Präsentiert von:

Geld anlegen: Was ist ein grüner Fonds?

Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Micheile Henders

Die Idee eines Fonds ist einfach: Du legst dein Geld in die Hände von Fondsmanager:innen, die es ihrerseits für dich investieren. Das Kapital dient dann Unternehmens- oder Staatsgeschäften, von deren Gewinn am Ende auch du profitierst. Nur nachhaltige Fonds investieren dabei in ökologisch oder ethisch sinnvolle Geschäfte.

Atomkraft, Kohlebergbau, Fracking, Rüstung: Damit wird am Weltmarkt oft das große Geld verdient. Dazu tragen – oft unbewusst – auch Anleger:innen bei, die in Fonds investieren, um am Ende der Laufzeit einen gewissen Wertzuwachs zu haben.

Dennoch ist und bleibt die Idee dahinter genial: Es wird Kapital generiert, und in möglichst gewinnbringende Projekte investiert. Aus diesem Grund haben auch nachhaltige Finanzdienstleister – etwa Ökoworld und die Ökobanken Umweltbank, Triodos Bank, EthikBank und GLS Bank – Fonds für sich entdeckt und im nachhaltigen Sinne umgemünzt.

Viele schrecken noch vor dem Thema zurück. Aktien? Fonds? „Alles zu kompliziert, und ich habe ja eh kein Geld“, das hört man oft. Nun arbeitet Geld auf dem Girokonto aber nicht, es wird durch die Inflation nur einfach wertloser; und auf Tagesgeldkonten wirft es wenig ab. Daher ist wichtig, die Scheu loszuwerden und sich mit dem Thema Fonds mal auseinanderzusetzen. Denn so kompliziert ist es eigentlich gar nicht.

Wissenswert: Was ist ein Fonds?

Fonds sind Aktien- oder Anlagepakete, die von Fondsmanager:innen zusammengestellt und betreut werden. Diese werden meist mit einem bestimmten Fokus erstellt, zum Beispiel nach Branche oder Region.

Bei grünen Banken haben Kund:innen die Möglichkeit, ganz gezielt über Fonds erneuerbare Energien, Klimaschutzprojekte, ökologische Land- und Forstwirtschaft, umweltfreundliche Mobilität, sauberes Wasser, Bildung und Gesundheit oder Entwicklungs- und Mikrofinanzierung zu unterstützen. Dein Geld wird also nach genau definierten (zum Beispiel FNG-Siegel) ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien in nachhaltige Projekte investiert, um für dich und gleichzeitig für die Zukunft zu arbeiten.

Welche Fonds gibt es?

Eines sollte dir bewusst sein, bevor du dich für Fonds als Geldanlage entscheidest: Sie bergen stets ein gewisses Risiko. Denn du investierst in Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien, Staatsanleihen oder Devisen, die am Markt gewissen Schwankungen unterworfen sind.

Damit unterscheiden sich nachhaltige Fonds auch deutlich von Sparformen, bei denen du von der Bank einen geringeren, dafür fest vereinbarten Zins für deine Geldeinlagen bekommst.

Vermögensaufbau – Vermögen aufbauen Tipps
Nachhaltige Fonds können viel Gewinn bringen, bergen aber Risiken. (Foto: photocase.de)

Ein gutes Beispiel ist das klassische Sparbuch, bei dem du dein Sparziel jederzeit genau im Auge hast. Fonds dagegen sind eher die Wundertüten unter den Geldanlagen: Hier geht es um die Erzielung von Renditen, die im Idealfall deutlich attraktiver ausfallen können als die Zinsen fürs Sparbuch.

Um dir trotz dynamischer Marktentwicklungen eine möglichst sichere und gewinnbringende Geldanlage zu gewährleisten, wählen versierte Fondsmanager:innen ein Bündel von verschiedenen „Produkten“ für dich aus. Das heißt, du zahlst einmalig oder monatlich Geld in einen Topf ein, aus dem dann die Investments für dich getätigt werden.

Was sind Mischfonds?

Von Mischfonds ist die Rede, wenn das Geld zur Risikominimierung über verschiedene Branchen und Themen hinweg verteilt ist. So ist das unter anderem bei den nachhaltigen Klima– oder Mikrofinanzfonds der GLS Bank oder den FairWorldFonds der EthikBank.

Aber es gibt auch nachhaltige Fonds, bei denen der Fokus festgelegt ist: Mit dem Triodos Pionier Impact Fund fördert man zum Beispiel Pionierunternehmen. Beim Triodos Euro Bond Impact Fund wird in europäische Staatsanleihen investiert. Und beim Triodos Global Equities Impact Fund dreht sich alles um internationale börsennotierte Unternehmen.

Risikoklassen und Anlagestrategien

Außerdem wird zwischen defensiven, neutralen und offensiven Anlagestrategien unterschieden. Offensiv heißt dabei: Höheres Risiko, aber in der Regel auch mehr Gewinn.

Bist du Fondsneuling oder willst du eher auf der sicheren Seite sein? Dann ist es sinnvoll, sich für eine defensive Strategie zu entscheiden. Den Triodos Impact Mixed Fund gibt es zum Beispiel in allen drei Risikoklassen.

Welcher Fonds ist der richtige?

Das fragt sich das Forum für nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG) auch jedes Jahr. Seit 2015 prüft der Berliner Fachverband mit der Research Group of Sustainable Finance der Universität Hamburg nachhaltige Anlageprodukte in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Herz und Nieren. Damit sie das begehrte FNG-Siegel erhalten, müssen die Geldanlagen strenge Kriterien in punkto Umweltschutz, sozialem Engagement, verantwortungsvoller Unternehmensführung und Transparenz erfüllen.

Waren es 2019 erst 104 ausgezeichnete Fonds, ist die Zahl 2020 auf 168 gestiegen. Das heißt also: Du kannst dich zwischen immer mehr nachhaltigen Optionen entscheiden und dabei deine persönlichen Schwerpunkte setzen. Soll dein Geld hier in Deutschland oder Europa den Klimaschutz voranbringen? Soll es für Empowerment in den Ländern des Südens sorgen? Oder willst du einfach nur wissen, dass es für „die Guten“ arbeitet und keinen Raubbau an Umwelt, Ressourcen, Menschen oder Tieren fördert?

Umweltbank, Triodos Bank, EthikBank und GLS Bank sind sich da einig und schließen Atom, Kohle, Rüstung, Gentechnik oder menschenrechtsverletzende Unternehmenspraktiken konsequent aus.

Onlineshop
Das FNG-Siegel und Ecoreporter sind gute Quellen, um mehr über nachhaltige Fonds herauszufinden. (Photo by rupixen on Unsplash - CC0 Public Domain)

Um das wachsende Angebot am Markt zu vergleichen, lohnt sich ein Check beim Brancheninformationsdienst Ecoreporter. Auch er nimmt nachhaltige Fonds unter die Lupe und vergleicht sie im Hinblick auf ihre mittel- und langfristige Wertentwicklung. 

So wirst du Fondsanleger:in

Um in einen Fonds zu investieren, reicht ein Konto bei einer der Banken nicht aus, sondern du musst dort ein Fondsdepot eröffnen. Den Antrag dazu findet du zum Ausdrucken auf den Webseiten von Umweltbank, Triodos Bank, EthikBank oder GLS Bank. Sobald du ihn ausgefüllt hast, gehst du damit zur Post, lässt deine Identität per Postident-Verfahren bestätigen und schickst das Ganze an die Bank. Kurz darauf erhältst du deine persönlichen Zugangsdaten und kannst dann deine Anteile an den gewünschten Fonds zeichnen.

Das heißt konkret: Du erwirbst sie für einen bestimmten Preis und kannst sie bei Bedarf zum tagesaktuellen Börsenpreis wieder verkaufen. Einen Anteil am Triodos Impact Mixed Fund beispielsweise bekommst du aktuell für 26,12 Euro (Stand 18.02.2021), ähnlich sehen Konditionen für Einstiegsprodukte anderer nachhaltiger Banken aus.

Welche Ausschüttungen du jedes Jahr dafür erhältst und welche Wertentwicklung je nach vereinbarter Laufzeit zu erwarten ist, erfährst du am besten von den dortigen Berater:innen. Sie entwickeln mit dir auch einen Fondsparplan, durch den du deine persönlichen Sparziele erreichen kannst. Dabei wächst dein Vermögen nicht nur, sondern es ermöglicht gleichzeitig ökosoziale Zukunftsinvestitionen – und du bist direkt daran beteiligt.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: