Dieser Rewe-Markt verschenkt abgelaufene Lebensmittel

Rewe lebensmittelverschwendung food sharing
Foto: © Sebastian Hauke

In einem Rewe-Markt in Bayern können Kunden kostenlos Lebensmittel mitnehmen – in der Filiale steht seit Kurzem ein eigenes Regal für Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum.

Ein Supermarkt, der etwas gegen Lebensmittelverschwendung tut: Seit Mitte Januar steht im Rewe-Markt der Familie Hauke in Bad Brückenau ein „Food-Share-Regal“: Jeder darf sich aus diesem Regal bedienen und mitnehmen, soviel er möchte – ohne zu zahlen.

Bei allen Lebensmitteln aus dem Regal ist das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen – allerdings sind sie noch genießbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nämlich kein Verfallsdatum, die meisten Produkte sind deutlich länger essbar. Supermärkte dürfen „abgelaufene“ Nahrungsmittel allerdings nicht mehr verkaufen – weshalb sie in der Regel im Müll landen.

Der Rewe-Markt beliefert auch die Tafel

Sebastian Hauke, Betreiber des Rewe-Markts in Bad Brückenau, wollte das ändern. Schon länger verschenkt er daher Lebensmittel an die Tafel vor Ort. Die Tafel darf allerdings keine Produkte verteilen, die schon abgelaufen sind.

Im Rewe-Markt der Familie Hauke gilt daher nun folgende Regelung: Lebensmittel werden drei Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums aus dem Supermarkt genommen und der Tafel angeboten. Was sie nicht nimmt, landet in dem Regal in der Filiale.

„Respektvoller Umgang mit Lebensmitteln“

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Das Food-Share-Regal im Rewe-Markt der Familie Hauke. (Foto: © Sebastian Hauke)

„Unsere Motivation für das Regal waren die Tränen in unseren Augen, als wir gesehen haben was alles in die Tonne fliegt. Und Sie können mir glauben, das war am Anfang einiges. Wir standen schon kurz vor der Entscheidung weitere Mülltonnen anzuschaffen, dann allerdings ist immer mehr die Idee des Food-Sharing entstanden“, erklärte Sebastian Hauke gegenüber Utopia. „Wir hatten keine Angst vor Kaufverzicht, eher Sorge darum, dass wir weiterhin soviel in die Tonne kloppen.“

Supermärkte gegen Lebensmittelverschwendung

Es ist erfreulich zu sehen, dass immer mehr Supermärkte dieses Konzept ausprobieren. Neben dem Rewe in Bad Brückenau und dem Supermarkt in Fürstenfeld-Bruck verschenkt auch ein Hieber-Markt in Baden-Württemberg abgelaufene Lebensmittel. In Berlin gibt es mit „Sirplus“ sogar ein kompletten Supermarkt nur für ausrangierte Lebensmittel.

Diese Beispiele zeigen, wie sich Lebensmittelverschwendung vermeiden oder zumindest verringern lässt – jetzt müssen nur noch die großen Supermarkt- und Discounter-Ketten nachziehen.

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(19) Kommentare

  1. ei, jei, jei,
    da geht es ja wieder ab. imagepflege würd ich zustimmen.

    vielleicht gehört ja utopia jetzt rewe.
    die kaufen wahrscheinlich meistens zuviel…, aber schaut mal..wieviel müll steht dann tag für tag an den straßenrändern und wird als sperrmüll weggefahren.
    ob wir lebensmittel produzieren oder andere dinge. es ist eine wegwerf- und überproduktionsgesellschaft., die die armut weiter vergrößert und reiche (konzerne) noch wohlhabender sein lässt.
    trotzdem merke ich jetzt, dass ich projeziere. und höre besser auf. danke
    nein, mir fallen noch andere sachen ein.
    meinung und demokratie werden auch gesteuert. vieles wird gesteuert.
    und leider geht vieles daneben und der mensch, bzw. natur ist das Opfer.

    neulich kaufte ich bei rewe, einem neu eröffnetem markt ein nestle eis. mir viel auf, dass die verpackung wesentlich grösser war, als früher. ist das manipulation oder produktionsbedingt? fein , eine produktionsbedingte manipulation? Was, wie bitte?
    ….. wie überall auf der welt wird betrogen, dass es das zeug hält… und auch nicht.
    leider kann man auch mit betrug viel geld verdienen…bis er auffliegt.
    bin mal gespannt, wann andere grosskonzerne ihre waren verschenken. würde auch bei vw mal eine alte noch gute karre noch mal so eben geschenkt abholen…wette aber, dass sie ihre reparaturwerkstatt erst kürzlich aud den neuesten stand gebracht hätten…weil sie astronomische wachstumsraten hätten.

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