Kuchen ist nicht ganz durch: So kannst du ihn noch retten

kuchen noch roh
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Du hast dich genau an das Rezept gehalten, aber beim Anschneiden stellst du trotzdem fest, dass dein Kuchen noch rohe Stellen hat? Wir erklären dir, warum das passieren kann und wie du den nicht ganz durchgegarten Kuchen noch rettest.

Das ist wohl allen Hobbybäcker:innen schon passiert: Du holst den Kuchen aus dem Ofen, weil die Backzeit abgelaufen ist und er außen fertig und gut durchgebacken aussieht. Doch beim Anschneiden siehst du es: Innen ist der Kuchen noch roh – entweder stellenweise oder sogar größtenteils.

Kann man den halbgaren Kuchen dann trotzdem essen oder ihn irgendwie retten? Und wie lassen sich rohe Stellen im Kucheninneren am besten verhindern? Das erfährst du hier.

Kuchen innen noch roh: Warum passiert das?

Dein Kuchen ist noch roh, obwohl du die Backzeit genau eingehalten hast? Dafür kann es verschiedene Gründe geben.
Dein Kuchen ist noch roh, obwohl du die Backzeit genau eingehalten hast? Dafür kann es verschiedene Gründe geben. (Foto: CC0 / Pixabay / mgattorna)

Vielleicht hast du dich schonmal gewundert, warum dein Kuchen nach der im Rezept angegebenen Backzeit noch nicht richtig durch ist. Dass der Kuchen nichts wird, kann verschiedene Ursachen haben. Häufige Backfehler sind zum Beispiel die folgenden:

  • Es kann am Ofen liegen: Jeder Ofen ist etwas anders und nicht alle erreichen die gewünschte Temperatur mit gleicher Schnelligkeit. Dass ein Kuchen missglückt, obwohl du die Backzeit genau eingehalten hast, kann also einfach an den Eigenheiten deines Ofens liegen. Manche Öfen heizen auch nicht auf jeder Seite gleich. Auch wenn die Anzeige der Backofen-Symbole nicht richtig funktioniert, kann das beim Backen dazu führen, dass am Ende der Kuchen noch roh ist. 
  • Auch die Größe der Kuchenform spielt eine Rolle: Je nachdem, in welche Form du deinen Kuchenteig füllst, muss eine dickere oder dünnere Schicht Teig gebacken werden. Ersteres dauert etwas länger. Deshalb solltest du möglichst eine Form in der vom Rezept vorgegebenen Größe verwenden, damit die Backzeit möglichst genau passt und der Kuchen nicht roh bleibt. 
  • Die Temperatur wurde falsch eingestellt: Manche glauben, dass ein Kuchen schneller gart, wenn man am Ofen eine höhere Temperatur einstellt. Das ist ein verbreiteter Irrglaube. Stattdessen passiert es dann eher, dass der Kuchen außen verbrennt, bevor er innen richtig durch ist.
  • Du hast dich beim Rezept vertan: Natürlich kann es auch vorkommen, dass man sich bei den Zutaten mal verzettelt. Ist dein Teig zu flüssig, weil du zum Beispiel zu viel Wasser zugegeben hast, kann der Kuchen länger brauchen, als im Rezept steht. Auch falsche Handgriffe wie zu viel Rühren oder Teig nicht richtig zu kneten, können beim Backen dazu führen, dass das Endprodukt unbefriedigend ausfällt und der Kuchen noch roh ist.
  • Du hast die Backzeit nicht an die Aufheizzeit angepasst: Viele Rezepte verlangen, dass du den Backofen vorheizt. Bei gewissen Teigsorten wie Biskuitteig ist dies zwingend nötig, damit er nicht in sich zusammenfällt. Bei anderen wiederum ist es nicht nötig und du kannst so Energie sparen. Allerdings verlängert sich dann die angegebene Backzeit aus dem Rezept etwas und du musst genauer hinschauen, wann der Kuchen richtig durch ist.

Wie erkenne ich, dass mein Kuchen noch roh ist?

Die Stäbchenprobe kann Klarheit bringen, ob dein Kuchen noch roh ist.
Die Stäbchenprobe kann Klarheit bringen, ob dein Kuchen noch roh ist. (Foto: CC0 / Pixabay / olarts)

Eine beliebte Methode, um festzustellen, ob Gebäck richtig durch ist, ist die sogenannte Stäbchenprobe. Dafür nimmst du ein (Holz-)Stäbchen oder Zahnstocher zu Hilfe, stichst damit in den Kuchen und ziehst es wieder heraus.

  • Klebt am Stäbchen kein Teig, ist das ein gutes Indiz dafür, dass der Kuchen im Inneren durch ist.
  • Wenn noch viele Teigrückstände am Stäbchen kleben (und vielleicht sogar offensichtlich roh sind), dann ist der Kuchen innen noch roh oder noch nicht ganz durchgebacken. Lass den Kuchen in diesem Fall noch etwas im Ofen und mach nach ein paar Minuten erneut die Stäbchenprobe.

Bei Kuchen, die im Inneren generell etwas feuchter bleiben (zum Beispiel Käsekuchen oder Zupfkuchen), kannst du die Druckprobe machen: Dabei drückst du am Ende der Backzeit leicht oben auf den Kuchen. Gibt er nur leicht nach, ist er fertig gebacken. Wenn er hingegen noch sehr weich ist und deutlich nachgibt (als könntest du ihn problemlos mit dem Finger ganz durchbohren), braucht er noch ein bisschen.

Kann man rohen Kuchen noch essen?

Rohen Kuchenteig solltest du aus gesundheitlichen Gründen lieber nicht essen.
Rohen Kuchenteig solltest du aus gesundheitlichen Gründen lieber nicht essen. (Foto: CC0 / Pixabay / eatde)

Wenn der Kuchen im Inneren noch komplett roh ist, solltest du ihn nicht essen. Besonders bei alten Menschen, Kindern oder Personen mit geschwächtem Immunsystem kann roher Kuchenteig bekannterweise zu Magenprobleme oder Schlimmeren führen. Roher Kuchenteig kann nämlich folgende Bakterien, Keime und Krankheitserreger enthalten:

  • Salmonellen: Wenn rohe Eier im Teig sind
  • Verotoxin bildende Escherichia coli (VTEC, Synonym: STEC = Shigatoxin bildende E. coli): Wenn Mehl im Teig ist.

Ausreichendes Erhitzen tötet diese Keime zuverlässig ab, weshalb du einen durchgebackenen Kuchen bedenkenlos essen kannst. Wenn große Teile des Kuchens noch roh sind, ist nicht unbedingt garantiert, dass das Gebäck genug erhitzt wurde, um alle potenziellen Erreger abzutöten.

Es ist also davon abzuraten, einen komplett oder teilweise rohen Kuchen zu essen. Versuch es stattdessen lieber mit einer verbreiteten Methode, die den Kuchen eventuell noch retten kann.

Kuchen nachbacken: So geht's

Kuchen nachbacken kannst du sogar ganz bequem in der Mikrowelle.
Kuchen nachbacken kannst du sogar ganz bequem in der Mikrowelle. (Foto: CC0 / Pixabay / IdaT)

Wenn dir erst nach dem Herausnehmen aus dem Ofen auffällt, dass dein Kuchen noch roh ist, kannst du versuchen, ihn nachzubacken:

  1. Schneide den Kuchen vor dem Nachbacken in mittelgroße Stücke. So gelangt die Hitze besser ins Innere.
  2. Decke den Kuchen mit Backpapier oder einem Backpapier-Ersatz ab, damit die bereits fertig gebackene Oberseite nicht verbrennt. Oft wird für diese Methode Alufolie empfohlen. Aufgrund der schlechten Ökobilanz raten wir jedoch davon ab. Backpapier-Ersatz funktioniert genauso gut. 
  3. Stell den Kuchen erneut bei der im Rezept angegebenen Temperatur in den Ofen und überprüfe mit den oben genannten Möglichkeiten in regelmäßigen Abständen, ob der Kuchen schon durch ist oder noch etwas Zeit braucht.

Er könnte dadurch etwas trockener werden als gewünscht, dafür musst du ihn nicht entsorgen und mit etwas Marmelade obendrauf schmeckt er trotzdem noch lecker.

Alternative: Nachbacken in der Mikrowelle oder im Toaster

Wenn es schnell gehen muss, kannst du kleine Kuchen oder einzelne Stücke auch in der Mikrowelle nachbacken. Stell den Kuchen dafür jeweils für einige Sekunden auf mittlerer Stufe in die Mikrowelle und überprüfe unbedingt regelmäßig, ob er schon durch ist. Denn in der Mikrowelle wird der Kuchen sonst auch schnell trocken. Flache Kuchenstücke, zum Beispiel ein nicht ganz durchgebackener Marmorkuchen aus der Kastenform, kannst du in den Toaster legen zum Fertiggaren. Er bekommt dann allerdings eine knusprige Kruste.

Hinweis: Das Nachbacken kann funktionieren, wenn ein Kuchen innen noch roh ist. Manchmal klappt es aber auch nicht. Das kann dann zum Beispiel daran liegen, dass Backpulver mit der Zeit seine Triebkraft verliert oder der Kuchen außen bereits eine harte Kruste gebildet hat, die das Nachbacken erschwert. Probieren solltest du die Methode dennoch. Ein Versuch ist immer besser, als ein potenziell noch essbares Lebensmittel einfach wegzuwerfen.

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