Fleischtheken-Check: Greenpeace kritisiert Supermärkte

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Greenpeace kritisiert Supermarktketten für die Intransparenz bei der Kennzeichnung von Fleischwaren an der Frischetheke. So wissen Käufer:innen bei vielen Produkten nicht, aus welcher Haltung sie stammen und greifen unwissentlich zu problematischen Fleischwaren.

Viele Supermarkt-Kund:innen bevorzugen Fleisch-Bedientheken gegenüber dem Selbstbedienungsregal. Der Grund: Hier erwartet laut einer neuen Greenpeace-Recherche ein Großteil der Kundschaft Produkte aus artgerechter Tierhaltung sowie eine transparente Kennzeichnung. Dies entspricht leider nur selten der Realität, wie die Umfrage zeigt.

Fleisch-Bedientheken: Mangelnde Kennzeichnung und Beratung

Viele Käufer:innen erwarten an Bedientheken Fleisch aus artgerechter Tierhaltung.
Viele Käufer:innen erwarten an Bedientheken Fleisch aus artgerechter Tierhaltung.
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Nach den Ergebnissen einer repräsentativen Greenpeace-Umfrage sind 77 Prozent der Käufer:innen überzeugt, dass sie an der Bedientheke eher Fleisch aus artgerechter Haltung erhalten als im Selbstbedienungsregal. Zudem geben 88 Prozent an, dass ihnen beim Kauf die Art der Haltung und eine angemessene Beratung wichtig sind.

Doch Bedientheken von Supermärkten können diese Erwartungen in der Regel nicht erfüllen. Laut der neuen Greenpeace-Recherche versahen nur 22 von 99 untersuchten Edeka-, Kaufland- und Rewe-Märkten die Ware in Bedientheken mit Informationen über die Art der Tierhaltung. Die problematischste Haltungsform der Stallhaltung kennzeichnete keine einzige Filiale, auch wenn sich die Produkte durchaus im Sortiment befanden.

Auch das Personal an Bedientheken kann Kund:innen in der Regel nicht ausführlich beraten. In drei Vierteln von 91 Märkten konnten Verkäufer:innen die Art der Tierhaltung nicht oder nur zum Teil erläutern. Dabei fiel auf, dass das Personal zwar oft versuchte, einzelne Waren den vier Haltungsstufen zuzuordnen – Greenpeace kritisierte die Zuordnung jedoch bei mehr als der Hälfte der Angaben als unplausibel.

Fazit: Das kritisiert Greenpeace

Greenpeace fordert eine transparente Kennzeichnung von Fleischprodukten sowie ein geschultes Verkaufspersonal.
Greenpeace fordert eine transparente Kennzeichnung von Fleischprodukten sowie ein geschultes Verkaufspersonal.
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Greenpeace kritisiert in seinem Bericht, dass Supermarktketten nach wie vor viele Produkte aus den problematischen Haltungsformen 1 und 2 im Sortiment führen – dies aber nicht kennzeichnen und Käufer:innen so im Unklaren über die Herkunft der Fleischwaren lassen. Bei beiden Haltungsformen leben die Tiere ausschließlich im Stall. Die Haltungsform 2 (StallhaltungPlus) gewährt den Tieren nur minimal mehr Platz und Beschäftigungsmaterial und verbietet zum Beispiel das Anbinden von Kühen.

Viele Kund:innen gehen so weiterhin davon aus, dass Produkte an Bedientheken aus artgerechter Haltung stammen und greifen unwissentlich zu Fleisch aus Stallhaltung.

Der Bericht prangert zudem an, dass die meisten Supermarktketten ihr Personal an Bedientheken nicht oder nicht ausreichend über die Haltungsformen aufklärt. Somit sind diese nicht in der Lage, Käufer:innen angemessen zu beraten und geben nicht selten falsche Informationen.

Tipps für den Fleischkauf

Für Fleisch aus zertifizierter artgerechterer Haltung greifst du am besten auf Bio-Produkte zurück. Die findest du am einfachsten in Bioläden und Biosupermärkten oder auch auf vielen Wochenmärkten. Besonders die Siegel Demeter, Bioland und Naturland stehen für strenge Auflagen bei der Tierhaltung. Mehr zu diesem Thema erfährst du hier: Bio-Siegel im Vergleich: Was haben die Tiere von Bio-Tierhaltung?

Generell ist es aus ökologischer Sicht empfehlenswert, möglichst wenig Fleisch zu konsumieren. So verhinderst du nicht nur Tierleid, sondern leistest einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Mehr Informationen dazu findest du in diesem Artikel: So wirkt sich die vegetarische Ernährung auf Klima und Gesundheit aus. Und wenn du tierische Produkte ganz weglassen möchtest, kannst du ja mal einen veganen Ernährungsplan für eine Woche ausprobieren.

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(1) Kommentar

  1. „Zudem geben 88 Prozent an, dass ihnen beim Kauf die Art der Haltung und eine angemessene Beratung wichtig sind“. Nee, ist klar. Was die meisten aber nicht davon abhält, weiterhin große Mengen aus nicht artgerechter Haltung zu kaufen. Denn die Nachfrage ist ungebrochen hoch.
    Wenn es diesen 88 Prozent (!) wirklich wichtig wäre, würden sie sich nicht mit fehlenden bzw. fadenscheinigen Aussagen/Kennzeichnungen bezüglich der Haltung zufrieden geben.
    Aber offentbar geben sehr viele Leute es bei direkter Befragung nicht gerne zu, dass ihnen die Haltung eigentlich egal bzw. zweitrangig ist. Denn mit etwas Überlegung müsste es jedem halbwegs gebildeten Menschen eigentlich einleuchten, dass eine derart hohe Nachfrage (gerade auch an Zeiten wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Grillsaison…) unmöglich aus artgerechter Haltung befriedigt werden kann. Da füllt auch der nette kleine „Metzger von nebenan“ oft seine Theke mit Massentierhaltungsfleisch auf. Natürlich alles „regional vom örtlichen kleinen Bauern“.