Intuitiv essen: Wie du beim Essen achtsamer wirst

Intuitiv essen und genießen
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Möchtest du weg von lästigen Diäten und Ernährungsdiktaturen? Dann solltest du dich intuitiv ernähren und auf die Bedürfnisse deines Körper achten. Wir erklären dir, was dahinter steckt und wie dir das gelingt.

Intuititv essen: Darum geht es

Hinter Essen, Lebensmitteln und Ernährung steckt eine mächtige Lobby, die Einfluss auf Politik, Wissenschaft und Medien nimmt. Eine Flut an Informationen über gesunde Ernährung, ungesunde Lebensmittel und Dickmacher erreichen uns täglich. Kein Wunder, falls dir der Kopf schwirrt. Intuitiv zu essen, könnte ein Ausweg aus diesem Teufelskreis sein.

Unter intuitiv – oder auch achtsam – essen ist das bewusste Essen gemeint. Weg von der Entkopplung von Ernährung und deinem eigenen Instinkt, zurück auf volle Körperkontrolle im Sinne von Körperbewusstsein: Wann bist du wirklich satt? Worauf hast du gerade Lust? Was braucht dein Körper? Das sind wohl die Knackpunkte der Ernährungsmethode des intuitiven Essens. 

Intuitives Essen wird auch mit psychischer Gesundheit und Selbstkenntnis in eine Waagschale geworfen. Diese Ernährungsart verspricht Wohlfühlgewicht ohne Diäten. 

So isst du intuitiv

Frage dich, wie groß deine Portion wirklich sein muss.
Frage dich, wie groß deine Portion wirklich sein muss.
(Foto: CC0 / Pixabay / Comfreak)

Stress, Werbung, Frustration, Depression und das bloße Überangebot an Lebensmitteln können deine Sinne leicht überfordern. Da scheint es oft nicht so einfach, „einfach“ auf deinen Körper und deine innere Stimme zu hören. 

Um intuitiv zu essen, solltest du:

  • neue positive Muster aufbauen und alte Gewohnheiten ablegen
  • natürliche Hunger- und Sättigungssignale beachten und ihnen folgen.
  • Gewohnheiten hinterfragen/Selbstreflexion: Frage dich, was deinem Körper wirklich gut tut.
  • Hast du Hunger oder möchtest du aus anderen Gründen essen (Ablenkung, Gewohnheit, Umfeld, emotionale Lage)?
  • Signale: Dein Bauch sollte nicht spannen, sondern ein angenehmes Sättigungsgefühl vermitteln.
  • Tipps aus der Wissenschaft: Technische Geräte ausschalten, sammle deine Gedanken und fokussiere dich auf die Mahlzeit, nutze deine Sinne und schmecke, rieche, fühle. Iss langsam.

Grundlage für die intuitive Ernährung ist Körperbewusstsein. Du kannst deine Achtsamkeit gezielt trainieren.

Mögliche Schwierigkeiten und Grenzen der Ernährungsform

Im Stress essen - keine gute Idee!
Im Stress essen – keine gute Idee!
(Foto: CC0 / Pixabay / RyanMcGuire)

Intuitives essen erfordert anfangs Disziplin. Um deiner inneren Stimme zu folgen, musst du deine Aufmerksamkeit von außen nach innen lenken. Selbstvertrauen spielt hierbei eine große Rolle – zum einen als Voraussetzung, zum anderen als Folge des intuitiven Essens. Hier zeigen sich die Grenzen des intuitiven Essens gut:

  • Was ist mit den Menschen, die an Essstörungen leiden?
  • Was ist mit den Menschen, die an anderen psychischen Störungen leiden und Schwierigkeiten haben, intuitiv zu handeln?
  • Wie entkommst du sozialen Zwängen, die Essverhalten regeln (Beispielsweise Familienalltag, Arbeitsleben, Stress), ohne dich von der Gesellschaft abzuwenden?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich Wissenschaft, Bücher (z.B. „Intuitiv essen“ von Uwe Knop) und Mentaltrainings, die aufzeigen möchten, wie du Muster aufbrichst und in der heutigen Konsumgesellschaft besser auf dich selbst hörst.

Essen ist eine höchst soziale und sensible Angelegenheit. Jede*r muss im Zuge der Individualisierung selbst wissen, was er mag und essen möchte. Dies funktioniert allerdings nur in gesellschaftlichen Schichten, die sich nicht in prekären und hungernden Verhältnissen befinden. Intuitiv essen ist gewissermaßen ein Luxusgut, zu dem nicht alle Zugang haben.

Intuitives Essen als anerkannte Methode?

Dass intuitiv essen an Grenzen stößt, zeigt auch die Wissenschaft. Studien wie „Self-compassion and intuitive eating in college women“ beweisen einen direkten Zusammenhang zwischen emotionaler bzw. psychischer Verfassung und Essgewohnheiten. Die bereits oben genannten Punkte werden von der Studie gestützt. Letztlich ist eine stabile Persönlichkeit und ein hoher Grad an Achtsamkeit Voraussetzung für erfolgreiches intuitives Essen.

Nichtsdestotrotz solltest du den Versuch nicht an den Nagel hängen, sondern daran arbeiten, dein eigenes Körperbefinden wahrzunehmen, um dich wohlzufühlen. Denn gleichzeitig zeigt die Studie, dass es den Proband*innen durch intuitives Essen leichter fiel, sich selbst zu akzeptieren. 

Wissenschaftlich ist die intuitive Ernährungsform aber noch nicht ausreichend erforscht. Lasse dich also nicht entmutigen und wage deinen eigenen Versuch. Du hast nichts zu verlieren, oder?

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