Faire Bademode: Empfehlenswerte Labels für bessere Badesachen

Foto: © Inaska, Woodlike

Aus recycelten Fischernetzen oder handgemacht von Berliner Näherinnen: Faire Bademode fristet längst kein Schattendasein mehr. Immer mehr Labels produzieren nachhaltige Bikinis, Badeanzüge und Badehosen – und die sehen richtig gut aus.

Noch bis vor ein paar Jahren war faire Bademode ein Nischenthema, mit dem sich nur wenige Hersteller beschäftigten. Mittlerweile ist die Vielfalt an nachhaltigen Bikinis, Badeanzügen und Badehosen so groß, dass man wirklich Schwierigkeiten hat, sich für ein Modell zu entscheiden. Denn auch das ist ein Gedanke von fairer Bademode: Nicht mehr zehn billige Teile in der Schublade horten, sondern das eine Modell finden, das lange hält und gefällt.

Vor allem in Australien und den USA scheinen nachhaltige Badelabels zur Norm geworden zu sein – hier findet man sie buchstäblich wie Sand am Meer. Da es uns aber nicht sonderlich nachhaltig erscheint, Bademode per Air Post zu bestellen, findest du hier mehrheitlich Marken, die in Europa produzieren.

Nachhaltige Bikinis und Badeanzüge 2020: Mymarini

Die nachhaltigen Bikinis und Badeanzüge des Hamburger Labels Mymarini sind schön schlicht und zeitlos designed und können auch wegen des stabilen Materials besonders lange getragen werden. Doch damit nicht genug, Gründerin Mareen Burk hat sich eine weitere Besonderheit einfallen lassen: Die Modelle kann man wenden – und so hat man quasi gleich zwei Bikinis im Schrank hängen.

Mymarini entwirft die Bikinis und Badeanzüge in Hamburg, genäht wird in Kroatien. So bleibt die Lieferketten relativ kurz und übersichtlich. Das verwendete Material kommt aus Italien: Alle Modelle bestehen aus Econyl – eine Faser aus recyceltem Plastikmüll, der aus unseren Meeren gefischt wird. Sie sind zudem Öko-Tex Standard 100 und mit dem Global Recycle Standard (GRS) zertifiziert.

Tops ab 50 Euro, Pants ab 70 Euro, Badeanzüge ab 180 Euro. 

Erhältlich**: online u.a. im Avocadostore oder im Online-Shop des Labels. Breuninger

Nachhaltige Bademode: Bessere Bikinis, Badeanzüge 2018
Kann man von beiden Seiten tragen: Bademode von Mymarini. (Foto: © Mymarini)
Die Bademode von Frija Omina entsteht in einer Berliner Manufaktur. (Foto: Frija Omina)

Bademode 2020 für Damen: Frija Omina

Das Berliner Label Frija Omina fertigt seine Unterwäsche, Bademode und Streetwear in kleiner Auflage in der eigenen Schneiderei auf dem Land, in Brandenburg hat das Label einen alten Hof zur Manufaktur ausgebaut. Hier wird selbst gefertigt: von der Idee über das anfertigen bis zum versenden passiert alles unter einem Dach. 

Die Modelle bestehen aus recyceltem Nylon aber auch aus Bio-Baumwolle. Dabei trocknen die Naturfaser-Bikinis zwar langsamer als gewöhnliche Polyester-Bikinis, dafür trägt man aber auch weniger Chemie auf der Haut.

Das für die Bademode verwendete recycelte Nylon wird größtenteils aus alten Fischernetzen wiedergewonnen. Produziert wird mit Ökostrom und möglichst ohne Verschwendung: Stoffverschnitte werden nicht weggeschmissen, sondern als Füllmaterial für Kissen verwendet.

Bikinihosen ab 39 Euro, Tops um die 75 Euro, Badeanzüge um die 100 Euro.

Erhältlich**: online u.a. im Avocadostore

(Foto: Bleed )

Bleed: nachhaltige Swimwear aus Econyl

Faire Bademode aus dem Meer für das Meer – auch das vegane Fair-Fashion-Label Bleed nutzt für seine Bademode die Recyclingfaser Econyl: Nylon, das aus alten Fischernetzen hergestellt wird, die entweder aus dem Meer gefischt oder Fischern abgekauft werden. Materialgewinnung, Verarbeitung und Produktion finden in Süd- und Osteuropa statt.

In der aktuellen Kollektion findet man nachhaltige Bikinis, einen Badeanzug, ein Top und Surfleggins – wobei man Leggins und Top auch zum Yoga oder Sport tragen kann. Und: Bei Bleed gibt es auch Badehosen und Boardshorts für Männer.

Oberteile und Hosen ab 45 Euro, Badeanzüge 80 Euro.

Erhältlich**: online u.a. im Avocadostore, bei Greenality oder Grundstoff

Nicht nur was fürs Wasser: die Bademode von Crystal Flow. (Foto: Crystal Flow )

Crystal Flow: sportliche Bademode für Damen

Auch das Münchner Label Crystal Flow verwendet die Recycling-Faser Econyl. Die Bikinis werden in München designed und in Serbien unter fairen Bedingungen gefertigt.

Die sportlichen Teile eignen sich besonders, wenn nichts verrutschen darf: zum Beispiel beim Schwimmen oder Surfen. Aber auch außerhalb des Wassers, kann man die faire Bademode von Crystal Flow gut tragen – zum Beispiel beim Yoga, Volleyball oder als Sport-BH.

Bikinihosen und -oberteile ab etwa 40 Euro.

Erhältlich: online u.a. im Avocadostore** oder im Onlineshop des Herstellers.

Nachhaltige Bademode: Bessere Bikinis, Badeanzüge 2018
Das Upcycling-Label Anekdot macht auch Bademode – aus Müll. (Foto: © Anekdot)

Upcycling-Bademode von Anekdot

Das Berliner Eco-Fashion-Label Anekdot macht seit 2015 Dessous und Bademode für Damen. Diese wird in Berlin fair und in Handarbeit produziert. Auch Stoffe und Design kommen aus der Hauptstadt.

Gründerin und Designerin Sofie Andersson lässt ihre Kollektion aus Materialien nähen, die woanders übrig bleiben: Sie besteht aus unverkäuflichen Warenbeständen, Reststücken, Überschüssen, Vintage-Teilen und ebenfalls aus dem Recycling-Material Econyl.

Das Upcycling spart Ressourcen und macht jedes Stück zu etwas Besonderem. Dabei vermeidet das Label nicht nur durch, sondern auch bei der Produktion Müll: in separaten Mülltonnen werden Stoffabfälle sortiert, damit später auch aus dem kleinsten Rest noch etwas sinnvolles wie Haarbänder oder Kissenfüllungen hergestellt werden kann.

Bikinislips ab 65, Tops ab 75 Euro, Badeanzüge um die 100 Euro. 

Erhältlich: online u.a. im Avocadostore** oder im eigenen Onlineshop

Faire Bademode von Woodlike Ocean. (Foto: Woodlike )

Woodlike Ocean: Bikinis und Badeanzüge für Frauen

Beim Hamburger Label Woodlike Ocean findet man Damen-Bademode für jeden Zweck: Hier gibts Badeanzüge, Sport-Bikinis, aber auch knappere Modelle, die viel Sonne an die Haut lassen (dabei solltest du allerdings auf ausreichend Sonnenschutz achten).

Auch Woodlike Ocean verwendet für seine faire Bademode die Recycling-Faser Econyl. Diese stammt aus Italien, wo das Label die nachhaltigen Bikinis und Badeanzüge auch produzieren lässt. So bleibt die Lieferkette überschaubar und umweltfreundlich.

Bikinihosen und -oberteile ab um die 70 Euro, Badeanzüge ab 170 Euro.

Erhältlich**: online u.a. im Avocadostore

Yoga und Surfen: Faire Bademode von Flying Love Birds

Die nachhaltigen Bikinis, Leggins und Shirts des süddeutschen Labels Flying Love Birds bestehen aus umweltfreundlichen Materialien wie Bio-Baumwolle, Lyocell, Modal und recycelter Kunstfaser und werden unter fairen Arbeitsbedingungen hauptsächlich in einer kleinen Manufaktur in der Nähe von Heilbronn produziert.

Flying Love Birds ist eigentlich ein Yoga-Label. Aber weil Yoga und Surfen irgendwie zusammen gehören und man zum Surfen Badekleidung braucht, macht das Label Yoga-Kleidung, die man auch im Wasser tragen kann.

Bikinihosen ab knapp 40 Euro, Oberteile ab knapp 50 Euro.

Erhältlich**:  online u.a. im Avocadostore oder im eigenen Onlineshop

Nachhaltige Bademode: Bessere Bikinis, Badeanzüge 2018
Fürs Yoga oder zum Surfen: Bademode von Flying Love Birds. (Foto: © Flying Lovebirds)
Faire Sportbikinis von Inaska.
Faire Sportbikinis von Josea. (Foto: © Josea)

Surfwear aus Deutschland von Josea

Das Label Josea macht Bademode fürs Surfbrett – Gründerin (und Surferin) Jocelyn Kotullas Idee dahinter: cooles Design, Funktionalität, Nachhaltigkeit und Fairness miteinander zu kombinieren. Die Bikinis, Badeanzüge, Shirts und Shorts sind lässig, bequem, sitzen gut und machen mit den Ethno-Prints und pastelligen Tönen auch optisch was her. Die faire Surf-Wear wird komplett in Deutschland gefertigt und zwar erst nach Bestellung. Damit stellt das Label sicher, dass kein unnötiger Müll produziert wird – und auch, indem es auf Plastikverpackungen verzichtet.

Oberteile knapp 100 Euro, Unterteile 80 Euro, Badeanzüge um knapp 130 Euro. 

Erhältlich: online direkt beim Hersteller.

Bademode made in Germany von Oceanchild. (Foto: Oceanchild )

Nachhaltige Bikinis und Badeanzüge made in Germany – von Oceanchild

Seit 2017 fertigt Oceanchild Bikinis und Badeanzüge fair und nachhaltig in Deutschland und verwendet dafür ebenfalls die Recycling-Faser Econyl. Weil die Mode-Industrie viel mehr Kleidung produziert, als überhaupt benötigt wird, hat sich Ocenanchild dazu entschlossen, dem etwas entgegenzusetzen: Alle Modelle gibt es nur in kleiner Stückzahl – auf Nachfrage wird aber nachproduziert. So bleiben kaum Bikinis und Badeanzüge übrig, wenn eine Kollektion ausläuft.

Ober- und Unterteile ab etwa 50 Euro.

Erhältlich: online z.B. im Avocadostore** oder im Onlineshop des Herstellers.

Bademode für Damen: Margaret and Hermione

Das Wiener Label Margaret and Hermione hat 2015 seine erste nachhaltige Bademoden-Kollektion raus gebracht. Die Bikinis und Badeanzüge des jungen Designerduos bestehen ebenfalls aus Econyl. Muster und Drucke zeichnet eine der Designerinnen, die auch als Illustratorin arbeitet, persönlich. Produziert wird in einer kleinen Manufaktur in Kroatien, die auf Bademode spezialisiert ist.

Ab etwa 78 Euro für Ober- und Unterteile. Einige Teile sind derzeit im Sale.

Erhältlich: online z.B. im Onlineshop des Herstellers oder im Avocadostore**

Nachhaltige Bademode: Bessere Bikinis, Badeanzüge 2018
Bademode aus alten Fischernetzen von Margaret und Hermione. (Foto: © Margaret & Hermione)
Faire Bademode für Männer von Thinking Mu
Faire Bademode für Männer von Thinking Mu. (Foto: © Thinking MU)

Thinking Mu: Nachhaltige Bademode für Männer

Das vegane Label Bleed als Anbieter für faire Bademode für Männer (und auch Frauen) haben wir bereits genannt. Ein weiterer Anbieter, bei dem Männer auch fündig werden, ist das spanische Label Thinking Mu.

Das junge Label aus Barcelona macht schöne Fair-Fashion für Männer und Frauen und hat eben auch ein paar Badehosen im Sortiment. Diese bestehen aus recycelten Plastikflaschen, der Stoff dafür wird in einem Betrieb in Italien hergestellt.

Bademode ab etwa 80 Euro.

Erhältlich**: Online zum Beispiel bei Glore oder im Avocadostore.

Patagonia: Faire Badehosen und Bikinis

Darüber hinaus halten wir die Modelle des Outdoorlabels Patagonia für empfehlenswert (das gilt selbstverständlich auch für die Bademode für Frauen). Patagonia produziert zwar auch nicht in Europa, achtet aber auf eine umweltfreundliche Produktion sowie faire Arbeitsbedingungen.

Das Label bietet Boardshorts und Badehosen an, die teils aus Recycling-Nylon oder -Polyester bestehen. Sie sind Fair Trade USA zertifiziert, tragen also das us-amerikanische Pendant zum uns bekannten Fairtrade-Siegel. Aus welcher Fabrik genau die jeweilige Shorts kommt, kann man im Shop bei der Beschreibung des jeweiligen Produkts nachlesen.

Bademode ab etwa 50 Euro.

Erhältlich**: online u.a. im Avocadostore, Greenality oder bei Bergfreunde.

Bademode für Männer von Dedicated
Bademode für Männer von Dedicated. (Foto: Dedicated )

Faire Badehosen für Herren von Dedicated

Bei Dedicated findet man hauptsächlich lässige Streatwear für Männer und Frauen. Aber eben auch Bademode. Die ausgefallene Designs haben die Badehosen und Bikinis Illustratoren, Grafikern und Fotografen aus der ganzen Welt zu verdanken.

Die faire Bademode besteht aus recycelten Plastikflaschen. Das Material dafür stammt aus China, wo die Swim Shorts auch unter fairen Bedingungen produziert werden.

Badehosen für knapp 60 Euro.

Erhältlich**: online u.a. im Avocadostore oder im Shop des Labels.

Nachhaltige Sportbikinis von Inaska

Wer auf der Suche nach einem gut sitzenden Sportbikini ist, der auch noch fair produziert wurde, ist beim Frankfurter Label Inaska genau richtig. Die nachhaltigen Bikinis kommen ohne lästige Knoten oder Verschlüsse aus, sitzen gut und machen trotz – oder gerade wegen – des schlichten Designs auch optisch was her: Ein paar Modelle haben Muster, die meisten sind aber einfarbig, dafür ist die Farbpalette ziemlich breit: Von Orange über Grün bis klassisch Schwarz ist so ziemlich alles dabei. Auch Inaska verwendet für seine faire Bademode den recycelten Econyl-Garn und lässt unter fairen Bedingungen in Portugal produzieren.

Pants und Bikinioberteile ab jeweils 40 Euro.

Erhältlich: online bei Grundstoff**, im Avocadostore** oder direkt beim Hersteller.

Bademode von Inaska. (Foto: Inaska )

Nachhaltige Bademode von Erlich Textil

Das nachhaltige Label Erlich Textil – ziemlich bekannt für faire und wirklich schöne Unterwäsche – bietet seit letztem Sommer auch Bademode an. Die Bikinis und Badeanzüge werden in Portugal gefertigt. Sie bestehen aus dem Recycling–Nylon Econyl, das auch viele andere Labels für ihre nachhaltige Bademode verwenden.

Die Kollektion ist überschaubar, dafür gibt es unter anderem zwei Wende-Bikini-Hosen, die beidseitig getragen werden können. Und auch für Männer ist was dabei: Badehose „Max“ besteht aus der Nylon–Faser Sensil, die aus Abfällen der Nylon-Herstellung gewonnen wird.

Die Badeanzüge kosten knapp 75 Euro, Bikinis um die 100 Euro und die Badehose etwa 80 Euro.

Erhältlich**: am besten direkt bei Erlich Textil, einige Stücke auch im Avocadostore

Bademode von erlich textil
Bademode von Erlich Textil (Foto © erlich textil)

Was ist das Problem an herkömmlicher Bademode?

Wie jedes andere Fast-Fashion-Teil wird Billig-Badekleidung oft in Niedriglohnländern wie Indien, Bangladesch oder China genäht, in denen niedrige Sozial- und Umweltstandards die Regel sind. Außerdem sind Bikinis, Badeanzüge und -Hosen in der Regel aus Kunstfasern wie Nylon oder Polyester, die auf Basis von Erdöl gewonnen werden und nicht biologisch abbaubar sind.

Faire Bademode: Empfehlenswerte Labels für bessere Badesachen

Viele der nachhaltigen Bademode-Labels haben sich dagegen auf Recycling-Fasern spezialisiert, die man aus weggeworfenen PET-Plaschen, alten Teppichen oder herrenlosen Fischernetzen gewinnt. Dieser Herstellungsprozess gibt Müll nicht nur ein zweites Leben, sondern spart auch Erdöl, Energie und CO2.

Das macht nachhaltige Bademode besser

Sie wird unter fairen Bedingungen produziert, die Hersteller versuchen die Lieferkette möglichst kurz zu halten und sie verwenden nachhaltige Materialien. Einziger Haken: Das Mikroplastik-Problem bleibt leider auch bei Recycling-Kunstfaser bestehen, auch nachhaltige Bademode aus synthetischen Materialien verliert winzige Faserteile, die beim Waschen in der Maschine in der Umwelt landen. Dagegen hilft: Badesachen seltener und bei niedriger Temperatur waschen und weniger schleudern. Oder einen Guppyfriend verwenden – ein Waschbeutel, der verhindert, dass Mikroplastik beim Waschen von Kunstfaser-Kleidung in die Umwelt gelangt.

Weiterlesen auf Utopia: 

Bestenlisten auf Utopia.de:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(24) Kommentare

  1. Ein Thema, das wohl jedes Jahr dien Menschen bewegt. Und gerade bei Bademoden möchte wohl jeder besonders gut aussehen, trägt man doch sonst nur noch nackte Haut. Was mich verwundert ist, das beim Thema Bademoden bzw. Badeshorts für Herren fast mehr getan wird wie bei den Frauen, wie man z.B. unter https://rookiro.com sieht. Bei der Damenmode habe ich seit Jahren den Eindruck, das ausser den Farben sich nichts ändert