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„Aufgehäuftes weißes Elend“: Skipisten-Foto aus Kitzbühel sorgt für Empörung

© Anton Vorauer/WWF

In den Kitzbüheler Alpen hat die Skisaison begonnen – trotz fast noch sommerlicher Temperaturen. Da in den tieferen Gebieten noch kein Schnee fällt, muss Kunstschnee oder „Depotschnee“ vom vergangenen Jahr her. Besonders absurd sind Fotos vom „Weißen Band“ in der Resterhöhe.

„Sie können es kaum erwarten den Skiwinter zu eröffnen? Bei uns müssen Sie das auch nicht“, heißt es auf der Webseite der Bergbahn Kitzbühel. Die Skisaison startet dort in einigen Skigebieten bereits Mitte Oktober – und zwar nicht nur in den höher gelegenen Gletschergebieten.

Vergangenes Wochenende hat die erste Skipiste auf der „Resterhöhe“ eröffnet. Bei bis zu 20 Grad Celsius liegt aber noch lange kein Schnee. Die Betreiber der Piste haben deswegen nachgeholfen und die 700 Meter lange Piste mit Depotschnee aus dem letzten Jahr präpariert. Der Anblick ist kurios: Ein langer weißer Schneestreifen zieht sich durch die sonst noch grün-braune Berglandschaft.

 Der Respekt vor der Natur geht verloren

Kitzbühel, Schnee, Resterhöher, Weißes Band
Das „Weiße Band“. (© Anton Vorauer/WWF)

„Wenn du dort mit der kurzen Hose stehst, neben dir Wanderer vorbeigehen und du dieses aufgehäufte weiße Elend siehst, das zu einem Pistenschlauch zusammengekratzt wurde, dann ist die Piefkesaga in die Realität umgesetzt“, sagt Tourismussprecher Georg Kaltschmid. Die Piefke-Sage ist ein vierteiliger Satirefilm, der das Verhältnis von deutschen und österreichischen Touristen behandelt.

Umweltschützer kritisieren das „Weiße Band“ auf der Resterhöhe schon seit Jahren. Der Respekt vor der Natur gehe immer weiter verloren, schreibt beispielsweise WWF Österreich. „Diese Art des Skitourismus ist keinesfalls ökologisch vertretbar.“

Auch in den sozialen Medien beschweren sich Nutzer über die Piste: „Ich frage mich auch wie falsch kann man noch auf eine Klimakrise reagieren? Das weiße Kunstschneeband auf der Resterhöhe ist ja wohl der Gipfel an Verhöhnung der Natur“, kommentierte eine Userin auf Twitter.

Schnee aus dem letzten Jahr

Kitzbühel, Schnee, Resterhöher, Weißes Band
Pistenraupen präparieren den Schnee. (© Anton Vorauer/WWF)

Die Piste bei Temperaturen von weit über null Grad Celsius zu präparieren, ist extrem energieaufwändig. Die Betreiber nutzen nach eigenen alten Schnee aus dem vergangenen Jahr.

Für den sogenannten „Depotschnee“ oder „Altschnee“ wird am letzten Tag einer Skisaison verbleibender Schnee auf einen Haufen zusammengetragen und zu einem Schneedepot gebracht. Dort wird der Schnee zusammengepresst und in Hartschaumplatten, Silofolie und Vlies gepackt. Er wird dann bis zur nächsten Saison aufbewahrt. Mitte Oktober verteilen Pistenraupen den Schnee auf der Piste. Ein enormer Aufwand – nur damit die Skitouristen ein paar Wochen früher loslegen können.

Die Betreiber der Skipisten können die Kritik nicht nachvollziehen. „Es geht darum, dass wir eine Wintersportfreude für unsere Kinder machen und für unsere Gäste“, sagt Bergbahn-Vorstand Josef Burger. Wintersportfreude kann man aber auch in Monaten haben, in denen tatsächlich echter Schnee liegt.

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(4) Kommentare

  1. [Die Betreiber der Skipisten können die Kritik nicht nachvollziehen. „Es geht darum, dass wir eine Wintersportfreude für unsere Kinder machen und für unsere Gäste“, sagt Bergbahn-Vorstand Josef Burger.]

    Es geht ihnen nicht darum, den Kindern eine Freude zu machen, es geht ihm wie jedem anderen Unternehmer darum, den größtmöglichen Gewinn zu machen. Ich wünschte, solche Sachen würden bestraft. Wenn solche Irrsinnsaktionen nicht stattfänden, fiele eventuell sogar öfter Schnee.

  2. Ich finde es unfassbar, dass „alter“ Schnee vom Vorjahr „konserviert“ wird!!!!!!
    Kann die Profitgier und Dämlichkeit dieser Menschen noch überboten werden?
    Das macht mich extrem wütend!!!!
    Ich wünsche diesen Menschen, dass sie (am Besten den Rest ihres Lebens) dort leben müssen, wo sie den Klimawandel spürbar „ertragen“ müssen!