Magic Cleaning: Richtig aufräumen mit der Methode von Marie Kondo

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Mit ihrem Buch „Magic Cleaning“ zeigt Marie Kondo, dass wir vor allem eins brauchen, um glücklicher zu sein, nämlich nicht viel. Ihre KonMari-Methode befreit nicht nur unser Zuhause von unnötigem Ballast, sondern auch uns selbst. Jetzt räumt Kondo auch auf Netflix auf: in ihrer neuen Serie „Aufräumen mit Marie Kondo“.

Spaß am Aufräumen haben die wenigsten. Doch das befreiende Gefühl, wenn man damit fertig ist, dürfte jedem bekannt sein. Leider ist der saubere Zustand unseres Zuhauses selten von langer Dauer. Die japanische Aufräumexpertin Marie Kondo hat eine Methode entwickelt, die das ändert. Mit ihrem Buch „Magic Cleaning“ zeigt sie, wie es geht.

Magic Cleaning: Erst ausmisten, dann aufräumen

Die Magie des Aufräumens – Magic Cleaning – besteht laut Kondo darin, sein eigenes Leben zum Positiven zu verändern – indem man (es) gründlich ausmistet. Dabei ist die sogenannte KonMari-Methode der japanischen Autorin denkbar einfach.

Der erste Schritt der KonMari-Methode lautet: Dinge aussortieren – und zwar endgültig. Erst wenn dieser Schritt vollständig abgeschlossen ist, kann mit dem nächsten weitergemacht werden: Einen festen Aufbewahrungsort für die Dinge finden, die man noch besitzt.

„Viele Menschen scheitern beim Aufräumen, weil sie sich noch während des Entrümpelns Fragen stellen wie zum Beispiel ‚Wo sollte ich das am besten unterbringen?’ Oder: ‚Habe ich hierfür genügend Platz im Regal?’ Doch das hält sie beim Ausmisten auf.“

Also, erst aussortieren und was dann übrig bleibt, bekommt einen festen Platz in unserem Zuhause zugeteilt.

Marie Kondo: Ein einziges Kriterium hilft beim Ausmisten

Doch wie entscheidet man mit Magic Cleaning, was alles wegkommt? Laut Marie Kondo ist das alles, was kaputt ist, was zu einem Set gehört, das sowieso schon nicht mehr vollständig ist, was nicht mehr gefällt oder Dinge, bei denen der Anlass vorbei ist.

Minimalismus Magic Cleaning Marie Kondo
Umgebe dich nur mit Dingen, die dich glücklich machen. (Foto: Unsplash / CC0)

Die Aufräumexpertin geht noch einen Schritt weiter. Sie ist der Meinung, dass wir uns in unserem Zuhause nur dann wohlfühlen können, wenn wir uns ausschließlich mit Dingen umgeben, die uns glücklich machen.

In „Magic Cleaning“ schreibt Marie Kondo, es gebe nur ein wahres und gültiges Auswahlkriterium dafür, ob Dinge behalten werden oder wegkommen: Und das ist das Glücksgefühl, das der Gegenstand bei uns erzeugt – oder eben nicht.

„Viele Menschen leben in einer Umgebung voller ‚Irgendwie-brauche-ich-das-noch-Dinge’: Machen Sie sich bewusst, wie viele dieser ‚Irgendwie-Dinge’ Sie noch besitzen. Möchten Sie ein ‚Irgendwie-Leben’ führen? Bleiben Sie standhaft und behalten Sie nur, was Sie wirklich glücklich macht“, schreibt sie in Magic Cleaning.

Marie Kondo rät, jeden Gegenstand einzeln in die Hand zu nehmen und sich dann die Frage zu stellen: „Macht es mich glücklich, wenn ich diesen Gegenstand in der Hand halte?“ Was glücklich macht bleibt – alles andere kommt weg.

Ausmisten: in Kategorien statt in Räumen

Allzu oft widmen wir uns beim Aussortieren einem Zimmer nach dem anderen. Marie Kondo rät in „Magic „Cleaning“ davon ab und empfiehlt stattdessen, nach Sachgruppen vorzugehen. So habe man einen besseren Gesamtüberblick und könne leichter entscheiden, was bleibt und was geht.

Die KonMari-Methode sieht vor, dass man dafür alle Dinge einer Sachgruppe – zum Beispiel Kleidung – aus allen Ecken seines Zuhauses hervorholen und auf einem Haufen sammeln soll. Anschließend mistet man mit Hilfe des Glückskriteriums aus. Laut Marie Kondo wird einem nur dann bewusst, was man alles besitzt und dieser „Schock“ habe eine heilsame Wirkung.

KonMari-Methode: Die richtige Reihenfolge macht’s

Damit das Entrümpeln relativ schnell und effizient von statten geht, gibt die KonMari-Methode eine Reihenfolge vor: Erst wird Kleidung aussortiert, dann Bücher, Schriftstücke, Kleinkram und zuletzt Erinnerungsstücke.

Minimalismus Magic Cleaning Marie Kondo
Als erstes geht es der Kleidung an den Kragen. (Foto: Unsplash / CC0)

Bei der KonMari-Methode beginnt man mit der Kategorie, bei der das Wegwerfen am wenigsten schwerfällt, und arbeitet sich nach und nach zur schwierigsten Kategorie vor. Da wir dann schon Übung haben, fällt uns das Aussortieren hier leichter, so Marie Kondo.

Richtig aufräumen: Alles hat seinen Ort

Der Clou beim richtigen Aufräumen besteht laut Marie Kondo darin, dass man es einmal richtig macht – und es dann nie wieder mehr als ein paar Minuten unserer Zeit in Anspruch nimmt. Der Trick dafür ist denkbar einfach: Alles hat seinen festen Ort.

„Was glauben Sie, warum immer wieder Chaos ausbricht, obwohl wir doch ständig aufräumen? Genau! Es liegt daran, dass nicht von vornherein ein fester Platz für die Dinge bestimmt wurde. Gibt es jedoch eine Adresse, brauchen wir die Dinge nach Benutzung einfach nur dorthin zurückbringen“, schreibt sie in Magic Cleaning. 

Minimalismus Magic Cleaning Marie Kondo
Jedes Ding bekommt einen festen Platz. (Foto: Unsplash / CC0)

Achtsamkeit gegenüber den Dingen

Damit uns unser entrümpeltes Zuhause lange glücklich macht, rät Marie Kondo zu einer einfachen Methode der Achtsamkeitspraxis: Die eigenen Dinge wertschätzen, indem man ihnen Dankbarkeit entgegenbringt.

„Wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen, sagen Sie der Kleidung, die Sie ausziehen und wieder aufhängen doch mal: ‚Vielen Dank, dass du mich heute wieder gewärmt hast.’ […] Und wenn Sie die Tasche in den Schrank zurückstellen: ‚Mit deiner Hilfe konnte ich heute wieder sehr gute Arbeit leisten. Dankeschön!’“

Was etwas gewöhnungsbedürftig klingt, hat einen schönen Effekt: Man macht sich bewusst, warum man welche Dinge besitzt, behandelt sie dadurch automatisch pfleglicher und hat so länger etwas von ihnen. Das hält uns zudem davon ab, ständig Neues zu kaufen.

Magic Cleaning – wie richtiges Aufräumen dein Leben verändert

Marie Kondo: Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert
Marie Kondo: Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert (Foto: © Rowohlt Verlag)

In „Magic Cleaning“ gibt Marie Kondo viele weitere hilfreiche Tipps für ein aufgeräumteres und minimalistischeres Leben. Gleichzeitig zeigt die KonMari-Methode wie eng Minimalismus und Achtsamkeit zusammenhängen, indem man sich beim Aufräumen Fragen stellt wie: „Was ist wichtig für mein derzeitiges Leben? Was brauche ich wirklich? Und warum besitze ich diese Dinge?

Das Buch: Magic Cleaning – wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert (Rowohlt Verlag) 9,99 Euro.

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Neue Netflix-Serie: „Aufräumen mit Marie Kondo“

Bis heute hat sich Marie Kondo’s Buch weltweit über zehn Millionen Mal verkauft, ein riesiger Erfolg. Die Autorin ist inzwischen nach Kalifornien umgezogen und hat dort ein Unternehmen gegründet. Sie berät kalifornische Digitalunternehmen – und Netflix widmet ihr sogar eine ganze Serie: Seit Neujahr kann man sich in acht Folgen ansehen, wie Marie Kondo amerikanische Häuser ausmistet und den Bewohnern zu einem neuen Lebensgefühl verhilft.

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(10) Kommentare

  1. Ach, dieses Aussortieren… ich kenne so viele, die so gut und gnadenlos aussortieren und dann alles wieder neu kaufen…
    Ich finde diesen Trend nicht so toll, es widerspricht genau dem, dass Dinge auch noch was wert sind, wenn sie nicht mehr ganz perfekt sind, dass man viele Dinge noch reparieren oder umnutzen kann.
    „Laut Kondo ist das alles, was kaputt ist, was zu einem Set gehört, das sowieso schon nicht mehr vollständig ist, was nicht mehr gefällt oder Dinge, bei denen der Anlass vorbei ist.“
    Und, wo soll das dann alles hin, was man so von leichter Hand gekauft hat?
    Ihr habt doch auch andere Artikel zu Repair, Reuse, Recycle, wie passt das damit zusammen?
    Dieses Ausmisten ist irgendwie Teil von so einem egoistischen Trend, bei dem man immer nur an sich denkt („mein Raum, mein Durchatmen und dieses tolle Befreiungsgefühlt beim Wegwerfen!“), und nie an: Wo kommt das her? Wo geht das hin? Wieviel Energie hat die Herstellung gekostet? Was kostet das Entsorgen? Wer lebt mit meinem Müll jetzt weiter?

    Ich habe auch schon ausgemistet und kenne das befreiende Gefühl, aber ich versuche auch, niemals nur “ für einen einzigen Anlass“ oder so zu kaufen, dass mit Dinge nur kurzfristig gefallen.

    Man könnte dieses Buch übrigens sicher auch in der Bibliothek ausleihen, dann müsste man es nicht kaufen und zwei Jahre später entsorgen 🙂

  2. Ich habe gerade diese Seite gelesen und mir gedacht, das Buch möchte ich mir kaufen, weil ich unbedingt Ausmisten möchte. Da ich selten Kommentare lese, habe ich mir schon überlegt das Buch zu bestellen, bzw. über ein Ausborgen nachgedacht. Der Kommentar von Tine hat mir aber dann gezeigt, das ich es auch ohne Buch schaffe und mir überlege, wo die Sachen hin kommen, die ich weg gebe und das ich mir dafür nichts mehr Neues kaufe. Es schön zu sehen, dass sich immer mehr Menschen über unser Kaufverhalten Gedanken machen und den Verlockungen des Alltags widerstehen.

  3. Ich lese dieses Buch nun schon zum zweiten Mal und es ist für mich eine große Motivationshilfe. Selbstverständlich kann man es sich sicher auch leihen, doch werde ich meines verborgen an Freunde, von denen ich denke, dass es ihnen helfen wird.
    Das Buch hat mir auch Tipps gegeben, was ich gar nicht erst kaufen werde, wie ich entsorge ohne meinen Müll weiterzugeben (wird ganz explizit erwähnt) und wie ich nicht neu kaufe und horde, sondern herausfinde, was ich eigentlich will und das nicht über blindes kaufen decke sondern herausfinde, was ich wirklich brauche um glücklich und zufrieden zu sein. Mit ihrer Methode reicht einmal ausmisten fürs ganze restliche Leben. Diese Philosophie tut mir gut und hat mir geholfen mein Leben und meine Wünsche zu überdenken und zu hinterfragen.

  4. @Tine, genau darum geht es in diesem Buch. Dass man einmal aufräumt und ausmistet und dann nie wieder. Dass man nur noch Dinge kauft und behält die einen langfristig glücklich machen. Darum, dass man nicht mehr viel wegwerfen muss. Darum, dass man Bücher nicht ewig behält wenn man sie nicht wieder liest, sondern sie weitergibt. Deine Meinung stimmt zu 100 % mit der Autorin Marie Kondo überein.

  5. Danke Tine für den super Kommentar ! Du hast alles gesagt, Utopia wird sich selbst immer untreuer. Ach und Dinge wegwerfen deren „Anlass“ vorbei ist ???, Also weg mit den echten Glaskugeln für den Christbaum und für den Osterschmuck gilt das gleiche !! Man kann ja alles im 1€ shop „Anlassgegeben „kaufen : Fasching, Helloween, Sylvester
    Was für ein Blödsinn dieser Artikel vermitteln will. Wer wirklich langlebige Möbel will darf nicht zu Unternehmen welche keine Steuern zahlen gehen und auch die von Utopia angepriesenen sauteuren start ups,.. NEIN ! man kauft Antiquitäten oder bekommt sie von Verwandten. Das Zeug hält. Egal ob Omas Sessel oder der Couchtisch. Vergleicht doch einmal die Materialien mit denen damals gebaut wurde, für etwas länger als heute…

  6. sehr seichtes, sinnfreies Buch, das unsere Welt leider nicht weiter bringt. Wie schön wäre es, wenn der nächste Schritt: wie kann ich die Artikel sinnvoll weiterreichen, damit sie unser Müllproblem nicht verschlimmern? thematisiert wäre. Oder ein Hinweis darauf, dass Verzicht glücklicher macht als Wegwerfen. Und reparieren als neu kaufen. Wenn ein Set nicht vollständig ist wirft unsere geniale Autorin es weg. Prima. Ich sehe auf gängigen Online-Börsen nach ob ich ein Ersatzteil finde. Bei meiner gerissenen Teekanne hat das diese Woche geklappt: jetzt habe ich die Teekanne in Neu, dem Besitzer war der Deckel zerbrochen. So einfach kann Nachhaltigkeit sein. Deshalb: verzichten Sie auf den Kauf dieses Buches, es muss sonst alsbald dem Minimalismusgedanken weichen und entrümpelt werden. Das wird dem Baum der fürs Papier herhalten musste nicht gefallen…….

  7. Geb ich euch völlig recht. Vor allem, selbst wenn von 12 Tellern 2 Kaputt sind reichen für uns wo max. 4 Personen am Tisch sitzen die anderen 10 noch locker aus. Deshalb kauf ich doch kein Komplett neues. Ich hab zwar viel Zeug, aber ich brauche es auch zumindest hin und wieder. Nur was ich wirklich nicht mehr brauchen kann wird im Ebay verkauft

  8. Ein bisschen braucht man doch noch, zum Beispiel für die Körperreinigung und Haushaltsreinigung, da geht es mit wenig und bessere Produkte:
    Die Marseille-Seife, Aleppo-Seife, Natron für die Haare, Körper, Zähne, Rasur, Deo.
    Die Schwarzen Seifen, Natron für den Haushalt vom Dach bis zum Keller, im Garten, für Tiere, Fahrzeuge.
    Information und Produkte findet man/frau hier: http://www.ecosavon.de

  9. Ist schon erstaunlich, wie man haushaltstechnische Binsenweisheiten und alltägliche Nebensächlichkeiten als den größten Fortschritt seit Menschengedenken verkaufen kann.
    Respekt – das muß man erst mal hinbekommen !

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