Bio-Bier: Diese 9 Marken solltest du kennen

Foto: Neumarkter Lammsbräu/Riedenburger/Forsthaus Templin/Pinkus Müller/Rother Bräu

Findest du, das Bier der großen Brauereien schmeckt sich immer ähnlicher? Vielleicht wäre Bio-Bier mal eine echte Alternative für dich! Bei folgenden Marken kommt nur reine Natur ins Glas – und ein unverwechselbarer Geschmack.

Nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser gehören ins Bier. So will es das Reinheitsgebot. Vorgeschrieben ist hier aber nicht, wie die Rohstoffe verarbeitet oder welcher Dünge- und Pflanzenschutzmittel auf den Feldern versprüht werden.

Wer auch hier Sicherheit und Transparenz möchte, trinkt besser Bio-Bier, denn Bio ist gesünder. In Deutschland gibt es bislang erst wenige Brauereien, die ausschließlich Bio-Bier brauen und überregional verkaufen. Hier die wichtigsten:

Neumarkter Lammsbräu: Regional und nachhaltig

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Der „Ur-Stoff“ ist auf Platz 1 der Utopia Bestenliste.

Das Brauhaus Lammsbräu ist weltweit Vorreiter und Vorbild für die biologische Bierherstellung. Die hohen Ansprüche an Qualität und Nachhaltigkeit finden sich im „ökologischen Reinheitsgebot“ der Brauerei wieder.

Lammsbräu bezieht praktisch alle Rohstoffe aus regionalem Anbau. Im Gegensatz zu den meisten Brauereien stellt Lammsbräu sogar das Malz selbst her. Das Wasser kommt aus der eigenen Mineralquelle, der Hopfen aus dem Hersbrucker Land unweit von Neumarkt. Die Auswahl bei Lammsbräu ist erfreulich groß und enthält alle gängigen deutschen Biersorten, vom Dinkelbier über Pils bis zum dunklen Weizen. Sogar glutenfreies Bier gibt es.

Riedenburger: Bio-Bier mal ganz anders

Riedenburger 5-Korn-Bier
Riedenburger 5-Korn-Bier (Foto: Riedenburger)

Riedenburger ist in vielerlei Hinsicht eine ungewöhnliche Brauerei. Sie verwendet nicht nur ausschließlich Rohstoffe aus biologischem Anbau, sondern verwendet zum Brauen auch alte Getreidesorten wie Einkorn und Emmer.

Neben den klassischen Biersorten wie Weizen oder Pils stellt Riedenburger auch allerlei exotischere Biere her. Dazu gehört zum Beispiel ein Indian Pale Ale, das Riedenburger 5-Korn Urbier oder das Dolden Dark Porter. 

  • Biere im Angebot: Helles Weizen, Hirsebier, Ur-Helles, Pilsner, Weizendoppelbock, Dinkel-Malz, alkoholfrei
  • Verfügbarkeit: Bio- und Getränkemärkte, Onlineshop
  • Info: riedenburger.de

Braumanufaktur Forsthaus Templin: Besonders schonend zubereitet

In Brandenburg und Berlin gibt es nur eine einzige Bio-Brauerei: die Braumanufaktur. Das war nicht immer so, denn lange gärte es dort rein konventionell. Seit 2007 braut man aber in Bio-Qualität, und zwar in gehobener: Die Braumanufaktur gehört zu Naturland, deren ökologische Standards strenger sind als die des normalen Bio-Siegels.

Die Braumanufaktur bietet etliche Bierspezialitäten, zum Beispiel die „Potsdamer Stange“, eine regionale Spezialität mit etwa 200 Jahren Tradition.

Die Potsdamer Bierbrauer verzichten auf Filtrierung: Ihre Biere enthalten daher noch wertvolle Hefe-Bestandteile wie Spurenelemente und Vitamine. Es zeichnet sich außerdem durch seine lange, kalte Gärung und Reifezeit aus. Je nach Behandlung der jeweiligen Sorte sind die Biere 14 Tage bis 3 Monate haltbar.

Braumanufaktur Forsthaus Templin Stange
Die Potsdamer Stange ist eine regionale Spezialität, die es auch in Bio gibt. (Foto: © Braumanufaktur Forsthaus Templin)
  • Biere im Angebot: Helles, Dunkles, Weizen, Weißes
  • Verfügbarkeit: 25 km rund um (Potsdam), ab 40 Kästen bundesweit; bei Bio-Company, Basic, Allnatura und in LPG-Läden
  • Info: braumanufaktur.de

Pinkus Müller: Das Bio-Bier des Westens

Pinkus Müller Pils
Pinkus Müller: Das Bio-Bier des Westens (Foto: © Pinkus Müller )

Pinkus Müller ist zugleich ein berühmtes Gasthaus und eine Brauerei in Münster. Pinkus verkauft insgesamt zehn verschiedene Biersorten. Als besondere Spezialität gilt das Pinkus Original Alt. Für experimentierfreudige Biertrinker könnte das Pinkus Honig Malz eine Empfehlung wert sein. Müller’s Lagerbier trägt als weltweit erstes Bio-Bier das Demeter-Zeichen. Zu kaufen gibt es das Bio-Bier von Pinkus in einer Reihe von Bio- und Getränkemärkten, vor allem im Nordwesten Deutschlands.

  • Biere im Angebot: Lagerbier, Special, Pils, Weizen, Alkoholfrei
  • Verfügbarkeit: Bio- und Getränkemärkte im Nordwesten Deutschlands; bei großen Lieferanten wie z. B.: lieferello.de
  • Info: pinkus.de

Rother Bräu: Bio seit 1989

Rother Bräu Öko Urtrunk
Der Urtrunk von Rother Bräu ist eines der ersten deutschen Bio-Biere (Foto: © Rother Bräu)

Die traditionsreiche Brauerei Rother Bräu aus der Rhön stellt nicht ausschließlich Bio-Bier her. Mit über 25 Jahren Erfahrung im biologischen Brauen gehört sie wie Lammsbräu dennoch zu den Wegbereitern des deutschen Bio-Biers.

Mit dem Bio-Weizen, dem Bio-Kellerbier und dem Bio-Pils bietet Rother Bräu ein paar leckere Alternativen zu den Massenprodukten der großen Marken. Wer gern mal ein etwas unkonventionelleres und trotzdem bodenständiges Getränk probieren möchte, sollte sich vielleicht mal am Öko Bier & Apfel versuchen – einer Mischung aus Bio-Kellerbier und Bio-Apfelsaft aus der Rhön.

Decker Bier: Die starken Newcomer

Decker wurde im Jahr 2014 gegründet. Es ist keine gewöhnliche Brauerei, sondern ein Netzwerk aus mehreren Kleinbrauereien, die sich Betriebsmittel, Infrastruktur und Know-how der lokalen Bierkunst teilen. Decker verwendet ausschließlich natürliche Zutaten, die fast alle aus der Region stammen, etwa Hopfen vom Bodensee.

Die Brauereien verzichten ganz bewusst auf chemische Zusätze, wie zum Beispiel Pasteurisation, Filtration oder Färbemittel. Die Biere werden nicht durch industrielle Methoden haltbar gemacht. Das alles soll dem natürlichen Geschmack dienen, verspricht Decker.

Decker hat einige besondere Spezialitäten im Angebot, etwa das Chocolate Malt Porter „ El Hobo“, das vollundige Röstaromen von Schokolade und Kaffee und einem Hauch von Lakritze verspricht.

Haderner Bräu: Gscheid’s Bio-Bier aus Minga

Haderner Bräu braut sein Bier zwar in kleinen Mengen, aber dafür traditionell und handwerklich.

In das „flüssige Brot“ kommen nur rein biologische Zutaten und Rohstoffe aus Bayern und der Region. Das Familienunternehmen betreibt die erste Bio-zertifizierte Brauerei in München und ist sehr stolz auf ihre bayrischen, süffigen und authentischen Biere.

Weil sie eben so frisch, unbehandelt und unfiltriert sind, haben die Biere eine kürzere Haltbarkeit als andere ihrer Sorte.

Alsfelder: Regional und kein „Allerweltsbier“

Die Brauerei Alsfeld besteht seit 1858 und fühlt sich sehr verbunden mit ihrer mittelalterlichen Stadt, ihrer Kultur, den Einwohnern und der großen Brautradition. Die Alsfelder Bierbrauer lassen sich noch Zeit, um beim Brauen den besten Geschmack und Charakter aus den Bieren heraus zu holen, und steuern den Brauvorgang noch weitgehend von Hand.

1993 beschlossen die Alsfelder Braumeister Bier nachhaltig und ökologisch zu brauen. Obwohl das in Deutschland festgelegte Reihnheitsgebot von 1516 für alle Brauereien verbindlich ist, möchte sich die Brauerei noch intensiver mit dem Thema beschäftigen.

Es wird streng auf den Verzicht von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln, sowie Gentechnik geachtet. Die Rohstofflieferanten haben die strengen ökologischen Anforderungen einzuhalten und zu beachten.

Das verwendete Wasser stammt aus dem brauereieigenen Brunnen, gebraut wird in der Vogelsberger Landbrauerei in Lauterbach.

Glossner: Tradition in 14. Generation

Die unabhängige Privatbrauerei Glossner wird seit 1574 geführt. Die Brauerei verwendet für ihre Bio-Biere ausschließlich Rohstoffe von Landwirten aus der Region.

Ihr Hopfen stammt aus den Anbaugebieten von Spalt, Hersbruck und der Hallertau. Das Bier wird schon immer mit klassischer Gärung und kalter Reifung gebraut. Glossner verzichtet ganz bewusst auf die Verwendung von Druck und Wärme, die den Gärungsprozess normalerweise beschleunigen sollen.

Es werden außerdem wirtschaftliche, ökologische und ethische Grundsätze beachtet.

Redaktionelle Mitarbeit: Rudi Krux

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(8) Kommentare

  1. Nichts gegen Eure 5 Biere/Marken, aber es gibt doch Biobiere welche geschmacklich in ganz anderen Ligen spielen. Mein langjähriger Favorit, der auch viel Abwechslung bietet: Störtebeker! …und das schreibt ein Bierliebhaber aus dem Bierland Franken 😉

  2. Mein erstes „Bio“ Bier hatte ich aus dem u.g. Lotos, das waren 1 Ltr. Pfandflaschen mit Bügelverschluß. Gibt es heute noch online bei der Brauerei zu bestellen, leider haben sich die Preise vervielfacht. 🙁

    Wer nach Nürnberg kommt, unbedingt mal reinschauen, im Lotos kann man mittags vegan essen. Die Altstadthof Brauerei bietet regionale Küche, mit Bierküche d.h. mit Bier zubereitete Speisen.
    http://www.hausbrauerei-altstadthof.de
    http://www.naturkostladen-lotos.de/

    Bier kaufe ich gerne in einer örtlichen Brauerei, normale Sorten, die bieten auch Craft-/Gourmet Sorten, da kostet der Liter bis zu 15 Euro. Ohne Bio Zertifikat. Klar ist was Besonderes, schmeckt, kann man verschenken, für jeden Tag … sollte es sowieso was Anderes sein als Bier.

  3. Ruppaner aus Konstanz fehlt eindeutig in dieser Liste. Diese Brauerei hat ein naturtrübes Bio – Pils – das „Schimmele“ und ein Bio – Märzen.

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