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Sciara: Diese App zeigt dir deine Klimazukunft

Foto: © Sciara

Wenn wir heute wüssten, wie sich unser aktuelles Verhalten auf das Klima von morgen auswirkt, würden wir uns vielleicht klimafreundlicher verhalten als bisher. Eine neue App fürs Smartphone soll uns dieses Wissen verschaffen.

Stell dir vor, du könntest in die Zukunft schauen. Wenn du so weiterlebst wie bisher, was passiert mit dem Klima? Was passiert, wenn alle Menschen so weitermachen wie bisher? Welche Städte wird es nicht mehr geben, weil sie überflutet worden sind? Wie viele Hitzenächte wirst du wach liegen? Wie viel werden wir noch ernten können? Und was kann ich zu einem für mich günstigen Verlauf beitragen? Die Gründer der Sciara-App wollen dir das ermöglichen: in die Zukunft schauen.

Sciara ist ein wissenschaftliches Onlinespiel. Die App kann sowohl auf dem Handy als auch online am PC gespielt werden. Wobei „Spiel“ nicht ganz richtig ist, es handelt sich eher um eine spielerische Simulation mit ernstem Hintergrund.

Die App ist bereits fertig konzipiert, jedoch ist sie noch nicht erhältlich; momentan läuft ein Crowdfunding zur Finanzierung, um die App fertigzustellen. Als Nutzer:in kannst du mit der App virtuelle Zeitreisen unternehmen, bei denen du siehst, welche Auswirkungen das eigene Verhalten voraussichtlich auf die Natur und die eigene Lebenswirklichkeit haben würde.

Hinter der App steckt Wissenschaft: Daniel Tamberg und Sebastian Kutscha, die Gründer des Non-Profit-Unternehmens Sciara, werden wissenschaftlich beraten vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und mehreren anderen europäischen Forschungszentren.

Die soziologische Grundlage der Sciara-App

Die App basiert auf dem Prinzip der sogenannten agentenbasierten Simulation, bei der Komponenten bzw. Akteure oder Agenten miteinander agieren. Die Modellkomponenten sind im Fall von Sciara:

  • die natürliche (z.B. Klima, Meeresspiegelanstieg, Ernte),
  • die technische (z.B. Verkehrs- und Stromnetz) und
  • die menschliche, die auf die beiden anderen Systeme einwirkt.

Die Gründer von Sciara haben sich nun diese Grundlage genommen. Als Nutzer:in schlüpft man in die Rolle der menschlichen Komponente und interagiert mit den anderen Komponenten, ähnlich wie in einem Multiplayer-Online-Spiel.

„Wir legen einen Fokus auf Citizen Science, also Bürgerwissenschaft. Damit sind die Teilnehmer:innen nicht nur Versuchskaninchen, sondern intelligenter und kreativer Teil des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses“, sagt Daniel Tamberg. Die App können entweder normale Teilnehmer:innen verwenden oder Wissenschaftler:innen, Politiker:innen und Unternehmen, die Entscheider:innen sind über Klimaschutzmaßnahmen.

Screenshot Sciara App Haus
Dein Haus, Screenshot Sciara App (Foto: © Sciara)

Wie du die Sciara-App nutzt

Als Teilnehmer:in kannst du mögliche Szenarien in der Zukunft anschauen, gestalten und verstehen. Wie wirkt sich mein Verhalten auf den Klimawandel aus? Wie meine Entscheidungen über Konsum, Ernährung, Investitionen, Reisen, Wohnen, Mobilität? Und wie meine politischen Präferenzen?

Im Spiel gibt es verschiedene Simulationsläufe, in die du einsteigen kannst und die auch immer wieder neu gestartet werden. Diese laufen in unterschiedlicher Geschwindigkeit ab: in Echtzeit oder im Schnelldurchlauf.

Während du eine Simulation spielst, triffst du Entscheidungen. Diese kannst du dann auch im Lauf der Zeit an die, im Spiel gegebenen, Umstände anpassen. Gleichzeitig kannst du mit der Sciara-App sehen: Was würde passieren, wenn alle Menschen so leben würden, wie ich es gerade tue? Oder aber auch: Was würde passieren, wenn alle aktiven Nutzer so weiterleben würden, wie sie es in ihrem Profil in diesem Moment angeben?

Zusätzlich hast du die Möglichkeit, mit anderen Nutzern ins Gespräch zu kommen. Du kannst dich mit ihnen austauschen oder du kannst mit ihnen über Gesetze und Richtlinien diskutieren.

Screenshot Sciara App Prognose
Die Prognose, Screenshot Sciara App (Foto: © Sciara)

Wie Entscheider:innen die App nutzen

In besonderen Simulationsläufen können Entscheider:innen (aus Wissenschaft und Politik) testen, wie die Teilnehmer:innen auf die Einführung von Klimaschutzmaßnahmen reagieren. „Wir wollen damit herausfinden, welche Maßnahmen unterstützt, akzeptiert und abgelehnt werden. Damit gibst du der Politik und der Wirtschaft die Chance, Entscheidungen zu treffen, die wirksam sind und gesellschaftlich akzeptiert werden“, so Sebastian Kutscha. So könne die Klimawirksamkeit maximiert werden, ohne die Gesellschaft zu überfordern.

Als Teilnehmer:in solltest du dich also so realistisch wie möglich verhalten. Denn nur so können sich Wissenschaft, Politik und Wirtschaft auf die Daten verlassen. Nur mit deinem echten Verhalten kannst du die Entscheidungen beeinflussen. Die Sciara-Gründer versprechen sich davon, dass Entscheider:innen über Klimaschutzmaßnahmen mit diesen Informationen mutiger, zielgenauer und schneller zugunsten des Klimaschutzes handeln.

Diese Simulationsläufe, die zur Entscheidungsunterstützung und wissenschaftlichen Analyse durchgeführt werden, sind von Sciara mit Unterstützung des Potsdam-Institut für Klimaforschung sorgfältig vorbereitet und genau festgelegt, um die für Entscheider:innen relevanten Fragen beantworten zu können.

Screenshot Sciara App
Screenshot Sciara App (Foto: © Sciara)

Finanzierung

Die beiden Gründer Tamberg und Kutscha sowie sechs mittelgroße deutsche IT-Unternehmen haben Eigenkapital in die Entwicklung der App gesteckt. Um nun eine Startversion fertigzustellen gibt es eine Crowdfunding-Aktion bis zum 14.02.2021.

Das Ziel: mindestens 60.000 Euro. Die nächste Stufe, die sich die Gründer als Ziel setzten, liegt bei 450.000 Euro. Mit diesem Geld könnten die Entwickler die App bis zur Bundestagswahl fertigstellen und als App anbieten. Denn Tamberg und Kutscha möchten der Regierung mit der App helfen, nachhaltige Klima-Entscheidungen zu fällen.

Nach dem Crowdfunding hofft Tamberg auf eine öffentliche Finanzierung und auf Kunden aus Politik, Verbänden und Wirtschaft.

Teilnahme an der Sciara-App

Die App kann von jeder Person verwendet werden. Die Teilnahme ist anonym und kostenlos, zudem ist es völlig egal, wie du zum Klimawandel stehst: auch Klimakrisenskeptiker können mitmachen.

Wenn die Finanzierung steht, wird von der App im April oder Mai 2021 die erste Version online gehen. Während der Crowdfunding-Aktion haben bereits circa 200 Spender angegeben, dass sie sich für die App interessieren. Diese 200 können bereits vor April eine einfache Version der App ausprobieren und mit ihrem Feedback helfen, sie besser zu machen. Wenn auch du vorzeitig die App ausprobieren und Sciara unterstützen möchtest, findest du hier den Link zum Crowdfunding: startnext.com/sciara

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