Uno-Klimagipfel: Klimaziele werden nicht für 1,5 Grad-Marke reichen

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Laut dem Pariser Klimaabkommen müssen die Staaten bis zum kommenden Klimagipfel ihre Ziele nachbessern. Ein Bericht zeigt nun: Die bisherigen Ziele und Nachbesserungen reichen nicht.

2015 hat sich die internationale Staatengemeinschaft im Pariser Klimaabkommen zum Zwei-Grad-Ziel (idealerweise 1,5 Grad) bekannt. Dafür hatten die Staaten entsprechende Pläne vorgelegt.

Jetzt ist es höchste Zeit für eine Nachbesserung – laut dem Pariser Klimaabkommen müssen die Staaten ihre Ziele alle fünf Jahre überprüfen und gegebenenfalls verschärfen. Eigentlich sollte bereits im vergangenen Jahr ein weiterer Klimagipfel in Glasgow stattfinden. Wegen der Coronapandemie wurde er jedoch auf den November 2021 verschoben.

Bisherige Klimaziele reichen nicht

Der Spiegel hat nun die Ergebnisse einer Analyse der Klimaschutzziele der einzelnen Staaten veröffentlicht. Demzufolge haben viele Staaten ihre Klimaziele seit Paris nachgebessert oder Nachbesserungen angekündigt – darunter die EU, die USA und China. Doch selbst die nachgebesserten Ziele sind oft nicht ausreichend, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Zudem haben einige Staaten wie beispielsweise Australien und Brasilien ihre Ziele nicht verbessert und von vielen Ländern, unter anderem Indien, fehlen bisher jegliche Pläne.

Viele Staaten planen, 2050 klimaneutral zu werden. Das Problem sind jedoch die Zwischenziele bis 2030. Momentan prognostizieren die Analyst:innen, dass der Treibhausgasausstoß im Jahr 2030 doppelt so hoch sein wird, wie er für das 1,5-Grad-Ziel sein dürfte. Offenbar ist nicht zu erwarten, dass sich daran bis zum Gipfel noch viel ändert. Denn in den letzten Monaten haben nur noch wenige Staaten ihre Ziele nachgebessert.

Deutschland kommt nicht gut weg

Hauptkritikpunkt an den deutschen Klimaschutzplänen: Der späte Kohleausstieg.
Hauptkritikpunkt an den deutschen Klimaschutzplänen: Der späte Kohleausstieg. (Foto: CC0 / Pixabay / Benita5)

Deutschland hat 2019 ein Klimapaket verabschiedet und dieses nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in diesem Jahr nochmal nachgebessert. Doch auch die deutschen Klimaziele reichen nicht aus. Ein Analyst sagt gegenüber dem Spiegel, dass dies vor allem am späten Kohleausstieg 2038 läge. Weiterhin kritisiert er, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien zu langsam erfolge und der CO2-Preis höher sein müsste.

Besonders schlecht bewertet die Analyse Russland, den Iran und Saudi-Arabien. Vergleichsweise ambitioniert sind dagegen unter anderem die Klimaschutzpläne von Nigeria, Costa Rica und Nepal. Reelle Chancen auf das 1,5-Grad-Ziel hätten momentan nur die von Gambia vorgelegten Pläne.

Die Zeit drängt – uns steht nur noch ein sehr begrenztes CO2-Budget zur Verfügung und die Jahre bis 2030 werden immer weniger. Dementsprechend wichtig ist der kommende Klimagipfel.

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