Joghurt selber machen – Einfache Anleitung für cremigen Joghurt

Jogurth selbst gemacht
Foto: © Colourbox.de

Wer genau wissen will, was in seinem Joghurt drin ist, der macht ihn am besten selber. Wie das funktioniert? Wir zeigen es dir.

Joghurt aus dem Supermarkt enthält oft viel Zucker und künstliche Aromen oder andere chemische Zusätze. Wenn du Joghurt selber machst, weißt du genau, was drin ist. Außerdem macht Selbermachen Spaß. 

Joghurt selber machen: die Zutaten

Joghurt kannst du auch aus Sojamilch herstellen
Joghurt kannst du auch aus Sojamilch herstellen
(Foto: Sojamilch ist ein Milchersatz aus Sojabohnen (Foto: © Keddy - Fotolia.com))

Das brauchst du dafür:

  • einen Liter Milch: du kannst sowohl klassische Kuhmilch als auch fettreduzierte Milch oder Ziegen- oder Sojamilch verwenden. Der Joghurt wird allerdings umso cremiger, je mehr Fett in der Milch enthalten ist.
  • zwei Esslöffel normalen Naturjoghurt oder alternativ Joghurtpulver (Ferment). Joghurtpulver gibt es in der Drogerie oder im Reformhaus (oder online z.B. bei** Amazon). Den Joghurt oder das Pulver musst du nur beim ersten Mal kaufen, die Bakterien sind wichtig, da sie die Milch verdicken. Später kannst du dazu deinen selbst hergestellten Joghurt verwenden.
  • sterile Gläser zum Abfüllen
  • Topf

So machst du Joghurt selber

  1. Erhitze die Milch auf ungefähr 90 Grad und lasse sie bei dieser Temperatur für ca. fünf Minuten weiter köcheln. Das tötet Bakterien ab, die in der Milch enthalten sein können.
  2. Lasse die Milch anschließend auf 50 Grad abkühlen. Dabei kann ein Küchenthermometer hilfreich sein (online z.B. bei** Amazon)
  3. Jetzt kommt das „Impfen“: Pro Liter Milch brauchst du ungefähr zwei Esslöffel frischen Naturjoghurt oder Joghurt-Ferment laut Packungsbeilage. Diese verrührst du nun gründlich mit der Milch.
  4. Die Mischung in die sterilen Gläser füllen, verschließen und dafür sorgen, dass für die nächsten zwölf Stunden eine konstante Temperatur von ca. 50 Grad herrscht. Stelle die Gläser dazu auf ein Backblech und lasse sie bei 50 Grad im Ofen; Damit es nicht zu heiß wird, solltest du denn Ofen jedoch in regelmäßigen Abständen ausschalten. Wird der Joghurt wärmer als 50 Grad, sterben die Bakterien ab.
  5. Anschließend schaltest du den Herd aus und lässt die Joghurtgläser über Nacht zum Reifen drin. Oder du stellst die abgefüllten Gläser zusammen mit einer heißen Wärmflasche (zum Beispiel hier** Avocadostore) unter eine dicke Decke und befüllst diese bei Bedarf erneut mit heißem Wasser.
  6. Ist die gewünschte Konsistenz erreicht, kannst du die fertigen Gläser wie gewohnt in den Kühlschrank stellen. Du hast dann drei bis vier Tage Zeit, deinen selbst gemachten Joghurt zu genießen oder ihn zum Beispiel mit frischem oder getrocknetem Obst (zum Beispiel bei **Avocadostore), Nüssen oder Honig vom heimischen Imker weiter zu verarbeiten.
  7. Wenn du auf den Geschmack gekommen bist, denk dran, 150 Gramm von deinem Joghurt auf die Seite zu legen, damit du schon bald den nächsten ansetzen kannst! Nach etwas sieben „Durchgängen“ brauchst du allerdings wieder frischen Naturjoghurt oder Ferment, da sich die Zahl der Bakterien bei jedem Mal neu Ansetzen verringert.

Lass es dir schmecken!

    Joghurt – ein Sauermilchprodukt mit Tradition

    Selbst gemacht schmeckt doch am besten ... und man weiß, was drin ist!
    Selbst gemacht schmeckt doch am besten … und man weiß, was drin ist!
    (Foto: CC0/pixabay/Ponce_photography)

    Joghurt zählt zu den ältesten Milchprodukten der Welt. Schon früh erkannten die Menschen, dass fermentierte, also durch Milchsäuregärung sauer gewordene Milch länger haltbar ist als frische. Ursprünglich vollzog sich dieser Prozess eher zufällig, doch 1905 isolierte Stamen Grigorow aus Bulgarien dann erstmals das bisher unbekannte Bakterium, das man später „Bacillus bulgaricus“ nannte. Dieser Mikroorganismus wird bis heute für die Herstellung von Joghurt verwendet.

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    (3) Kommentare

    1. Vielen Dank für diese einfache Anleitung. Nur eine Sache erscheint mir unlogisch: dass die Bakterien immer weniger werden. Eigentlich vermehren sie sich doch aus dem einen Esslöffel durch die Hitze. Zudem ist mir die Geschichte einer Inderin bekannt, die nach USA auswanderte und beim 1. Besuch zuhause Joghurt mitnahm, um den Geschmack zu bekommen, den sie von Zuhause kannte. Das war 1978 und sie macht immer noch Joghurt aus diesem Ur-Joghurt.

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