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So klappt’s mit dem Sabbatical

Foto: CC0 / Pixabay

Raus aus dem Job und seine Träume verwirklichen – das wollen immer mehr Menschen. Aber wie organisiert man ein Sabbatical? Und wie sagt man es dem Chef?

Viele wollen es, immer mehr tun es: Jeder zehnte Deutsche hat schon ein Sabbatical gemacht, und jeder Fünfte träumt von einer Auszeit. Das ergab im Januar 2017 eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com im Auftrag von Xing. Doch die Umfrage zeigte auch: viele trauen sich nicht, den Wunsch auszusprechen. Dabei sind die Chancen besser denn je. Acht Tipps von Yasmin Kurzhals, Karriereberaterin bei Rundstedt & Partner

Hält mich der Chef für faul, wenn ich frage?

Davor braucht sich niemand zu fürchten, der seine Motive gut darlegen kann. Wenn der Chef ein Sabbatical ablehnt, hat das fast immer betriebliche Gründe. Der Alleskönner im kleinen Unternehmen ist schwerer zu ersetzen als der Spezialist im Großkonzern.

Muss ich trotzdem mit einem Karriereknick rechnen?

Viele Angestellte fürchten, Änderungen zu verpassen oder Kontakte zu verlieren, wenn sie mal eine Weile aussetzen. Das lässt sich vermeiden. Man kann vereinbaren, dass die Firma einen informiert. Kontakt hält auch, wer sich während der Auszeit für Fragen zur Verfügung stellt.

Wann ist ein guter Zeitpunkt?

Zwei bis drei Jahre sollte man bereits im Unternehmen arbeiten. Man muss bewiesen haben, dass die Verantwortlichen auf einen bauen können. Wem aber die Vorgesetzten fehlende Leistungsbereitschaft vorwerfen, sollte das Sabbatical verschieben.

Hilft mir das Gesetz?

Einen rechtlichen Anspruch auf ein Sabbatical hat niemand. Mit Paragrafen Druck zu machen, hilft daher nicht. Kann man sich nicht auf eine Betriebsvereinbarung stützen, stehen die Chancen ohne wohlwollenden Chef schlecht.

Mit wem rede ich?

Man spricht zunächst mit dem direkten Vorgesetzten, damit er sich nicht übergangen fühlt. Wer zum Chef geht, muss einen Plan haben. Hier gilt: aus der Sicht des Betriebs denken. Wird das Unternehmen nach dem Sommerloch mit Aufträgen überschwemmt, schlägt man vor, im Frühjahr auszusteigen.

Was sage ich meinem Vorgesetzten?

Beste Chancen hat, wer vorausdenkt! Wer vertritt mich? Übernehme ich nach der Auszeit die gleichen Aufgaben? Organisiere ich mir eine Einarbeitung, um eine reibungslose Rückkehr zu garantieren? Wichtig: alle Vereinbarungen schriftlich festhalten.

Entscheidet das Motiv über eine Zusage?

Aus seinen Beweggründen muss man kein Geheimnis machen. Für die Genehmigung spielen sie eine untergeordnete Rolle. Das Sabbatical ist eine individuelle Sache. Manche Aussteiger wollen Reisen, anderen geht es um Wohltätigkeitsarbeit oder die Familie.

Wie spare ich Zeit an?

Beim ersten Modell sammelt man auf einem Langzeitkonto Überstunden. Chefs lehnen das aber häufig ab, da die Vertrauensarbeitszeit missbraucht werden könnte. Den unbezahlten Urlaub verwerfen oft die Arbeitnehmer. Sie müssten sich selbst teuer krankenversichern. Üblich ist das Teilzeitmodell. Bei voller Arbeitszeit bezieht der Aspirant ein Teilzeitgehalt – das dann während des Sabbaticals weitergezahlt wird. Die Stunden häufen sich schnell an, und es bleibt genug Zeit, das Sabbatical zu planen.

GASTBEITRAG aus enorm
Text: Jan Menke

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