Taurin: Wirkung, Mythen und Nebenwirkungen der Aminosäure

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Taurin ist Bestandteil von vielen Energy Drinks und Fitness-Getränken. Erfahre hier, wie der Stoff wirkt und welche Risiken bestehen.

Was ist Taurin?

Auch wenn Taurin oft als Aminosäure bezeichnet wird, ist es aus wissenschaftlicher Sicht eigentlich keine. Der Stoff ist lediglich ein Abbauprodukt der Aminosäuren Methionin und Cystein und wird daher als Aminosulfonsäure bezeichnet.

Taurin kann vom menschlichen Organismus selbst hergestellt werden und befindet sich in besonders hoher Konzentration in Gehirn, Blut, Muskelzellen und Augen. In der Regel haben wir circa ein Milligramm Taurin pro Kilogramm Körpergewicht im Körper.

Die Aminosulfonsäure führen wir jedoch auch durch den Verzehr tierischer Lebensmittel zu. Besonders Innereien, Fleisch, Fisch und Milchprodukte enthalten hohe Mengen an Taurin.

Taurin kann auch künstlich hergestellt werden. In dieser Form findest du es besonders in Energy-Drinks und Nahrungsergänzungsmitteln.

Wirkung von Taurin

Taurin ist an vielen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt und essentiell für:

  • die Stabilität der Zellmembranen
  • die Funktion des zentralen Nervensystems
  • den Fettstoffwechsel
  • einen regelmäßigen Herzschlag
  • die Funktion unserer Augen

Zudem hat Taurin auch eine antioxidative Wirkung, das heißt es neutralisiert freie Radikale und schützt uns vor oxidativem Stress.

Drei Mythen rund um Taurin

Taurin wird oft nachgesagt, dass es die Konzentration steigern kann.
Taurin wird oft nachgesagt, dass es die Konzentration steigern kann. (Foto: CC0 / Pixabay / caio_triana)

Mythos 1: Taurin fördert die Konzentration

Da Taurin in vielen Energy-Drinks verwendet wird, werben Hersteller gern mit der belebenden Wirkung der Aminosulfonsäure. So soll Taurin die Konzentration fördern und die Leistungsfähigkeit erhöhen. Dieser vermeintliche Effekt ist jedoch wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Es gibt im Gegenteil eher Hinweise auf eine beruhigende Wirkung. Jedoch fehlen bislang auch dafür entsprechende Studien.

Mythos 2: Taurin und Sport

Unter Sportlern kursiert der Mythos, Taurin unterstütze den Muskelaufbau und beuge sportlichen Überlastungen vor. Auch diese Wirkung ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Der Konsum von Energy Drinks bei starker körperlicher Belastung wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung sogar eher kritisch gesehen. Trotzdem ist auch dieser Mythos immer noch eine beliebte Marketingstrategie für den Verkauf von Fitness-Snacks und Getränken.

Mythos 3: 

Ein weiterer Irrglaube besagt, Taurin würde aus den Hoden von Stieren gewonnen werden. Dies liegt zum einen an dem Namen des Stoffes: „Taurin“ kommt von dem griechischen Wort „tauros“, was Stier bedeutet. Dies liegt jedoch daran, dass der Stoff 1827 erstmals in einer Ochsengalle nachgewiesen werden konnte. Auch dieser Mythos wird gern für Energy-Drink-Werbeslogans genutzt und somit immer weiter verbreitet.

Nebenwirkungen von Taurin

Der beliebte Mix aus Wodka und Red Bull ist gesundheitlich höchst problematisch!
Der beliebte Mix aus Wodka und Red Bull ist gesundheitlich höchst problematisch! (Foto: CC0 / Pixabay / noelsch)

Zu den möglichen Nebenwirkungen einer zu hohen Taurin-Dosis ist die wissenschaftliche Lage bisher sehr vage. Es wird jedoch angenommen, dass eine tägliche Dosis von bis zu 1000 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht unbedenklich ist.

Somit stellen Nahrungsergänzungsmittel mit Taurin zwar kein gesundheitliches Risiko dar, sind jedoch in der Regel überflüssig. Da der Körper den Stoff selbst herstellt, muss ein gesunder Mensch Taurin nicht zusätzlich einnehmen. Greife nur auf Nahrungsergänzungsmittel zurück, wenn dein Arzt dir konkret dazu rät.

Im Moment ist noch unklar, ob man Taurin mit Koffein problemlos kombinieren kann: Auch hier fehlen entsprechende Studien. Allerdings wird vermutet, dass die Kombination zum Beispiel zu Übelkeit, Krampfanfällen, Nervosität und Herzrhythmusstörungen führen kann. Daher rät das Bundesinstitut für Risikobewertung koffeinempfindlichen Personen, Kindern, Schwangeren und Stillenden von dem Konsum von Energy Drinks ab.

Als besonders gefährlich gilt die Kombination von Energy Drinks mit Alkohol eingestuft. Der Mix aus Koffein, Taurin und Alkohol steht unter anderem im Verdacht, zu Nierenversagen und Herzstillstand beizutragen.

Fazit: Vorsicht vor Taurin in Enery Drinks!

Taurin erfüllt viele wichtige Funktionen im menschlichen Organismus. Da unser Körper es selbst produzieren kann, muss man es nicht zusätzlich zuführen. Nur für spezielle Risikogruppen, wie zum Beispiel Menschen mit Nierenproblemen, ist es eventuell unter ärztlicher Aufsicht sinnvoll, Taurin zu supplementieren.

Als Bestandteil von Energy Drinks kann Taurin jedoch bedenklich sein. Daher solltest du Energy Drinks eher meiden und diesen nicht mit Alkohol oder schwerer sportlicher Betätigung kombinieren.

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