Zecken: wie du sie entfernst und dich vor Stichen schützt

FSME Zecken Borreliose
Foto: Colourbox.de

Zecken sind nicht nur unangenehm – ein Zeckenstich kann gefährliche Krankheiten übertragen. Erfahre hier, wie du dich am besten vor Zecken schützen kannst und wie du sie richtig entfernst.

Zeckenbiss oder Zeckenstich? Die richtige Kleidung schützt!

Unberührte Natur: Anziehend für Zecken wie Menschen
Unberührte Natur: Anziehend für Zecken wie Menschen

Entgegen der verbreiteten Meinung beißen Zecken nicht, sie stechen. Denn statt Ober- und Unterkiefer haben sie eine eine Art Saugapparat (Hypostom). Mit diesem saugen sie aus der zuvor mit ihren Mundwerkzeugen angeritzten Haut das Blut.

  • Fast alle Zecken lauern auf Kniehöhe im dichten Gras oder Geäst. Wenn du in die Natur gehst, solltest du deshalb auch warmen Tagen immer eine lange Hose anziehen. So verhinderst du, dass sich Zecken an Deiner Haut festkrallen können.
  • Noch besser ist es, wenn du die Hose in die Socken steckst. Das sieht zwar nicht schick aus, doch so können sich die Zecken beim Laufen nicht unter das hochgerutschte Hosenbein krallen.
  • Auch Sandalen und T-Shirts solltest du beim Spaziergang in der Natur vermeiden. Besser greifst du zu festem Schuhwerk und einem Langarmshirt.

Zeckenzeit beginnt bei milden Temperaturen ab Februar

Die häufigste Zeckenart in Deutschland: Der Gemeine Holzbock
Die häufigste Zeckenart in Deutschland: Der Gemeine Holzbock

Die Zeckensaison dauert von Frühjahr bis Spätherbst. Sobald es im Frühling die ersten warmen Sonnenstrahlen gibt, kommen auch die Zecken aus der Erde hervor. Weil aber die Winter in Deutschland immer milder werden, gehen einige Zecken auch schon im Februar auf die Jagd. Bleiben die Temperaturen im Winter über null Grad, können die Zecken sogar das ganze Jahr lang aktiv bleiben.

Zecken übertragen FSME und Borreliose

Bei den durch Zeckenstiche übertragenen Erregern handelt es sich fast immer um Borreliose oder Frühsommermeningoenzephalitis (FSME). Im Schnitt gibt in Deutschland jede fünfte Zecke Borreliose-Bakterien weiter. Charakteristisch für einen Zeckenstich mit Borreliose-Erreger sind eine starke Rötung um die Einstichstelle. In diesem Fall solltest du sofort zum Arzt gehen. Denn bleibt die Borreliose unbehandelt, könnte dies zu dauerhaften Schäden im Nervensystem führen.

Tückischer ist eine Infizierung mit FSME, weil die meisten Opfer gar nichts davon merken. Jeder dritte Betroffene hat stattdessen grippeähnliche Symptome, vor allem starkes Fieber. Kein Wunder, denn FSME gehört zur Familie des Dengue- und Gelbfiebers. Das wird in tropischen Gebieten von Stechmücken übertragen und kann tödlich enden. In den meisten Fällen kann FSME aber vollständig geheilt werden.

In Süddeutschland gibt’s besonders viele Zecken

Zecken lieben warme, feuchte und dunkle Plätze. Auf Laub, Gras und Ästen warten sie auf ihr Opfer und krallen sich an ihm fest. In ganz Deutschland kommen Zecken vor, die Zecken mit FSME-Viren aber hauptsächlich in Süddeutschland.

Zu den FSME-Risikogebieten gehören Bayern und Baden-Württemberg sowie einige Landkreise von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Hier tragen bis zu fünf Prozent der Zecken den FSME-Erreger in sich. Zecken mit Borreliose-Bakterien kommen vor allem in Mittel- und Süddeutschland vor.

Zecken finden und entfernen

Nach jedem Spaziergang durch die Natur solltest du dich gründlich auf Zecken absuchen. Auf heller Kleidung erkennst du die schwarzen Parasiten besonders schnell. Aber es ist gut möglich, dass sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bereits auf der Haut sind. Zecken suchen sich besonders warme und feuchte Orte aus. Deshalb solltest du immer in den Achselhöhlen, Kniekehlen und Genitalbereich nach Zecken suchen.

Hast du eine Zecke gefunden, solltest du sie schnell entfernen. Denn je länger die Zecke in der Haut steckt, umso höher ist das Risiko für Krankheiten. Pinzetten eignen sich vor allem bei kleinen Zecken nur bedingt, da das Tier damit leicht zerquetscht wird. Dies kann etwaige Borrelien-Erreger in die Wunde befördern. Die Zecke kannst du selbst mit** ZeckenhakenZeckenschlinge oder Zeckenzange herausziehen. Mehr zum Thema liest du hier.

3 Zecken-Mythen, die gefährlich werden können

  1. Zecken mit Öl betäuben: Vor dem Herausziehen die Zecke mit Öl betäuben? Keine gute Idee, denn je nach Öl übergibt sich oder erstickt die Zecke und schüttet dabei Krankheitserreger aus.
  2. Zecken fallen von Bäumen: Zecken gehören zwar biologisch betrachtet zu den Spinnentieren, doch von Bäumen abseilen können sie sich nicht. Sie lauern im kniehohen Gras oder auf Ästen und warten dort, bis ihr Wirt vorbeistreift.
  3. Nach dem Impfen können mir Zecken nichts anhaben: Du kannst dich zwar gegen FSME impfen lassen, nicht aber gegen Borreliose. Deshalb solltest du dich trotz Impfung nach jedem Waldspaziergang auf Zecken absuchen.

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