Solidarische Landwirtschaft – So funktioniert die Solawi

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / congerdesign

Saisonales Gemüse, Eier und Fleisch vom Hof nebenan – die Solidarische Landwirtschaft macht’s möglich. Hier erfährst du, wie genau die ökologisch wirtschaftende Solawi funktioniert.

Du möchtest dich mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln versorgen, von denen du weißt, wo sie herkommen und wie sie hergestellt wurden? Du möchtest Landwirte unterstützen, die nicht nur ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig arbeiten, die Artenvielfalt stärken und das Klima schützen? Dann ist eine Solidarische Landwirtschaft das Richtige für dich.

Bei einer Solidarischen Landwirtschaft, kurz Solawi, schließen sich Landwirte und Privatpersonen zu einer Genossenschaft zusammen. Die Landwirte bewirtschaften einen Hof und erzeugen landwirtschaftliche Produkte wie etwa Gemüse, Fleisch, Eier oder auch Wolle – sie berücksichtigen dabei stets ökologische Standards. 

Die Privatpersonen zahlen der Solidarischen Landwirtschaft einen jährlichen finanziellen Beitrag und erhalten im Gegenzug regelmäßig frische Nahrungsmittel direkt vom Hof.

Mitspracherecht für Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft

Von der Solawi erhältst du regelmäßig eine bunte Mischung an saisonalem Gemüse.
Von der Solawi erhältst du regelmäßig eine bunte Mischung an saisonalem Gemüse.
(Foto: Kilian Loesch)

Für ihren finanziellen Beitrag erhalten die Mitglieder zumeist wöchentlich einen Ernteanteil an regionalen, saisonalen und nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln. Wie die Ernte genau aussieht, hängt von der Jahreszeit und vom Wetter ab. Auf jeden Fall weißt du, unter welchen Bedingungen, von wem und zu welchem Preis die Lebensmittel produziert werden.

Die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft können die Entwicklung des Hofes aktiv mitgestalten. Als Mitglied in einer Solawi kannst du etwa mitentscheiden, welche Obst- und Gemüsesorten angebaut oder welche Tiere auf dem Hof leben sollen.

In der Landwirtschaft gibt es stets viel zu tun und einige Projekte benötigen zusätzliche ‚Manpower‘. Je nach dem, wie viel Lust und Zeit du hast dich einzubringen, kannst du beispielsweise dabei helfen,

  • Obst und Gemüse zu ernten
  • die Ernte weiterzuverarbeiten (z. B. Marmelade kochen oder Sauerkraut herstellen)
  • Obstbäume zu pflanzen und größere Projekte zu realisieren

In einer Solawi kannst du somit selbst in der Erde wühlen und dabei erfahren, wie Lebensmittel angebaut und weiterverarbeitet werden und wie eine nachhaltige Bewirtschaftung aussehen kann. 

Sicherheit und Freiräume für die Bauern

In der Solidarischen Landwirtschaft können die Bauern ihre Tiere artgerecht halten.
In der Solidarischen Landwirtschaft können die Bauern ihre Tiere artgerecht halten.
(Foto: Kilian Loesch)

Für die Landwirte hat die Solidarische Landwirtschaft mehrere Vorteile. Durch den jährlichen finanziellen Beitrag der Mitglieder erhalten die Bauern Planungssicherheit. Der jährliche wirtschaftliche Erlös ist somit unabhängig von Marktzwängen, Ernteeinbußen oder -ausfällen und erlaubt den Landwirten, sich einer ökologisch tragfähigen Landwirtschaft zu widmen. Dabei eröffnet sich ihnen ein größerer Gestaltungsspielraum, der es ihnen etwa ermöglicht:

  • ihre Tiere artgerecht zu halten 
  • seltene Sorten anzubauen
  • nachhaltige landwirtschaftliche Maßnahmen durchzuführen, die unter Marktzwängen unrentabel wären

Die Landwirte profitieren auch persönlich, da sie ihren Arbeitsalltag und ihre Freizeit flexibler gestalten können und einen engen Kontakt mit ihren Mitgliedern haben.

Dein Engagement in einer Solawi nützt der Umwelt

Die Solidarische Landwirtschaft stärkt die Artenvielfalt.
Die Solidarische Landwirtschaft stärkt die Artenvielfalt.
(Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Neben dir als Verbraucher und den Landwirten auf dem Hof profitieren auch die Natur und Umwelt von dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft.

  • Die ökologisch bewirtschafteten Flächen bieten heimischen Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum, wodurch Solawis dem Artensterben entgegenwirken
  • Durch minimale Transportwege und einen geringen Energieverbrauch ist der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen geringer, wodurch das Klima geschützt wird
  • Der Anbau von alten und lokal angepassten Obst- und Gemüsesorten, die unter den örtlichen Standortbedingungen besonders gut gedeihen, trägt zum Erhalt der Sortenvielfalt bei
  • Angepasste Landwirtschaftsweisen sichern und erhöhen die Bodenfruchtbarkeit als wichtige Grundlage für die Landwirtschaft

Die Solidarische Landwirtschaft stärkt die Gemeinschaft

Da Solawis regional produzieren und manchmal auch mit lokalen weiterverarbeitenden Betrieben und anderen landwirtschaftlichen Gemeinschaften vernetzt sind, stärkst du als Mitglied die lokale Wirtschaft. Die Solidarische Landwirtschaft und ihr Netzwerk bieten vielfältige Möglichkeiten, mit Gleichgesinnten und Nachbarn in Kontakt zu kommen, wie etwa beim Hoffest oder der gemeinschaftlichen Ernte. Das stärkt die lokale Gemeinschaft und das gemeinsame Zusammenleben.

So findest du eine Solawi in deiner Nähe

Wenn du dich an einer Solidarischen Landwirtschaft aktiv beteiligen möchtest, findest du in dieser Liste bereits bestehende Genossenschaften in Deutschland. Dort findest du auch Initiativen, die gerade erst in Planung oder im Aufbau sind. Außerdem kannst du auch selbst ein Inserat einstellen, wenn du in deiner Region eine Solidarische Landwirtschaft gründen möchtest.

Im englisschprachigen Raum findest du Solidarische Landwirtschaften unter dem Namen „Community Supported Agriculture“ (CSA). 

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