Darf’s ein Gutschein sein? Nein! 😠

Keine Gutschein, Gutscheinkarten
Foto: © Janina Dierks - Fotolia.com

Jeder kennt sie, wohl jeder hat sie schon einmal selbst verschenkt: Gutscheine und Gutscheinkarten gehören zu den beliebtesten Geschenken. Dabei vergessen wir oft, dass wir Gutscheine besitzen und lassen sie verfallen.

Neben Bekleidung und Spielwaren zählten letztes Jahr auch Gutscheine zu den beliebtesten Geschenken unter dem Weihnachtsbaum. Dabei hat mehr als jeder vierte Deutsche schon hin und wieder Gutscheine oder Gutscheinkarten in der Schublade vergessen. Was einmal ein gutgemeintes und teures Geschenk war, wird zu weggeworfenem Geld. Damit landen jedes Jahr eine Menge Geldscheine im Müll – in Form ungenutzter Gutscheine.

Gutscheinkarten: Wir zahlen meistens drauf

Hinzu kommt, dass wir mit dem Gutschein im Laden oder online selten den genauen Gutscheinwert einlösen. Oft kostet das Objekt der Begierde mehr als die Summe, die auf dem Gutschein aufgedruckt ist – wir zahlen bereitwillig, schließlich haben wir ja einen Gutschein.

Geschenkkarte Gutscheinkarte, Gutschein
Darf’s noch ein Gutschein sein? Nein! (Foto: "itunes gift card" 401(K) 2012 unter CC BY-SA 2.0, Utopia/jw)

Warum lösen wir Gutscheine nicht ein? 44 Prozent der Gutscheinbesitzer haben ihn schlichtweg vergessen, so ergab eine Umfrage im Jahr 2015. Hätten sie ihn noch gefunden, wäre er womöglich längst abgelaufen, denn: Ein Gutschein ist nur drei Jahre gültig; und dies gilt ab dem Ende des Jahres, in dem der Gutschein ausgestellt wurde, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Gutschein auch nur zwei Jahre oder gar ein Jahr gültig sein. Bei einer Kosmetikbehandlung beispielsweise könnten die Lohn- und Materialkosten im Folgejahr steigen – und somit den Wert des Gutscheins übersteigen. Pech auch, wenn du nichts Passendes für deinen Gutschein findest? In bar kannst du ihn dir leider nicht auszahlen lassen, sondern nur gegen Waren oder Dienstleistungen eintauschen.

Fazit: Gutscheinkarten an der Kasse sind zwar ein bequemes und schnell gekauftes Geschenk, doch für den Beschenkten oft ein Verlustgeschäft – unpersönlich sind die Karten von Konzernen wie Amazon, Saturn, Ikea & Co. noch dazu.

Alternative 1: Gutscheine tauschen, verkaufen oder weiterverschenken

Wenn du selbst einen Gutschein bekommen hast, kümmer dich zeitnah darum, dass er nicht ungenutzt in der Schublade verschwindet! Du kannst versuchen, ihn online zu tauschen, zu verkaufen oder zu verschenken. Dies geht zum Beispiel über Online-Marktplätze oder Anbieter von Kleinanzeigen.

Alternative 2: Gutschein selber basteln

Wenn es jemand anderem einen Gutschein schenken willst, dann bastel doch selbst einen! Etwa für ein gemeinsames Abendessen, eine Massage oder Hilfe beim Streichen der Wohnung.

Alternative 3: Gutschein von nachhaltigen Shops

Und wenn die Zeit nicht einmal mehr dafür reicht, und du einen Last-Minute-Gutschein kaufen willst: ‘bessere‘ Gutscheine gibt es von vielen nachhaltigen Shops online zum Selbstausdrucken. Hier findest** du beispielsweise Gutscheine aus dem grünen Avocadostore.

Viele weitere Alternativen zu Gutscheinkarten

1. DIY- und Bastel-Geschenke werden immer beliebter. Lies hier weiter und lass dich inspirieren:

2. Spenden statt konsumieren (oder beides kombinieren)! In diesem Artikeln findest du Anregungen:

3. Wenn es doch etwas Gekauftes sein soll, würden wir dir diese Produkte empfehlen:

4. Und zum Verpacken hätten wir auch noch einige Tipps parat:

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(5) Kommentare

  1. Ich möchte nur Gutscheine, sonst nichts. Mir wurde schon oft völlig nutzloser Krempel geschenkt. Meistens nichtbiologischer Wein, den ich nicht trinke, da ich davon Hautausschlag bekomme. Außerdem habe ich nichts von teuerem Geschenkpapier, das mir bei der Entsorgung ein schlechtes Gewissen bereitet. In unserem Bekanntenkreis stehen alle auf nichtökologische Markenartikel. Was soll ich damit? Weiterverschenken kann ich so etwas auch nicht. Also hab ich nur Probleme damit. Dann soll man auch noch „Danke“ sagen. Also bitte wenn , dann nur Gutscheine. Ich vergesse sie auch nicht in der Schublade.

  2. Mir ergeht es ähnlich.
    Mittlerweile hat es sich rumgesprochen, dass ich sehr gerne in einem kleinem Biocafe frühstücke. Also gibt es Gutscheine von dort oder von einem veganen Laden in der Nähe.
    Also bitte nur Gutscheine, wenn es denn überhaupt ein Geschenk sein muss.
    Bei mir ist noch kein Gutschein dieser Art in der Schublade verstaubt.

  3. Ich hatte mal einen 100€ Gutschein von H&M – dabei kaufe ich dort nichts.
    Also blieb er in meinem Portemonnaie, bis eine Freundin eh dort einkaufen und ich das Geld bekam und sie mit Gutschein bezahlte.
    So machte ich es bei einer weiteren Freundin, einen Teil konnte ich auf einen einzelnen Gutschein übertragen und weiter verschenken und die restlichen 35€ verkaufte ich einfach vor Ort an der Kasse für 30€.

    Tadaa. Problem gelöst. Aber ich muss auch auf’s Geld gucken- wer sich darum nicht schert, vergisst natürlich!
    Aber selbst wenn- besser als unnützen Kram nach Jahren wegwerfen zu müssen…das kann man weder verkaufen noch verschenken.

    Also, ich danke da gibt es wirklich ökologisch schlimmere Geschenke.

  4. Ich finde Gutscheine total blöd. Keiner will schmutziges Bargeld schenken, aber so Plastik- und Papiermüll in Form von Gutscheinen ist ok? Solange es Gutscheine nicht mit mindestens 10% Rabatt gibt kaufe ich schlicht und einfach keine. Ist schon echt bescheuert: da muss man extra in einen Laden gehen, sich anstellen, Plastikkarten kaufen und bei iTunes einlösen, nur um Netflix günstiger zu schauen. Tolle Wurst. Warum nicht gleich den Preis für alle günstiger machen, aber dann hätte die Firmen ja keine verschiedenen Preisgruppen mehr für die unterschiedlich reichen Kunden.

    Oder weil man nichts zu schenken weiß schenkt man einen Amazon-Gutschein, weil da jeder etwas findet, blöd nur dass die nicht immer die Günstigsten sind und man so von vorherein auf einen großen Konzern festgelegt wird bei dem man gar nicht kaufen wollte. Bekommt man dagegen einen Gutschein von einem kleinen noch von einem Inhaber geführten Laden geht dieser noch vor Ablauf des Gutscheins pleite.

    Die Händler verkaufen doch nur so gerne Gutscheine weil es einfach statistisch erwiesen ist, dass nur ein kleiner Prozentsatz überhaupt wieder eingelöst wird. Der Rest wird vergessen, verloren, geht in die Insolvenzmasse unter oder plötzlich vergisst ein Händler seine eigenen Einlösebedingungen zu akzeptieren, weil man ja mit Gewinn rausgehen könnte. Dazu kann man oft nur einen Gutschein pro Kauf einlösen und bekommt bei Reklamationen nur einen neuen Gutschein, man bindet sich also unnötig an einen Laden, ob gut oder schlecht.

    Ich finde etwas zu verschenken hat total seinen Wert verloren. Entweder es gibt Gutscheine oder man bekommt noch mehr unnützes Zeug das rumsteht oder wieder verkauft werden muss. Lieber schenke ich Erlebnisse oder ein Essen gehen, da hat man mehr von als von noch einer witzigen Kaffetasse die nur darauf wartet wieder entsorgt zu werden…

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