Kompostierbare Kaffeekapseln – sinnvolle Alternative zu Nespresso & Co?

kompostierbare Kaffeekapseln
Foto: © Utopia

Alternativen zu Nespresso-Kapseln gibt es inzwischen viele, nicht alle davon sind besser. Kompostierbare Kaffeekapseln versprechen besonders umweltfreundlich zu sein. Aber können sie wirklich das Müllproblem lösen?

Schmeckt Kapsel-Kaffee tatsächlich so gut, wie uns die Hersteller weismachen wollen? Darüber lässt sich streiten. Fakt dagegen ist, dass Kaffeekapseln extrem viel Müll produzieren. Bei Branchenprimus Nespresso ist es Aluminium, bei den meisten Nachahmern sind es Plastikkapseln, die nach jeder Tasse in den Abfall geworfen werden. Und trotz der Versuche, Recycling-Systeme zu etablieren, landen jährlich Millionen gebrauchte Kapseln im Restmüll, wo sie nicht einmal wiederverwertet werden können.

Kaffeekapseln von Nespresso: viel Müll
Nespresso-Kapseln machen viel Müll. Aber sind die Alternativen besser? (Foto: © Dmitry Naumov - Fotolia.com)

Mehrere Anbieter haben hier ihre Chance gesehen und in den vergangenen Jahren Alternativen entwickelt: Kapseln, welche die Vorteile der Einzelportionierung bieten, aber kaum Abfall produzieren. Die eine Variante sind wiederverwendbare Kaffeekapseln, die andere biologisch abbaubare bzw. kompostierbare Kaffeekapseln. Beide werden als umweltfreundlich vermarktet. Aber ist kompostierbar wirklich gleich umweltfreundlich?

„Biologisch abbaubar“ und „kompostierbar“: Was heißt das?

Dazu schreibt das Umweltbundesamt (PDF):

„Nach DIN EN 13432 bedeutet Bioabbaubarkeit, dass sich ein Material nach einer festgeschriebenen Zeit unter definierten Temperatur-, Sauerstoff- und Feuchtebedingungen in der Anwesenheit von Mikroorganismen oder Pilzen zu mehr als 90 Prozent zu Wasser, Kohlendioxid (CO2) und Biomasse abgebaut haben muss.“

Biologisch abbaubarer Kunststoff darf sich „kompostierbar“ nennen und das „Keimling“-Logo tragen, wenn er innerhalb von 90 Tagen zu 90 Prozent abgebaut wird.

Achtung: Die Eigenschaft „biologisch abbaubar“ oder „kompostierbar“ sagt noch nichts über die Zusammensetzung des Materials aus. Biologisch abbaubarer Kunststoff kann entweder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, zum Beispiel Mais, Zuckerrüben, Holz oder Bambus. Oder aber das „Bioplastik“ wird wie herkömmlicher Kunststoff auf Basis von Erdöl produziert.

Mehr:

Kaffeekapseln im Biomüll

Die Idee ist prinzipiell gut: Anstatt als Müll verbrannt oder aufwändig recycelt zu werden, bauen sich die Kaffeekapseln einfach biologisch ab. Die benutzte Kapsel kommt in den Biomüll oder auf den Kompost, das Müllproblem ist gelöst. Oder?

Problem 1: Bioplastik wird aussortiert

Die meisten Hersteller empfehlen, ihre Kapseln im Biomüll zu entsorgen und in einer industriellen Kompostieranlage verrotten zu lassen. Doch ganz so einfach scheint es nicht zu gehen.

„Viele Kompostierer sortieren heute Verpackungen oder Produkte aus Biokunststoffen noch vor dem Eingang in die Rotte aus dem Bioabfall aus. Das aussortierte Plastik geht direkt in die Verbrennung“,

sagt Philip Sommer von der Deutschen Umwelthilfe.

Problem 2: Bioplastik verrottet nicht schnell genug

Angenommen, die Kaffeekapseln würden nicht aussortiert und landen tatsächlich in der Kompostieranlage: In den meisten industriellen Anlagen dauert die Kompostierung des Biomülls etwa vier bis zehn Wochen. Zur Erinnerung: Entsprechend der DIN-Norm zur Kompostierbarkeit muss kompostierbarer Kunststoff innerhalb von gut 12 Wochen zersetzt sein – zu 90 Prozent.

Keimling-Logo: "kompostierbar"
Kompostierbar ja – aber meist nicht schnell genug. (Foto: © Utopia)

Die Hersteller der kompostierbaren Kaffeekapseln geben deren Kompostierungszeitraum meist mit etwa vier bis zwölf Wochen an. Im besten Fall also würde die Kapsel vollständig zusammen mit dem restlichen Biomüll in derselben Zeitspanne verrotten und kein Abfall zurückbleiben. Im schlechteren und wahrscheinlicheren Fall aber würde sie in diesem Zeitraum nicht vollständig zersetzt und es blieben Kunststoffteilchen im Kompost zurück.

„Real sind die in der Norm angenommenen Bedingungen bei weitem nicht gegeben. Die Gefahr ist sehr groß, dass die strengen Prüfkriterien für den Kompost, der auch für den Ökolandbau geeignet sein soll, nicht eingehalten werden können“,

erklärt Evi Thiermann vom Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM). „Deshalb ist der AWM gegen sogenannte Biokunststoffe in der Bioabfallsammlung.“

Auch der Fachverband Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. (BGK) schreibt, es gebe „eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Partikel von Biokunststoffen die Qualität der erzeugten Komposte und Gärprodukte gefährden.“

Problem 3: Bioplastik bringt dem Kompost nichts

Biologisch abbaubares Plastik zerfällt meist überwiegend zu Wasser und Kohlenstoffdioxid – und bietet damit keinen echten Mehrwert für den Kompost.

„Biokunststoffe sind als Kompostrohstoff nutzlos“, schreibt die BGK. Die sinnvollste Art der Entsorgung von Biokunststoffen ist laut BGK daher nicht die Kompostierung, sondern die energetische Verwertung. „Die Erfassung […] hat mithin nicht über die Biotonne, sondern […] über die Restabfalltonne zu erfolgen.“ (PDF)

Auch der BUND schreibt in einer Stellungnahme zu biologisch abbaubarem Kunststoff, der Restmüll sei „der geeignete Platz für den sogenannten Biokunststoff“.

kompostierbare Kaffeekapseln
Kompostierbare Kaffeekapseln: leere Versprechen? (Foto: © Utopia)

Bei der „energetischen Verwertung“, der Verbrennung also, ist Biokunststoff aus pflanzlichen Rohstoffen etwas klimafreundlicher als herkömmliches Plastik, denn es wird dabei nur soviel CO2 freigesetzt, wie das Ausgangsmaterial gespeichert hatte – deutlich weniger als bei erdölbasierten Materialien.

Allerdings ist die Verbrennung immer die schlechtere Alternative im Vergleich zur Wiederverwertung: „Aus Sicht einer optimalen Nutzung des Kapselmaterials würde ein klassischer Kunststoff, der recycelt wird, meist besser abschneiden“,

sagt Günter Dehoust vom Öko-Institut.

„Kompostierbar“ – nichts als ein gutes Gefühl für den Kunden?

„Die Erde hat uns den Kaffee geschenkt. Unsere Aufgabe ist es, sie zu schützen – mit der ersten kompatiblen, biologisch abbaubaren Kaffeekapsel.“ – „Verantwortungsbewusster Genuss.“ – „Wenn Sie unsere Kaffeekapseln kaufen, treffen Sie immer die beste Wahl für Ihren Geschmack und die Umwelt.“

Mit solch blumigen Versprechen werden kompostierbare Kaffeekapseln beworben. Dabei wird „kompostierbar“ einfach mit „umweltfreundlich“ gleichgesetzt – eine nicht haltbare Vereinfachung.

Gerade bei verzichtbaren Lifestyle-Produkten wie Kaffeekapseln liegt der Verdacht nahe, dass die Attribute „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ in erster Linie als grünes Deckmäntelchen bei der Vermarktung eines unsinnigen Produktes dienen sollen. Die Aussagen der Hersteller grenzen mitunter an Greenwashing.

Auch der Fachverband BGK urteilt, die Produkteigenschaft „biologisch abbaubar“ diene möglicherweise nur der „emotionalen Akzeptanz“:

„Insgesamt sollte vermieden werden, dass für (Einweg) Produkte Werkstoffe mit  Eigenschaften verwendet werden, die für die Nutzung dieser Produkte nicht erforderlich sind, sondern diese Eigenschaften nur dazu dienen, bei den Nutzern dieser Produkte ein ‚gutes Gefühl‘ zu hinterlassen, wenn sie diese nach Gebrauch wegwerfen.“

Tatsächlich suggerieren die kompostierbaren Kaffeekapseln, die Verwendung von Kaffeekapseln sei nun plötzlich umweltfreundlich(er). Anstatt also das System als solches in Frage zu stellen, wird der Verbraucher ermutigt, weiterhin Einwegprodukte zu nutzen – nur, dass der Abfall nun ein anderer ist.

„Im Verpackungsbereich und bei Einweggeschirr konkurrieren diese außerdem mit Mehrwegsystemen und der Forderung […] nach Abfallvermeidung als der obersten Stufe der Abfallhierarchie“, schreibt die BGK.

guter Kaffee - slow Coffee
Richtig guter Kaffee braucht keine Kapseln. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Jeremy Ricketts)

Kompostierbare Kaffeekapseln: besser als Alu, schlechter als wiederverwendbare Kaffeekapseln

Aufgrund der komplexen Sachlage gibt es bisher noch keine umfassende Bewertung der Ökobilanz der kompostierbaren Nespresso-Kapsel-Alternative.

Angesichts der hochproblematischen Aluminiumproduktion sind die Kapseln aus Biokunststoff sicherlich in Herstellung und Entsorgung für die Umwelt etwas weniger umweltschädlich als Original-Nespresso-Kapseln. Egal ob sie tatsächlich kompostiert werden oder doch verbrannt: Es entstehen weniger Schadstoffe.

Allerdings geht auch die Herstellung von Biokunststoffen mit massiven Problemen einher und das Material ist in der Regel für den Kompost nicht nutzbar. (Mehr dazu: Wie Bio ist Bioplastik?)

„Es bleibt dabei, dass der Aufwand zur Herstellung der Kapseln eine überflüssige Ressourcenverschwendung ist, egal welche Materialien man einsetzt“,

sagt Günter Dehoust vom Öko-Institut.

Denn die kompostierbaren Kapseln setzen den wenig umweltfreundlichen Trend zu Einweg-Produkten fort – als wirklich sinnvolle, nachhaltige Alternative zu Nespresso & Co. eignen sie sich nicht.

Immer noch am besten: Slow Coffee

Wer schon eine Nespresso-Maschine zuhause hat und diese weiternutzen möchte, fährt mit kompostierbaren Kapseln nur wenig besser. Umweltschonender sind wiederverwendbare Kapseln, die man selbst mit gutem Fairtrade-Kaffee befüllen kann.

Wer kein Interesse an der Nutzung von Kaffeekapseln hat, findet hier Tipps, wie man richtig guten Kaffee macht: Slow Coffee: Das sind die besten Arten, richtig guten Kaffee zu machen.

Kompostierbare Kaffeekapseln – ein kurzer Überblick

Beanarella


kompostierbare Kaffeekapseln: Beanarella
Nur für eigene Maschinen: Beanarella. (Foto: © Utopia)

Die schweizer Marke Beanarella hat 2014 die erste zertifiziert kompostierbare Kaffeekapsel auf den Markt gebracht. Die Kapseln bestehen aus Biokunststoff auf Basis von Nutzpflanzen, „minimale Anteile“ sind allerdings erdölbasiert. Zudem sind Zellulose und Calciumcarbonat enthalten, welches bei der Kompostierung einen Mehrwert bieten soll.

Großes Plus: Der Kaffee in der Kapsel ist Bio und Fairtrade-zertifiziert. Großes Minus: Die Kapseln passen nur in die eigene Beanarella-Maschine.

Anstatt also Nespresso-Maschine-Besitzern eine etwas bessere Alternative zur Alu-Kapsel zu bieten, macht sich Beanarella das System des Kapselkaffees zu eigen – ein System, das ein aufwändig produziertes Elektrogerät mit Wegwerf-Produkten kombiniert. Die Kompostierbarkeit der Kapseln kann das Ganze nicht zu einem sinnvollen Produkt machen.

Die meisten anderen kompostierbaren Kaffeekapseln sind kompatibel mit Nespresso-Maschinen.

Ethical Coffee Company

Lediglich zwei von 17 Sorten sind Bio- und Fairtrade-zertifiziert. Die Kapseln bestehen „im Wesentlichen aus zu 100% biologisch angebauten Pflanzenfasern und Stärke“. In industriellen Kompostieranlagen sollen sie sich innerhalb von sechs Monaten abbauen. Der Hersteller aber empfiehlt die Entsorgung im Restmüll – warum die Kapsel dann biologisch abbaubar sein soll, bleibt unklar.

Stascafe

kompostierbare Kaffeekapseln: Stascafe
Weder Bio noch Fairtrade: Stascafe. (Foto: © Utopia)

Stascafe nennt sich „die ökologische Alternative zu Nespresso“, allerdings ist der Kaffee weder Bio noch fair gehandelt.

Die Kapseln werden auf Basis von Abfallresten aus Mais, Kartoffeln und Zucker hergestellt. Nach Angaben des Herstellers sollen sie in Müllverwertungsanlagen und sogar auf dem Komposthaufen in höchstens 60 bis 90 Tagen zu Kompost abgebaut werden. „Die gebrauchten Kapseln können deshalb einfach in der Biotonne entsorgt werden.“

Bonga Red Mountain

Nach Angaben des Herstellers Original Food “die erste zertifizierte kompostierbare Kaffeekapsel für Nespresso-Systeme.“ Der Kaffee ist Bio-, Fairtrade- und Naturland-Fair-zertifiziert, die Kapseln tragen das Keimling-Siegel. Sie bestehen „anteilig aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais und Zuckerrohr.“ Die Kompostierung soll innerhalb von 12 Wochen erfolgen, allerdings nicht auf dem eigenen Kompost.

Tropical Mountains

Der Kaffee stammt aus direktem Handel bzw. von der eigenen Plantage, die sich laut Firmenangaben in Umstellung auf Bio-Anbau befindet und den Angestellten faire Löhne zahlt. Die „aus nachwachsenden Pflanzenfasern“ erzeugten Kaffeekapseln sollen in 180 Tagen auf dem industriellen Kompost abbaubar sein, der Hersteller empfiehlt aber trotzdem die Entsorgung im Restmüll.

La Coppa Kapseln

kompostierbare Kaffeekapseln: La Coppa
12 Wochen Kompostierung: La Coppa. (Foto: © Utopia)

Drei von sieben Sorten sind Bio. Die beim Drogeriemarkt Müller erhältlichen Kaffeekapseln sind „rein pflanzlich und aus natürlichen und erneuerbaren Materialien hergestellt (Zuckerrohr und Zuckerrübenkonzentrate, etc.).“ Die Kompostierung soll höchstens zwölf Wochen dauern, der Hersteller empfiehlt die Kapseln in der Biotonne zu entsorgen.

Velibre

Der Kaffee ist Bio-zertifiziert, zu den Kapseln schreibt das Unternehmen lediglich, sie seien “aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff“. „Alle velibre-Verpackungsrohstoffe sind GMO-frei und stehen nicht in Konkurrenz mit Anbauflächen für Lebensmittel.“ Entsorgen kann man die Kapseln laut Hersteller im Restmüll oder im eigenen Kompost, wobei er nicht angeben möchte, wie lange die Kompostierung dauert.

Bessere Alternativen

Wenn du schon eine Nespresso-Maschine hast und weiterhin nutzen möchtest, verwende am besten wiederverwendbare Nespresso-Kapseln – ohne Alu und völlig müllfrei:

Genau wie bei der Zubereitung mit French Press, Esspressokocher & Co. kannst du in wiederverwendbaren Kaffeekapseln genau den Kaffee verwenden, denn du magst – am besten natürlich fair gehandelt und bio.

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(14) Kommentare

  1. Diese kompostierbaren Kaffeekapseln haben natürlich auch Nachteile.
    Sie müssen rasch verbraucht werden sonst schmeckt der Kaffee einfach nicht mehr gut.
    Es kann deshalb kein grösserer Vorrat angelegt werden. Sonderangebote können nicht ausgenutzt werden. Man kann nur Kapseln für 3 – 4 Tage im Voraus kaufen.

  2. „Man kann nur Kapseln für 3 – 4 Tage im Voraus kaufen.“
    Ehrlich?
    Man kann sich also damit noch mehr zum Deppen machen lassen, als mit den bisherigen Kapseln? 😉

  3. Betr. Kapseln von Nespresso von Nestle
    Wir verwenden bisher fast ausschließlich ALU Kaffee-Kapseln von Nespresso.
    Nach Durchlauf werden die Kapseln gesammelt und von Zeit zu Zeit das Kaffeepulver aus der Hülle entfernt und in die Bio Tonne verstaut. Die leeren Alu Becher wandern in den gelben Sack.
    Leichte Arbeit und dies kann ja von jedem Kaffeetrinker, der für eine saubere Umwelt fordert und einsteht, erwartet werden. Außerdem ist der Kaffeegenuß aus diesen Kapseln vom Geschmack deutlich besser. Auch unsere Erfahrung.
    Dies wurde auch in verschiedenen Test`s festgestellt.
    Wir sind der Ansicht, daß auch diese Bequemlichkeit nicht noch zusätzlich unterstützt werden sollte.
    Helmut Regenbogen

  4. Lieber Helmut,
    da ist ja sicherlich ganz süß gemeint, aber es geht bei den Nespresso-Kapseln tatsächlich um das Aluminium. Der Rohstoff wird erst unter hohem Energieaufwand und umweltbelastend gewonnen, um später, d.h. nach der einmaligen Nutzung als Kaffeekapsel im Müll zu landen. Der Aluminium-Müll ist wieder schädlich für die Umwelt, mit oder ohne Kaffeesatz. LG

  5. Ach ja, und dann kommt noch hinzu, dass Nestlé einer der fiesen Ausbeuterkonzerne ist, der in einigen ärmeren Ländern die Grundwasserquellen für sich behauptet, um das Wasser zum überteuerten Preis zu verkaufen. Die Menschen in den entsprechenden Regionen, die auf diese Wasserquellen angewiesen sind, haben keine Möglichkeit mehr an das Wasser zu kommen. Mit dem Kauf von Nestlé-Produkten, wozu ja auch die Nespresso-Kapseln gehören, unterstützt man – wenn auch versehentlich – diese Praxis.

  6. Ich meine, eigentlich gibt es keine sinvolle Alternative. Sinnvoll kann nur der Verzicht auf diese Form der Kaffeezubereitung sein. Es gibt genug Alternativen (traditionelle Verfahren).

  7. Es gibt praktisch keine Kommune in Deutschland, die es erlaubt, Kunststoffe in die Biomülltonne zu entsorgen, egal ob sie biologisch abbaubar sind oder nicht. Die Aluminiumkapseln von Nespresso dagegen dürfen nach Gebrauch ganz offiziell in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gegeben werden. Sie vorher zu entleeren ist nicht notwendig. Das Aluminium wird fast vollständig zurückgewonnen und steht danach wieder für neue Anwendungen zur Verfügung. Auch Kunststoffkapseln können recycelt werden – wenn sie entsprechend gestaltet sind.

  8. Soweit zur Theorie – was Aluminium in Gelben Sack angeht.

    Nur weiß a) man, daß bei weitem nicht alles sauber getrennt wird.

    Hier spricht man von 60% Wiederverwertungsrate bei Aluminium:
    https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/verpackungen

    Und auch auf der Seite des Grünen Punkts bleiben noch 15% Al aus Kaffe-Kapseln, die nicht recycelt werden können.
    https://www.gruener-punkt.de/de/kommunikation/news/artikel/details/kaffeekapseln-aus-aluminium-hervorragend-recyclingfaehig.html

    Und der Energieaufwand ist beim Recycling immens, wenn auch nicht so hoch, wie bei Neugewinnung von AL.

    b) ist die Gewinnung von Aluminium immer mit Umweltverschmutzung verbunden und der Verbrauch steigt ständig, es wird also trotz Recycling immer weiter abgebaut.

    c) ist die Umbedenklichkeit von Aluminium als Nahrungsmittel-Verpackung eher nicht gegeben.

    Es bleibt also dabei, daß Verzicht auf solche Kapseln immer noch die beste Methode ist.

  9. Das Umweltbundesamt nennt die gesetzlichen Vorgaben für das Recycling – diese liegt in der Tat bei 60 %, soll aber durch ein neues Gesetz deutlich angehoben werden. Tatsächlich erreicht wird eine Recyclingquote von 85,5 %, wie in unserer Pressemitteilung genannt. Auch wenn das nicht 100 % sind, ist das eine sehr hohe Quote. Aber Sie haben natürlich Recht – wir können hier noch besser werden, und das ist auch das Ziel!

  10. Wir müssen vor allem besser werden im Vermeiden.
    Weil selbst 100% Recycling nicht auffangen kann, daß von allem immer mehr und mehr verbraucht wird.
    Einigen wir uns einfach auf den dualen Weg. 😉

  11. Man kann sich doch über so vieles aufregen, warum sind Alu-Kapseln überhaupt erlaubt? Gesundheitlich, der Schaden der beim Abbau von Alu entsteht, der Müll, etc… und jetzt diese ganzen kompostierbaren Kunststoffe, ich meine, ich blick durch vieles nicht durch, die Welt ist komplex und paradox und es sind ja nicht alle Utopisten. Komplett richtig und falsch gibt es auch nicht, aber warum „immer“ diese Verwirrung?
    Wie im Text schon oben steht, haben diese abbaubaren Kunsttoffe keinen Mehrwert für die Umwelt, also den Humus. Also warum überall raufschreiben, damit man ein besseres Gefühl hat? Ist das jetzt der Freischein Müll in die Umwelt zu schmeißen, weil ist ja kopostierbar? Ich hab den Versuch gemacht und eine angeblich kompostierbare Plastiktüte in unseren Kompost getan. Nach ca. 4 Jahren, mehreren Kompostgenerationen ist die Tüte nicht ansatzweise zerfallen, lediglich in 4 große Teile. Die Tüte wurde anschließend über den Müll Restmüll entsorgt.
    Aber wieder zum Kaffee und gegen Kapseln. Ich finde es im Allgemeinen schöner, sich ein tollen, leckeren Fairtrade Kaffee bzw. Espresso zu kaufen und den schön auf dem Herd aufkochen zu lassen bis er pfeifft und zu wissen, wenn schon Kaffeeplantagen im Regenwald, dann bitte welche wo die Bauern und deren Familien scheinbar besser verdienen und man etwas auf die Umwelt achtet. Wir sollten Kaffee bewusst genießen und celebrieren, er sollte nicht nur der schneller Kick in den Tag sein.

  12. Wahre Umweltschützer besitzen keine Kapselkaffeemaschinen ,zur Rettung des Planeten müssen wir lernen zu verzichten und ich glaube,dass man leicht auf diese Maschinen verzichten kann.

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