Umgang mit  Menschen, Umwelt und Produkten hat in der Philosophie dieses so modernen Unternehmens dagegen scheinbar keinen Platz. Unvorbildlich, unzeitgemäß, bedauernswert!

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(17) Kommentare

  1. Mann o mann, guter Film! Danke für den Link! Das erinnert mich an „Heart of darkness“ von Joseph Konrad… da sagt man immer, wir würden heute im Postkolonialismus leben…

  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Apple#Umweltschutz_und_Arbeitsbedingungen

    Zu Apple schreibt Wikipedia im Abschnitt „Umweltschutz und Arbeitsbedingungen“:

    „Die Elektronik- und PC-Industrie steht allgemein im Ruf, bei der Auftragsfertigung die arbeitsrechtlichen und gesundheitlichen Belange der Belegschaft sowie Belange des Umweltschutzes nicht hinreichend zu berücksichtigen.

    Apple lässt seine Produkte vorwiegend in Asien fertigen. Die Auftragsfertigung hat Apple der taiwanesischen Aktiengesellschaft Foxconn übertragen, die in der chinesischen Sonderwirtschaftszone in Shenzhen nahe Hongkong produzieren lässt. Shenzhen wird mit der größten Elektronikfabrik der Welt als iPod-City bezeichnet. Foxconn ist im Jahr 2006 in den Medien aufgrund unmenschlicher Arbeitsbedingungen kritisiert worden. Der Auftraggeber Apple hat zwischenzeitlich Defizite eingeräumt und zugleich auf den herstellereigenen Apple Supplier Code of Conduct verwiesen.Nach Apples eigenen Untersuchungen seien keine Verstöße gegen den Verhaltenskodex festgestellt worden, jedoch fanden sich bei Foxconn Verletzungen gegen den Supplier Code of Conduct. Die Mitarbeiter bei Foxconn hätten den Medienberichten zufolge monatlich jeweils rund 80 Überstunden geleistet und teilweise mit knapp 50 Euro pro Monat weniger als im Mindestlohn-Gesetz vorgeschrieben verdient. Foxconn hatte zunächst wegen der Vorwürfe Schadenersatzforderungen gegen zwei Journalisten in China geltend gemacht, diese letztlich aber wieder zurückgezogen. Apple hat nach eigenem Bekunden Verité verpflichtet, für die Einhaltung sicherer, fairer und legaler Arbeitsplatzbedingungen Sorge zu tragen. Außerdem hat sich Apple der Electronic Industry Code of Conduct (EICC) Implementation Group angeschlossen, die bereits Standards für die Industrie erarbeitet hat und Quellen zur Evaluierung der Auftragsfertiger anbietet.

    Im Bereich des Umweltschutzes sieht sich Apple Vorwürfen zum Beispiel von Greenpeace und der Silicon Valley Toxics Coalition (SVTC) ausgesetzt. Nicht alle diese Vorwürfe scheinen gerechtfertigt zu sein. Insoweit sie substantiiert sind, betreffen sie mehr die gesamte Industrie als das Unternehmen Apple allein. Kritiker weisen zudem auf methodische Mängel des vergleichenden Rankings von Greenpeace hin, bei dem zum Beispiel die durchschnittliche Nutzungsdauer der Produkte nicht berücksichtigt wird. Steve Jobs hat als Reaktion auf die Vorwürfe von Greenpeace im Mai 2007 angekündigt, Apple führend im Bereich des Umweltschutzes machen zu wollen. In seinem Text A Greener Apple führt Jobs bereits erreichte Erfolge auf und kündigt weitere Maßnahmen für den Umweltschutz an.

    Apple begann 2008 sein Versprechen in die Tat umzusetzen. Das im Januar 2008 vorgestellte MacBook Air war das erste Produkt von Apple, das konsequent die Verwendung von giftigen Materialien drastisch reduzierte. Weitere Apple-Produkte folgten im Laufe des Jahres diesem Beispiel. 2009 erschien zur MacWorld Expo in San Francisco das 17 Zoll MacBook Pro mit einer längeren Batterielaufzeit. Die gesamte MacBook-Familie erfüllt die Energy Star 4.0-Umweltauflagen, wobei keine bromhaltigen Flammschutzmittel enthalten sind und nur PVC-freie Kabel und Komponenten verwendet werden. Der Akku des MacBook Pro 17 Zoll liefert wegen seines verlängerten Lebenszyklus einen zusätzlichen Beitrag zur Umweltverträglichkeit, wodurch weniger verbrauchte Akkus und damit weniger Abfall resultieren. Ein verbrauchter Akku kann für 179 Euro ausgetauscht werden. Dies beinhaltet die Installation sowie die Entsorgung des alten Teils.“

    Noch einmal der Link (s. auch oben):
    http://de.wikipedia.org/wiki/Apple#Umweltschutz_und_Arbeitsbedingungen

  3. Auch (?) die Plattform trehugger.com ist schizophren:

    Erst gibt es einen Artikel zum großen ökologischen und sozialen Fußabdruck des iPhone: http://www.treehugger.com/files/2011/04/how-green-is-the-iphone-infographic-explains.php

    Direkt darunter gibt es Werbung für eine neue Applikation für eben jenes iPhone, die in Kooperation mit treehugger entstanden ist und mit der man dann diesen Artikel lesen kann…
    http://www.treehugger.com/files/2010/03/treehugger-has-an-iphone-app-woot.php

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