Mandelmehl selber machen: Eine einfache Anleitung

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Mandelmehl ist eine gesunde Alternative zu Weizenmehl. Mit seinem mild-nussigen Geschmack wird es beim Backen immer beliebter. Wir zeigen dir, wie du Mandelmehl ganz einfach selber machst.

Mandelmehl selber machen: Das sind die Vorteile

Da Mandelmehl kein Gluten enthält, ist es ein idealer Mehlersatz für Personen, die unter Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie leiden. Aber auch für alle anderen ist es eine empfehlenswerte Alternative zu herkömmlichem Mehl. Denn Mandeln sind vitamin- und nährstoffreich, enthalten viele Proteine, liefern ungesättigte Fettsäuren und verleihen dem Gebäck einen feinen Mandelgeschmack. Beim gesundheitsbewussten Backen werden Nussmehle daher immer beliebter.

Zudem gibt es gute Gründe, weshalb du Mandelmehl selber machen solltest: 

  • Gekauftes Mandelmehl aus dem Supermarkt ist meist sehr teuer. Vor allem, wenn du Mandelmehl häufiger verwendest, kannst du mit der selbstgemachten Version einiges an Geld sparen. 
  • Selbermachen spart außerdem Verpackungen: Ganze Mandeln sind inzwischen auch in verpackungsfreien Läden erhältlich oder du kannst die Mandeln gleich in größeren Mengen einkaufen. Das ist bei Mandelmehl eher nicht möglich, da sich dieses auch nicht so lange hält. 
  • Schließlich bestimmst du beim Selbermachen außerdem über Herkunft und Qualität der Mandeln. Bei Mandelmehlen ist das Angebot deutlich überschaubarer. 

Natürliches Mandelmehl selber machen: So geht’s

Um Mandelmehl herzustellen benötigst du rohe, naturbelassene Mandeln.
Um Mandelmehl herzustellen benötigst du rohe, naturbelassene Mandeln.
(Foto: CC0 / Pixabay / Turenza)

Es ist extrem einfach, natürliches Mandelmehl selber zu machen – es handelt sich dabei schlicht um gemahlene Mandeln. Dafür brauchst du: 

  • naturbelassene Mandeln (nicht geröstet oder gesalzen) 
  • ein leistungsstarkes Mixgerät 

Ob du die Mandeln mit oder ohne Schale verwendest ist dir überlassen. Unter der Schale liegen wertvolle Vitamine und Nährstoffe, die beim Blanchieren verloren gehen. Allerdings ergeben blanchierte Mandeln optisch und geschmacklich das feinere Mehl. 

1. Schritt (optional): Mandeln blanchieren  

  1. Lasse die Mandeln über Nacht in Wasser einweichen. Das macht die Mandeln bekömmlicher. 
  2. Koche die Mandeln am nächsten Tag zwei Minuten lang in sprudelndem Wasser. 
  3. Gieße das Wasser ab. Nun kannst du die Haut ganz einfach entfernen. 
  4. Wichtig ist, dass du die Mandeln jetzt gut trocknen lässt. Tupfe sie mit einem Geschirrtuch ab und lasse sie für einige Stunden komplett trocknen. 

2. Schritt: Mandelmehl herstellen  

  1. Gib die Mandeln in einen leistungsstarken Mixer und mahle sie zu feinem Mandelmehl. Das kann je nach Mixer zwischen 30 Sekunden und wenigen Minuten dauern. Achtung: Mixe nicht zu lange, da ansonsten Mandelmus entsteht! 
  2. Das Mandelmehl hält sich luftdicht verpackt im Kühlschrank mindestens vier bis sechs Monate. Bei Raumtemperatur solltest du es nicht lagern, da es schnell ranzig wird. 

Natürliches vs. entöltes Mandelmehl

Entöltes Mandelmehl ist deutlich kalorienärmer als natürliches Mandelmehl.
Entöltes Mandelmehl ist deutlich kalorienärmer als natürliches Mandelmehl.
(Foto: CC0 / Pixabay / writerchick)

Es gibt zwei Arten von Mandelmehl: Das recht fetthaltige natürliche Mandelmehl kannst du wie oben beschrieben ganz einfach zu Hause herstellen. Beim entölten oder teilentölten Mandelmehl werden die Mandeln allerdings vor dem Mahlen in einer Ölpresse ausgepresst, wodurch der Fettgehalt deutlich reduziert wird. Das Mehl wird dadurch kalorienärmer und trockener, was auch die Backeigenschaften verändert. Achte daher immer darauf, ob im Rezept nach natürlichem oder entöltem Mandelmehl verlangt wird. 

Entöltes Mandelmehl kannst du daher leider nicht so einfach zu Hause herstellen, denn dafür bräuchtest du eine Ölpresse. Diese ist recht teuer (ab etwa 100 Euro) und würde sich erst lohnen, wenn du entöltes Mandelmehl häufig in größeren Mengen herstellst. 

Übrigens: Herkömmliches Mehl kannst du meist nicht eins zu eins durch Mandelmehl ersetzen, da es andere Backeigenschaften mit sich bringt. Durch den hohen Ballaststoffgehalt bindet Mandelmehl beispielsweise mehr Flüssigkeit, das fehlende Gluten macht das Gebäck aber weniger stabil. Der hohe Fettgehalt von natürlichem Mandelmehl macht das Gebäck außerdem saftiger. Als Faustregel gilt: Du kannst etwa ein Drittel bis die Hälfte des Mehls durch Nussmehle ersetzen. 

Tipp: Mandelmilch und Mandelmehl zusammen herstellen

Die Tresterreste der Mandelmilch kannst du zu Mandelmehl weiterverarbeiten.
Die Tresterreste der Mandelmilch kannst du zu Mandelmehl weiterverarbeiten.
(Foto: CC0 / Pixabay / falovelykids)

Wenn du auch Mandelmilch selber machst, kannst du das hervorragend mit der Mandelmehlproduktion kombinieren. Denn bei der Mandelmilch bleiben Tresterreste aus den gemahlenen Mandeln zurück, die du zu Mandelmehl weiterverarbeiten kannst. Trockne dafür den Mandeltrester entweder bei geringer Hitze im Backofen (etwa 80 °C) oder einige Stunden an der Sonne. Danach kannst du die Mandelreste zu feinem Mandelmehl weiterverarbeiten. 

Eine Anleitung, wie du Mandelmilch selber machst, findest du hier. 

Wie nachhaltig sind Mandeln?

Der Anbau von Mandeln braucht enorm viel Wasser.
Der Anbau von Mandeln braucht enorm viel Wasser.
(Foto: CC0 / Pixabay / Angeleses)

Da der Großteil der Mandeln aus Kalifornien stammt, solltest du beim Kauf unbedingt auf die Herkunftsangabe achten. Es gibt auch Mandeln, die in Europa angebaut werden. Achte außerdem darauf, Mandeln möglichst in Bio-Qualität zu kaufen. Da aber auch die Ökobilanz europäischer Mandeln aus biologischem Anbau durch den sehr hohen Wasserverbrauch eher schlecht ausfällt, sollten Mandeln nicht auf deinem täglichen Speiseplan stehen. Mehr Infos rund um die Nachhaltigkeit von Mandeln findest du hier. 

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