Nordsee: CO2 am Meeresgrund statt in der Atmosphäre?

Ausgediente Bohrinseln sollen das CO2 in die Endlager in der Nordsee pumpen.
Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO

Wissenschaftler:innen suchen nach einer Möglichkeit, verflüssigtes CO2 unterhalb der Nordsee zu speichern. Um es dorthin zu transportieren, sollen alte Erdgas- und Erdöl-Pipelines dienen.

Für etwa 800 Millionen Tonnen flüssiges CO2 bieten bereits bestehende Endlager unterhalb der südlichen Nordsee Platz. Das entspräche rund acht Jahren der deutschen Industrieemissionen, basierend auf Zahlen von 2018. Die Endlager sollen tiefgelegene geologische Formationen sein, zum Beispiel abgewirtschaftete Erdgas- und Erdölkammern.

Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg testet der deutsche Energiekonzern Wintershall Dea derzeit, ob ausgediente Pipelines auf dem Meeresboden der Nordsee das vorher verflüssigte CO2 zu ihrer Endstätte transportieren könnten. „Wir sind sehr optimistisch, was die weiteren Untersuchungen angeht. Unsere Berechnungen zeigen bereits jetzt, dass bestehende Offshore-Pipelines sehr gut für den Transport von flüssigem CO2 geeignet sind“, sagt Klaus Langemann, Senior Vice President Carbon Management und Hydrogen bei Wintershall Dea.

Das flüssige Treibhausgas soll bis hin zu Bohrinseln fließen und von dort aus in die Endlagerstätten gepumpt werden.

CO2-Endlager: Großes Potenzial oder gefährliche Risiken?

Das Speichern von CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS) könnte einen großen Schritt zur Klimaneutralität ausmachen. Fraglich ist, ob das verflüssigte Kohlenstoffdioxid dort auch verbleibt. Laut dem Umweltbundesamt könnten Lecks schädliche Wirkungen auf Grundwasser und Boden nach sich ziehen. Es bleibt also abzuwarten, zu welchen Ergebnissen die Wissenschaftlier:innen für die südliche Nordsee kommen.

Doch nicht nur CCS, sondern auch CCU (Carbon Capture and Utilization) – also inwiefern sich CO2 weiterverwenden lässt – spielt in der Wissenschaft eine Rolle. Ein Verfahren der Technischen Universität Wien konnte beispielsweise den Energieaufwand der Rauchgasumwandlung verringern und das Endprodukt als Pflanzendünger für die Agrarwirtschaft nutzbar machen.

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