Filament-LED 2019: Vor- & Nachteile der Vintage-Leuchten

Foto: Wikimedia Commons

Filament-LED sind hell, bezahlbar, langlebig und sparen auch noch Geld und Energie. Außerdem sorgen sie durch ihre klassische Glühwendel-Optik für eine angenehme Retro-Atmosphäre. Und für gutes und günstiges Licht natürlich auch!

Aber was sind Filament-LED überhaupt? Und was sind die Vor- und Nachteile der modischen Glühwürmer?

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Filament-LED: Moderne Technik trifft Retro-Optik

Viele LED-Leuchtmittel ähneln äußerlich den alten Glühbirnen. Schaltet man sie aber ein, sieht man das Lampenglas als soliden, mattweißen Lichtkörper. Das sorgt zwar für gleichmäßiges helles Licht, kann aber auch kalt und technisch wirken und an die Neonröhren im Büro erinnern. Nicht jeder will sich so einen Leuchtkörper ins heimische Wohnzimmer hängen – und sucht deshalb weiterhin Glühlampen oder Halogenlampen.

Sogenannte Filament-LED versuchen, gemütlicher zu wirken, ohne dabei an Leuchtkraft oder Energieeffizienz zu sparen. Auf den ersten Blick sehen sie so heimelig aus wie alte Glühlampen; beim Blick durchs Glas scheinen sie sogar Glühfäden aufzuweisen. Manche fühlen sich bei ihrem Anblick auch an antike Kohlefadenlampen erinnert, wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts gängig waren.

Filament-LED
Normale Glühbirne oder Filament-LED? Der Sternenkrieger sieht nach. (Foto: Pixnio)

Das ist aber nur ein optischer Trick: Bei den vermeintlichen Glühwendeln handelt es sich in Wirklichkeit um LED-Leuchtfäden. Auf Deutsch heißen sie deshalb auch Leuchtfadenlampen oder LED-Fadenlampen, auch wenn sich diese Bezeichnungen nicht durchgesetzt haben.

Einige Anbieter bewerben ihre Birnen wegen ihres Vintage-Looks deshalb lieber mit nostalgisch klingenden Namen oder Typenbezeichnungen wie Classic, Retro, Edison, Rustika, Filamentstil oder ähnlichem. Erkennbar bleiben all diese LED-Birnen trotz ihrer unterschiedlichen Namen an ihren charakteristischen gelben Glühfäden, die in unterschiedlicher Weise im Lampenglas angeordnet sein können.

Was macht die LED-Leuchtfäden so besonders?

Die einzelnen Leuchtfäden einer Filament-LED sind nach einem geschickten Prinzip aufgebaut: Auf einem durchsichtigen Träger, der beispielsweise aus Saphirglas besteht, werden kleine Leuchtdioden in Chipform angebracht (die namensgebenden LED).

Weil diese LED normalerweise blau und rot leuchten, werden sie zusätzlich mit einer fluoreszierenden Schicht überzogen, die das erzeugte Farbspektrum verändert: Diese Fluoreszenz-Schicht ist das, was man als gelben Faden im Inneren einer Filament-LED sieht. Die Farbtemperatur, die die Lampe anschließend abstrahlt, ähnelt subjektiv der von klassischen Glühbirnen.

LED-Filament: Die Leuchtfäden können im Idealfall mit dem Glühlampen-Look konkurrieren
Eine Auswahl von Filament-LED: Hier kann man die Leuchtfäden aus der Nähe studieren. (© Utopia/AW)

Im Gegensatz zu normalen LED-Leuchtmitteln strahlen Filamente das Licht außerdem auch wirklich in alle Richtungen ab und nicht nur in einem 180-Grad-Winkel, wie es viele andere LED-Lampen tun, die unten von einem Kühlkörper abgeschlossen werden (Filament-LED besitzen diesen nicht).

Was sind die Vorteile & Nachteile von Filament-LED?

Das sind die Vorteile

  • Die Optik: Filament-LED sehen im Betrieb ähnlich aus wie klassische Glühlampen oder antike Kohlefadenlampen und vermitteln eine angenehm nostalgische Atmosphäre.
  • Die Kosten: Die meisten Filament-Lampen weisen eine hervorragende Lichtausbeute (Lumen pro Watt) auf. So sah das auch die Zeitschrift Öko-Test, die sich in ihrer Ausgabe 11/2016 einige Filament-LED angesehen hat. Die hohe Lichtausbeute führt direkt zu niedrigeren Haushaltskosten, weil man für weniger Strom mehr Helligkeit bekommt. Einige Leuchtmittel sind so effizient, dass sie im Vergleich zu klassischen Glühbirnen mehr als 90 Prozent Strom sparen.
  • Die Leistung: Wie bei anderen LED-Leuchtmitteln gilt auch hier: Sofort volle Helligkeit nach dem Einschalten; hohe Lebensdauer; kein Quecksilber; unempfindlich gegen Ausschalten und Einschalten; geringere Wärmebelastung als bei anderen Leuchtmitteln.
  • Die Wärme: Außerdem erwärmen sich LED-Lampen nicht so stark wie klassische Glühlampen und können deshalb in aller Regel auch nach längerem Betrieb gleich nach dem Ausschalten berührt werden. Dies gilt besonders für Filament-Lampen, die entstehende Wärme schnell verteilen und einen hohen Wirkungsgrad haben; bei LED-Lampen mit Kühlkörper ist dies nicht immer der Fall.

Das sind die Nachteile

  • Die Angaben zur Lebensdauer, die sich auf verschiedenen Filament-Lampen finden, sind noch unpräzise, weil zurzeit keine einheitlichen Standards existieren.
  • Die meisten Filament-LED sind etwas teurer als vergleichbare normale LED-Leuchtkörper, die die gleiche Leistung besitzen.
  • Einige der Filament-Lampen können flimmern, vor allem (aber nicht nur) dimmbare Modelle. Hier ist von (allzu) preiswerten Modellen abzuraten. Die empfehlenswerte Website Lichtpeter hat seit 2015 über 100 Filament-LED daraufhin geprüft, ob sie flimmern. Die Ergebnisse kannst du hier ansehen. Wenn alle Werte in der rechten Spalte im grünen Bereich liegen, kannst du davon ausgehen, dass deine Birne flimmerfrei ist.
  • Viele Filament-Birnen haben (auch aus Designgründen) einen verhältnismäßig großen Leuchtkörper. Man sollte sich deshalb zuvor informieren, ob die Birne auch wirklich in die gewünschte Lampe passt.
  • Die LED-Glühfäden können Schattenwürfe erzeugen. Dies fällt besonders dann auf, wenn man die Filament-LED in einem Raum als einzige ’nackte‘ Lichtquelle ohne Lampenschirm verwendet. Natürlich muss das kein echter Nachteil sein: Der eine oder andere wird die Schatten als netten Vintage-Effekt begrüßen.

Filament-LED: Empfohlene E27-Modelle

Leider gab es 2017 und 2018 keine aussagekräftigen Tests, in denen explizit Filament-LED verglichen wurden. Andere Tests wiederum liegen zu lange zurück, sodass die getesteten Produkte zum Teil nicht mehr verfügbar und/oder technisch veraltet sind.

Die aktuellsten plausiblen Empfehlungen stammen aus der Zeitschrift Öko-Test: Sie bewertete die folgenden drei E27-Filament-Lampen in ihrer Ausgabe 11/2016 jeweils mit einem „gut“.

Diese Birnen erhielten damit die beste Wertung, die im Test vergeben wurde:

Das Utopia-Fazit zu Filament-LED

Aus Nachhaltigkeitsgründen befürworten wir den Einsatz von LED-Lampen, dazu zählen natürlich auch Filament-LED. Sie erbringen inzwischen vergleichbare Leistungen wie klassische LED-Birnen – und gehen teilweise sogar darüber hinaus, was beispielsweise Leistung/Lichtausbeute, 360-Grad-Beleuchtung, die Nutzung von Wärme und natürlich die Optik betrifft. Unserer Meinung nach gehören Filament-LED damit zu den empfehlenswertesten Beleuchtungsmitteln, die zurzeit für Geld zu haben sind.

Am Arbeitsplatz und zum Lesen solltest du allerdings überlegen, lieber normale LED-Lampen zu verwenden, weil das gelieferte Licht etwas gleichmäßiger ist und noch nicht alle Filament-Modelle das Flimmern im Griff haben (siehe oben). Eine Filament-LED wird daher besser dort eingesetzt, wo man einen Raum beleuchten bzw. ‚gestalten‘ möchte.

Lies gerne auch den folgenden Beitrag, in dem du alles Wichtige über LED-Lampen allgemein erfährst:

Weiterlesen auf Utopia.de:

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