UV-Schutzkleidung: Der umweltfreundlichere Sonnenschutz?

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Eincremen ist gut, aber Sonnenschutzkleidung schützt noch besser vor der intensiven Sonnenstrahlung. UV-Schutzkleidung ist auf den ersten Blick die umweltfreundlichere Alternative zu Sonnencreme. Das solltest du beim Kauf von UV-Shirts und UV-Anzügen unbedingt wissen.

Besonders für kleine Kinder ist die intensive Sonneneinstrahlung im Sommer gefährlich. Kinderhaut ist dünner als die von Erwachsenen, der hauteigene Schutzmechanismus ist noch nicht voll ausgereift. Deshalb muss die zarte Haut besonders gut geschützt werden: Jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Risiko, in späteren Jahren an Hautkrebs zu erkranken.

UV-Shirts und UV-Anzüge werden immer beliebter

Ein Kind von oben bis unten einzucremen – um bald darauf wieder von vorne anzufangen und nachzucremen: nicht selten eine Herausforderung für die Eltern und die Geduld der Kinder. Kein Wunder, dass UV-Schutzkleidung angesagt ist. Die Hosen, Shirts und Kappen schützen die Haut vor der aggressiven Sonnenstrahlung und sind äußerst praktisch.

Sonnencremes schaden der Umwelt

Ein weiterer, guter Grund für Sonnenschutzkleidung: Sonnencremes enthalten häufig bedenkliche Stoffe. Jährlich landen Tausende von Tonnen an Sonnenschutzmitteln im Meer und führen dort zu Schäden am hochsensiblen Ökosystem der Korallenriffe und bei den Meeresbewohnern. Einige beliebte Urlaubsinseln haben Sonnencreme sogar schon verboten.

Sicherer Schutz vor der Sonne
Sicherer Schutz vor der Sonne (Foto: Fotolia - bluedesign)

Was ist Sonnenschutzkleidung?

UV-Schutzkleidung ist aus speziellen, sehr feinen High-tech-Fasern besonders eng gewebt. Die Kleidung trocknet schnell, was den erfreulichen Nebeneffekt hat, dass Kinder nicht in den Hosen und Shirts frieren. UV-Schutzkleidung gibt es in allen Preisklassen.

Der Preis ist, wie so oft, kein Garant für gute Qualität, das zeigen Tests des ZDF-Verbrauchermagazins „WISO“ und Ökotest. Siegel und Standards sind da aussagekräftiger.

UV-Schutzkleidung: Worauf es beim Kauf ankommt

Bei Sonnencreme gibt der Lichtschutzfaktor (LSF) Auskunft darüber, wie stark und wie lange eine Sonnencreme die Haut schützt, bei Textilien hilft der UPF-Wert (Ultraviolet Protection Factor) weiter. Der UPF-Wert ist auf dem Label zu finden.

Bei beiden Faktoren gilt dieselbe Berechnung: UPF (oder LSF) x Eigenschutzzeit der Haut = maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne. Dabei sollten Sie bedenken: Die empfindliche Kinderhaut hat grundsätzlich nur eine Eigenschutzzeit von ungefähr zehn Minuten. Optimal für gute Sonnenschutzkleidung ist der UPF 50+.

Fast noch wichtiger als der UPF-Wert ist jedoch der Test-Standard. Dabei gibt es verschiedene:

  • Australisch-Neuseeländischer Standard (AS/NZW 4399): Testet Textilien nur im Neuzustand. Der zertifizierte Schutzfaktor verliert seine Gültigkeit, sobald die Kleidung getragen, gewaschen oder gedehnt wird.
  • Europäischer Standard (EN13758): Testet die Textilien ebenfalls nur im Neuzustand.
  • UV-Standard 801: Hier werden reale Bedingungen am besten simuliert. Der UV-Standard 801 testet die Textilien auch in nassem, gedehntem und gewaschenem Zustand.

Kaufen Sie nur Kleidung mit dem UV-Standard 801, denn dabei müssen die Materialien den härtesten Anforderungen genügen.

Unbedingt meiden: Kleidung mit chemischen Filtern

Kaufen Sie keine Kleidung mit chemischen Sonnenschutzfiltern und waschen Sie Ihre Wäsche nicht mit Waschmitteln mit UV-Schutz, rät Viola Wohlgemuth von Greenpeace: „Hier ist oft unklar, was in den Mitteln eigentlich drin ist, und niemand weiß, wie lange die Filter überhaupt wirksam sind, wenn man die Kleidung im Wasser trägt oder in der Maschine wäscht.“ Dazu kommt: „Chemische Filter sind grundsätzlich ein Problem, denn die Stoffe sind hormonell wirksam und damit gefährlich.“

UV-Shirts, UV-Shorts und UV-Anzüge für Babys und Kinder

Wenn Sie auf der Suche nach UV-Kleidung für Ihr Baby oder Kind sind, achten Sie darauf, dass die Sonnenschutz-Textilien möglichst viel Haut bedecken. Ein UV-Bikini oder ein knappes UV-Schutz-Badehöschen ergibt keinen Sinn. Wenn der Test-Standard nicht angegeben ist, sollten Sie sicherheitshalber die Finger von dem Produkt lassen.

UV-Schutzkleidung gibt es beispielsweise** bei Avocadostore.deHyphen Sports oder auch Dilling Unterwäsche.

Jedes Kleidungsstück schützt

Für die Umwelt sind die Kleidungsstücke allerdings nicht unproblematisch: Sie bestehen aus Polyester, Lycra oder Nylon – allesamt sind sie Erdölprodukte, die schädliche Chemikalien enthalten können. Sicherheit bietet Ihnen das Label Oeko-Tex® Standard 100 Class 1.

Die Greenpeace-Expertin Viola Wohlgemuth rät: „Es braucht gar nicht unbedingt spezielle Sonnenschutzkleidung, normale Kleidung ist fast genauso wirksam.“

Normale Kleidung statt UV-Schutz-Kleidung – das sollten Sie beachten:

  • Je dunkler die Kleidung und je dichter das Gewebe, umso besser schützt sie.
  • Bei nasser Kleidung lässt der Schutz nach.
  • Die Kleidung sollte möglichst viel Haut bedecken.
  • Schwarzer Stoff absorbiert fast 100 Prozent der Strahlung, ist aber bei Hitze nicht so angenehm zu tragen.

Egal für welche Kleidung Sie sich entscheiden: Nicht bedeckte Haut bitte immer gut eincremen – und zwar am besten, bevor Sie die Sonnenschutzkleidung anziehen. Ein Hut mit einer breiten Krempe bietet dem Gesicht und dem Nacken optimalen Schutz. Hier erfahren Sie, welcher Sonnenschutz für Kinder empfehlenswert ist:

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(1) Kommentar

  1. Genau, normale Kleidung schützt auch schon sehr gut. Man braucht nicht extra UV-Kleidung kaufen. Das Geld und die Ressourcen kann man getrost sparen und in etwas Sinvolleres investieren.
    Zudem sollte man die pralle Mittagssonne an den heißen Tage sowieso meiden, dann kann man sich auch das Eincremen mit bedenklichen UV-Blockern sparen.
    Auch mit hellem Hauttyp kommt man so ganz ohne Chemie und ohne Sonnenbrand durch den Sommer. Früher gings doch auch 😉

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