Richtig lüften: 10 Tipps gegen Schimmel

Richtig lüften
Marquis de Valmont Quelle: photocase.com

Richtig lüften ist genauso wichtig wie richtig heizen. Beim Duschen im Badezimmer, beim Kochen in der Küche, beim Wäschetrocknen im Keller oder einfach durchs Schwitzen – überall im Haus entsteht Feuchtigkeit. Die muss durch richtiges Lüften aus den Fenstern raus, um gesundheitsgefährdendem Schimmel keinen Nährboden zu bieten. Utopia zeigt, wie du deine Wohnung richtig lüftest und dabei Energie sparst.

Richtig lüften heißt regelmäßig lüften: zwei bis vier Mal täglich

In jeder Wohnung entsteht Feuchtigkeit. Rund zwölf Liter Wasser kommen bei einem 4-Personen-Haushalt pro Tag zusammen und die müssen durch richtiges Lüften wieder raus. Sonst lagert sich die Feuchtigkeit als Tauwasser an der kältesten Stelle im Zimmer ab – das ist besonders im Winter ein schmackhafter Nährboden für Schimmel. Nur mit der richtigen Dosis frischer Luft erhältst du ein gesundes und angenehmes Raumklima. Die Wohnung richtig lüften heißt: zwei bis vier mal täglich die Fenster aufmachen. So erreichst du die optimale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.

Bad und Küche ruhig häufiger lüften

Bad und Küche sind die feuchtesten Räume im Haus. Hier entsteht auch besonders häufig Schimmel. Darum solltest du dort ruhig noch öfter lüften als in den anderen Räumen – vor allem direkt nach dampfigen Duschen oder Kochen. So vermeidest du Schimmel in der Wohnung.

Voll auf: kurz Stoßlüften statt Dauerlüften mit gekippten Fenster

Für richtiges Lüften ist die Dauer besonders wichtig. Vollkommen verkehrt ist das Dauerlüften bei gekipptem Fenster, da der Luftaustausch (die frische Luft von draußen enthält im Winter wesentlich weniger Feuchtigkeit als die Zimmerluft – auch wenn es regnet oder schneit) dabei nur minimal erfolgen kann. Stattdessen kühlt deine Wohnung vor allem im Winter langsam aus und du verschwendest Energie. Besonders kühl wird es am Sturz über dem gekippten Fenster. Dort kann sich Feuchtigkeit ablagern und Schimmel bilden. Mach stattdessen deine Fenster für fünf bis zehn Minuten vollständig auf.

Richtig Querlüften: Für richtigen Durchzug sorgen

Einen besonders effektiven Luftaustausch erreichst du durch das Querlüften der Räume. Mach gleichzeitig die Fenster in gegenüberliegenden Räumen auf und natürlich auch die Raumtüren. So entsteht ein Luftzug, der die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung im wahrsten Sinne des Wortes aus den Fenstern weht.

Richtig lüften heißt auch richtig heizen

Drehe während des Lüftens unbedingt die Heizungsventile aus. Auch wenn du höchstens 10 Minuten die Fenster zum Lüften geöffnet haben solltest, wird sonst viel zu viel wertvolle Energie aus dem Fenster geheizt. Direkt nach dem Lüften solltest du die Heizung wieder auf die richtige Temperatur drehen. Weitere Tipps zum Energiesparen findest du in unserem Ratgeber Richtig heizen.

Schlafzimmer: Die Außenwände frei lassen

Gerade im Winter ist es im Schlafzimmer meist deutlich kühler als im Rest der Wohnung. Darum kann sich dort auch die Luftfeuchtigkeit schneller niederschlagen. Das gilt insbesondere für Außenwände, die durch Schränke oder andere Möbel zugestellt sind. Damit die Raumluft zwischen Mauer und Möbel richtig zirkulieren kann, solltest du immer mindestens 10 cm Platz dazwischen lassen.

Kondenswasser am Fenster: ein Zeichen für falsches Lüften

Die Fensterscheiben sind meistens die kältesten Stellen im Raum. Dort lagert sich die Feuchtigkeit ab, wenn sie nicht durch richtiges Lüften aus dem Fester gelassen wird. Kondenswasser sollte stets weggewischt werden. Wenn deine Fenster in Wohnräumen häufig mit Kondenswasser beschlagen sind, ist das meist ein Zeichen für falsches Lüft- bzw. Heizverhalten.

Richtiges Lüften geht nur bei angemessen Raumtemperaturen

Du heizt richtig, wenn die Raumtemperatur im Wohnbereich etwa bei 20 Grad liegt – wer Energie sparen will, dreht ein, zwei Grad runter. In den anderen Räumen genügen oft weniger. In der Küche heizen Herd und Kühlschrank mit, und im Schlafzimmer reichen 16-17 Grad für einen behaglichen Schlaf. In Treppenhaus und Windfang sind 12 Grad angemessen. Im Keller reichen 6 Grad.

Wer es genau wissen will: Luftfeuchtigkeit messen

Mit einem Hygrometer (gute Geräte sind schon ab 20 Euro erhältlich) kannst du ganz einfach die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung kontrollieren. Im Winter sollte die Luftfeuchtigkeit nicht mehr als 50 Prozent betragen, um gegen Schimmel vorzubeugen. Für unser Wohlbefinden hingegen wird eine höhere Luftfeuchtigkeit empfohlen: etwa 60 Prozent. Hier steht man also vor einem kleinen Dilemma: Sehr trockene Luft reizt die Schleimhäute und Atemwege und kann zu Kopfschmerzen führen, sehr feuchte Luft fördert Schimmelbildung in der Wohnung.

Schimmel entfernen: So geht es richtig

Richtig lüften hilft Schimmel zu vermeiden, aber solltest du bei sich trotzdem schwarze oder grüne Punkte in der Wohnung entdecken, ist es besonders wichtig, gleich zu handeln. Im Ratgeber Schimmel richtig entfernen zeigen wir dir, welche Schimmelentferner effektiv und gesundheitsverträglich sind und wann du besser einen Experten zu Rate ziehen solltest.

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(15) Kommentare


  1. Zu Tipp 8:
    Es ist nicht richtig, dass nur dann richtig geheizt ist bzw. richtig gelüftet werden kann, wenn wenn 20° im Wohnbereich herrschen – und vor allem, dass nur dann das Lüften funktioniert. Es geht auch weniger als 20°- auch ohne Schimmelprobleme. Für Schimmelgefahr zählt allein die kondensierte Feuchtigkeit – also bitte nicht diejenigen verunsichern, die auch gerne etwas kühler leben. Einfach Hygrometer kaufen, an die kälteste Wand im feuchtesten Raum hängen – und so die Feuchtigkeit im Griff behalten.

    Noch ein Tipp zur Reduzierung des Feuchtigkeiteintrags: Nur mit Deckel kochen!
    Kochen ohne Deckel ist nicht nur Energieverschwendung, sondern bedeutet auch eine immensen Dampfeintrag in die Wohnung.

    • Hallo mela,

      danke für den Hinweis, Du hast Recht. Die ursprüngliche Formulierung konnte zur Verunsicherung vorbildlicher und kältetrotzender Energiesparer beitragen. Darum haben wir das jetzt anders formuliert.

  2. Bitte trocknen Sie keine Wäsche in der kalten Jahreszeit in der Wohnung. Pro kg Wasser, was dabei verdunstet, wird eine Energiemenge von 0,75 kWh vernichtet (Verdampfungsenthalpie).Bei einigen Waschmaschinen pro Woche kommt da schon etwas zusammen. Dazu kommt, dass die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung stark erhöht wird – was bei kalten (= ungedämmten) Wänden zu Schimmel führen kann. Also: der Wäscheständer gehört auf den Dachboden, in den Keller oder auf den Balkon. Ja – Sogar bei Frost würde die Wäsche trocknen – dauert zwar etwas länger, funktioniert aber.

    • Das Trocknen der Wäsche ist unser Hauptproblem. Wir sind ein 5-Personen-Haushalt und können die Wäsche nur in der Wohnung trocknen (kein Balkon, kein Dachboden, kein Keller und kein Hof/Garten, der zum Wäschetrocknen frei wäre). Was nun?

      Natürlich mehr lüften! Wir haben uns zuzsätzlich einen Kondensattrockner gekauft, der allerdings wieder Energie verbraucht. Wir nutzen ihn deswegen nur zu Stoßzeiten bzw. für sehr feuchte Wäsche, wie Handtücher, Bettwäsche usw. Außerdem benutze ich seit 2 Jahren einen kleinen Bautrockner/Luftentfeuchter, den man sogar unter den Wäscheständer stellen kann. Er verbraucht sehr wenig Strom, fängt das Wasser in einem extra Behälter auf und die Wäsche ist oft schon nach 2 Stunden trocken.

  3. Die Tipps sind ja alle schön und gut – In unserer Wohnung größtenteils nicht machbar. Wir haben drei Seiten gut isolierte Außenwand und vor allem in den Südwest-Ecken _immer_ Schimmel, sobald es kalt wird draußen. Wir lüften sehr oft, Querlüften funktioniert aber nur an wenigen Tagen im Jahr, da wir an der Küste wohnen und ständig Wind herrscht, sodass die Türen gleich wieder zuknallen…
    Was (bedingt) hilft ist, mit Schimmelabweisender Farbe zu streichen, das Kondenswasser an den Scheiben regelmäßig abzuwischen, die Fensterbretter nicht vollzustellen und keine Schränke an die Außenwände zu stellen (ich hatte mal zwei Wochen lang einen Holzwürfel in der Ecke zu stehen – danach war dahinter Schimmel).
    Und von wegen Wäsche nicht in der Wohnung trocknen: Es hat leider nicht jeder einen Trockenraum und auf dem Balkon trocknet sie auch nicht mehr wenns draußen feucht ist…

  4. Wir hatten letztes Jahr in der kalten Jahreszeit im Schlafzimmer zwei mal Schimmel. Trotz regelmäßigem Lüften und Überwachung per Hygrometer. Raufasertapete ist auch leider eine Einladung für Schimmel. Wir haben den Schimmel entfernt, und die Tapete an den zwei Ecken erstmal abgelassen. Ich würd die Stellen einfach gerne mit weißer Kalkfarbe streichen. Weiß jemand ob es die auch in kleinen Mengen irgendwo zu erwerben gibt?
    Zu Tipp 9: Also 50% haben wir höchstens ganz kurz nach dem Lüften. Ich bin froh wenn es um die 60% sind…

  5. Manche Wohnungen oder Häuser sind einfach schimmelanfällig und man kann, vor allem als Mieter, nicht so viel dagegen tun. Bei mir ist zum Beispiel bei der Dämmung geschlampt worden, aber zum Glück hatten wir nie fetten Schimmelbefall unter der Tapete oder so, immer nur so kleine Fleckchen. Letzten Herbst hatte ich dann aber genug von dem Zirkus und habe mit Kalkfarbe gestrichen (Ich hatte welche von Haga, weil die Volldeklaration haben) und jetzt habe ich schon fast ein Jahr Ruhe 🙂 Sogar durch den Winter durch.

  6. ich habe keine Heizung im Bad, nur einen stromfressenden Heizlüfter, unter der Decke sind sommers wie winters Stockflecken, der Vermieter sagt, es läge an mir, sie haben Spezialisten geschickt, die tolle Tipps hatten, die ich auch davor schon anwandte (Duschen, lüften mit Fenster auf, dann wieder Fenster zu für 10 Minuten und noch mal sperrangelweit lüften für 10min und Fenster zu) Aber es hilft nichts. Leichtes Heizen ist unmöglich. Ich lasse schon die Tür offenstehen, aber das ist auch nicht perfekt.

  7. hi,nun da habe ich mal ne frage: wie bekommt man den schimmel für immer weg. ich lüfte richtig doch die küche hat immer 80 % lüftfeuchtigkeit. ich mache beim kochen waschen immer fenster auf und doch kommt er immer wieder.was hilft da

  8. Mit der App „Schimmelrisiko“ fürs iphone kann man sein individuelles Risiko der Schimmelbildung in einem Wohnraum einschätzen und das Heiz- und Lüftungsverhalten überprüfen

  9. Absorbwind: Richtiges Lüften spart am Meisten (oft bis zu 60 %) und ist für die Gesundheit am Besten: Hygrometer in jedem Raum aufstellen und kurz und umfassend zu lüften (Fenster komplett auf Durchzug),
    insbesondere wenn ein kritischer Wert, spätestens wenn dieser ca. 70 % erreicht; Lüften beenden wenn die Luftfeuchtigkeit wieder signifikant, z. B. auf 50 % bis 30 %, je nach baulichen Gegebenheiten herunter gegangen ist (je nach baulichen Gegebenheiten oft schon nach 30 Sekunden).
    Ideal wenn vorher schon die Heizkörper kalt gestellt wurden. Komfortabler ist auf jedenfall eine kontrolierte automatische Lüftung mit entsprechender Luftaufbereitung (Filterung). Die Außenluft, egal wie verschmutzt, ist leider die einzigste Quelle von Luft, die sauberere sein kann wie die Innenluft, es sei denn es wird chemisch reiner Sauerstoff z. B. aus Druck-Flaschen entnommen. Nur der Zeitpunkt des Lüftens und bei mehreren zu Wahl stehenden Fenstern der Ort der Luftnachströmung kann auf mögliche Verunreinigungen der Außenluft abgestimmt werden.