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Nadelholz: Das sind seine Eigenschaften

Foto: CC0 / Pixabay / 7103983

Nadelholz finden sich in vielen deutschen Wäldern. Hier erfährst du mehr über die Arten, Eigenschaften, Verarbeitungsmöglichkeiten und Nachhaltigkeit des Holzes.

Arten von Nadelbäumen

Im eigentlichen Sinne bezeichnet mal als Nadelholz das Holz aus Nadelbäumen. In seiner Pluralform wird der Begriff aber oft synonym für Nadelbäume verwendet. Der bekannteste unter ihnen bleibt wohl die Tanne an Weihnachten – außer Tannenholz zählt man zu den Nadelhölzern unter anderem aber auch:

In Deutschland gibt es laut NABU 11,1 Millionen Hektar Wald, was 32 Prozent der Landfläche entspricht. Am häufigsten findest du bei uns Fichten und Kiefern. 

Übrigens: Über das Thema Wald haben wir auch bereits mit Peter Wohlleben im Utopia-Podcast gesprochen. Die Folge findest du auf Spotify, Apple, Google & Co. Oder du hörst direkt hier rein:

Eigenschaften von Nadelhölzern

Das Holz der Douglasie ist hell-rötlich und ein beliebtes Material zum Möbelbau.
(Foto: CC0 / Pixabay / analogicus)
  • Nadelholz besitzt eine geringere Dichte und einen höheren Gehalt an Baumharz als Laubholz.
  • Dadurch ist es nicht nur leichter, sondern auch besonders witterungsbeständig und schädlingsresistent.
  • Zudem sind die meisten Sorten formstabil und gut zu bearbeiten.
  • Der gerade und gleichmäßige Wuchs macht Nadelholz zu einem beliebten Baustoff. 

Außerdem sieht Nadelholz einfach schön aus – die Douglasie mit ihrer rötlichen Farbe zum Beispiel ist ein beliebtes Holz beim Möbelbau. Ursprünglich kommt die Nadelbaumart aus Nordamerika, aber wird auch bei uns vermehrt angebaut. Ihr Holz ist sehr langlebig, allerdings ist es ziemlich aufwendig zu bearbeiten.

Wozu wird Nadelholz verarbeitet?

Nadelholz kommt häufig als Baustoff zum Einsatz.
(Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Nadelholz hat vielseitige Verwendungsmöglichkeiten. Im Bauwesen werden daraus beispielsweise Balken, Sparren, Bretter, Schalhölzer, Spanplatten oder andere Produkte für den Innenausbau gefertigt. Auch bei der Möbelherstellung kommt es zum Einsatz. In der Verpackungsindustrie werden aus Nadelholz vor allem Paletten gemacht. Außerdem wird das Holz auch zu Papier verarbeitet. Kronen- und Restholz von Nadelbäumen wird oft zur Wärmeerzeugung verbrannt.

Wie nachhaltig ist Nadelholz?

In Deutschland sollen vermehrt Mischwälder entstehen.
(Foto: CC0 / Pixabay / fietzfotos)

In unseren Wäldern findet man sehr viele Nadelbäume, was das Umweltbundesamt sogar als Monokultur bezeichnet. Dadurch können nicht so viele heimische Laubbäume wie zum Beispiel Buchen oder Eichen auf den Waldflächen wachsen. Laut WWF wären ohne menschlichen Einfluss fast 90 Prozent Deutschlands mit Laubbäumen bedeckt.

Aktuell besteht die Hälfte des Baumbestands aus Nadelbäumen, doch es findet ein Umdenken statt. Wälder sollen zu naturnäheren Mischwäldern umgebaut werden, die außerdem besser vor Umwelteinflüssen wie beispielsweise Sturm oder Trockenheit geschützt sind. 

Anders sieht das aber die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR): Sie sprechen sich gegen diese Entwicklung aus, da sie der Meinung sind, Nadelbäume sollten mindestens 50 Prozent der deutschen Wälder bedecken, weil sie besser für die Umwelt wären. Das begründen sie damit, dass Nadelbäume schneller wachsen und ein sehr langlebiges Holz abgeben, in welchem länger CO2 gebunden werden kann. 

Die Fachagentur nachwachsende Rohstoffe (FNR) attestiert, dass Laubholz das Nadelholz im Bauwesen noch nicht ersetzen kann – die Holzwirtschaft ist sehr auf Nadelholz ausgelegt. Mit einer Umstellung wird gezögert, weil die Verarbeitung von Laubholz schwieriger und aufwendiger ist, mehr Kosten verursacht und durch die vielen Sorten mit verschiedenen Eigenschaften eine Standardisierung erschwert. Trotzdem wird man sich in Zukunft mehr auf die Verwendung von Laubholz einstellen müssen, welches ebenso Potenzial als Baustoff bietet.

Mischwälder sind durch die verschieden tiefen Wurzeln der Baumarten nicht nur stabiler und dadurch widerstandsfähiger gegenüber Umwelteinflüssen, sie können dadurch auch Nährstoffe und Wasser im Boden besser nutzen.

Und sie bringen noch weitere Vorteile mit sich: So kann durch sie die Gefahr für Waldbrände, die in reinen Nadelwäldern wegen des entzündlichen Harzes in der Rinde besteht, minimiert werden. Auch ist ein vielfältiger Wald gegenüber einer Monokultur besser vor Schädlingen und Pilzen geschützt und führt sogar zu mehr Wachstum und einem besseren Ertrag. Zuletzt ist in Mischwäldern die Artenvielfalt größer – sowohl bei den Pflanzen, als auch bei den Tieren, die den Wald bewohnen. 

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