Es geht ohne Palmöl: Rewe Österreich macht einen radikalen Schritt

Foto: © Rewe Österreich und CC0 Public Domain / Pixabay

Palmöl ist das am meisten verwendete Öl in der Lebensmittelproduktion – Rewe Österreich zeigt nun jedoch, dass es auch ohne geht. Die Supermarkt-Kette verzichtet bei der hauseigenen Bio-Marke „Ja!Natürlich“ auf Palmöl.

Egal ob Schokocreme, Margarine, Waschmittel oder Kosmetik – an Palmöl gibt es fast kein Vorbei, auch wenn man Bio-Produkte kauft. Das Problem: Wegen der hohen Nachfrage an Palmöl werden Ölpalmen auf riesigen Plantagen angebaut, für die vielerorts Regenwald gerodet wird. Lebensraum von Tieren und Einheimische geht verloren, die Auswirkungen auf die Umwelt sind fatal.

Rewe Österreich setzt deswegen bei seiner Bio-Eigenmarke „Ja!Natürlich“ schon seit einiger Zeit auf zertifiziertes Bio-Palmöl und versucht, den Einsatz zu verringern. Inzwischen wurde Palmöl sogar fast komplett aus den Lebensmitteln verbannt.

Rewe Österreich: Sonnenblumenöl statt Palmöl

„Wir haben daher nicht nur bei unserer Nougatcreme zu Alternativen gegriffen, sondern Palmöl auch in weiteren Produkten Schritt für Schritt ersetzt und auf nahezu null reduziert“, erklärte Ja! Natürlich!-Geschäftsführerin Martina Hörmer bereits im letzten September. Nun ist die Umstellung komplett: Ab sofort sind auch die letzten zwei Produkte der rund 1.100 Ja! Natürlich-Lebensmittel palmölfrei, berichtet der österreichische Kurier.

Statt Palmöl setzt Rewe Österreich Öle aus heimischer oder europäischer Bio-Landwirtschaft ein, allen voran Sonnenblumenöl. Das war allerdings nicht bei allen Produkten möglich. Einige Artikel konnten nicht auf einen Palmöl-Ersatz umgestellt werden – sie wurden deshalb aus dem Sortiment genommen. Das war beispielsweise bei Ahorn Knusper-Müslis der Fall.

Guter Schritt von Rewe Österreich

Palmöl dort, wo vorher Regenwald war
Die Ölpalme. (Foto: CC0 / Pixabay / Sarangib)

Die Initiative von Rewe Österreich ist ein wichtiger Schritt: Sie zeigt, dass auch große Unternehmen in der Lage sind, tiefgreifende Veränderungen in Richtung Nachhaltigkeit erfolgreich umzusetzen. Der Schritt sendet ein wichtiges Signal, dass die Lebensmittelindustrie theoretisch auch ohne Palmöl auskommen könnte – und damit auch ohne die Zerstörung des Regenwalds.

Allerdings wäre ein kompletter Verzicht auf Palmöl auch nicht die Lösung – vor allem wenn noch viel mehr Unternehmen plötzlich auf andere Öle umstellen würden. Denn Palmöl ist aus Umweltperspektive per se kein schlechtes Öl. Es ist um einiges ergiebiger, als andere pflanzliche Öle – das heißt: Für dieselbe Menge Öl braucht die Ölpalme deutlich weniger Fläche als zum Beispiel Sonnenblumen oder Raps.

Wir müssen Palmöl reduzieren

Würde der Bedarf nach anderen Ölen wie Sonnenblumenöl nun plötzlich steigen, müssten die Plantagen dafür deutlich größer ausfallen als die der Ölpalmen. Womöglich würden am Ende sogar noch mehr Wälder für solche Plantagen abgeholzt werden.

Das Wichtigste ist darum immer noch, dass wir unseren Palmölverbrauch grundsätzlich reduzieren. Die Deutschen konsumieren doppelt so viel Palmöl wieder weltweite Durchschnitt – was teilweise an unserem Konsum von stark verarbeiteten Produkten,  zum Teil aber auch an unseren Autos liegt. Ein wichtiger Schritt wäre also auch, Palmöl aus Kraftstoffen zu verbannen.

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