Absurdes Foto sorgt für Empörung in den sozialen Netzen – das steckt dahinter

Foto: Twitter (Cemil_Fl)

Auf Facebook und Twitter macht zurzeit ein Foto die Runde, das an Absurdität kaum zu überbieten ist: Zu sehen ist eine Packung aufgeschnittener Tomaten aus einem Supermarkt-Regal, verpackt in Plastik. Nach einem Shitstorm äußerte sich der Supermarkt.

Obst oder Gemüse aufgeschnitten zu verkaufen macht generell wenig Sinn – die Früchte verlieren wertvolle Nährstoffe und benötigen eine eigentlich unnötige Verpackung. Allerdings mögen viele Kunden das Obst und Gemüse in Häppchen-Größe. Das aktuelle Bild aus einem Supermarkt in Frankreich zeigt nun jedoch eine neue Dimension der Convenience-Kultur.

Drei Tomaten, halbiert in einer Plastikschale und umhüllt von Plastikfolie – und das Ganze für einen stolzen Preis: Die drei aufgeschnittenen Tomaten kosten 3,20 Euro, bei 460 Gramm Gewicht. Ein Kilo Tomaten würde also etwa sieben Euro kosten.

Geschnittene Tomaten, Pilze und Paprika in Plastik

Zu kaufen gab es die Tomaten in einer Filiale der französischen Supermarkt-Kette „Géant Casino“. Im Kühlregal im Hintergrund sind noch weitere Gemüsesorten zu sehen: Aufgeschnittene und entkernte Paprika, geschnittene Champignons und geraspeltes Kraut.

Ein Twitter-User fotografierte das Regal und richtete einen wütenden Tweet and den Supermarkt. Kapitalismus und Ökologie sind unvereinbar, schreibt er in dem Post.

Das sagt das Netz

Der Original-Tweet wurde mehrere tausend Mal geliked, geteilt und kommentiert. Auch auf Facebook haben verschiedene Seiten das Foto verbreitet. „Das ist ja lächerlich. Und der Preis erst…….!!?? Kopfschütteln. Wer kauft sowas? Aber dann wahrscheinlich noch behaupten, dass Bioware zu teuer ist!“, schrieb beispielsweise eine Userin auf Facebook.

„Leider scheint die Vernunft abzuschalten. Immer mehr Müll produzieren, so, als wäre alles unendlich verfügbar. Aber wie gesagt: Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen.“, kommentiert ein anderer Nutzer.

Statement von dem Supermarkt

Géant Casino reagierte auf den Post des Twitter-Users und entschuldigte sich zunächst für „den Vorfall“. Die Kette forderte ihn außerdem dazu auf, Details zu der betroffenen Filiale zu nennen.

Ein Sprecher der „Casino Group“ erklärte der französischen Nachrichtenseite „franceinfo“ außerdem, dass die Tomaten nicht zum Standardsortiment der Kette gehören, sondern auf Initiative der betroffenen Filiale angeboten wurden. In den nächsten Wochen solle das Produkt nicht mehr verkauft werden.

Wer braucht geschnittene Tomaten?

Allerdings verteidigte der Sprecher das Angebot in einem Statement an die französische Nachrichtenseite „franceinfo“: Geschnittenes Obst und Gemüse sei ein Konsumtrend, der den Kunden viel Zeit bei der Zubereitung von Obst und Gemüse erspare. Solche Verpackungen würden außerdem Abfall vermeiden können, da die Portionen besser zum Verzehr geeignet seien. Grundsätzlich wolle die Unternehmensgruppe ihren Umgang mit Einwegprodukten aber ändern.

Das Problem bei den aufgeschnittenen Tomaten ist nicht nur der zusätzliche Plastikmüll. Damit die Tomaten frisch bleiben und nicht nach kurzer Zeit austrocknen und unansehnlich werden, wurden sie wahrscheinlich mit einem Konservierungsmittel behandelt. Ihre natürliche Schale würde sie eigentlich ausreichend schützen. Außerdem ist es nicht besonders kompliziert, Tomaten aufzuschneiden – anders als es beispielsweise bei Kokosnüssen, Ananas oder Melonen der Fall sein kann. Gerade bei Tomaten ist es schwer nachvollziehbar, weshalb man sie überhaupt aufgeschnitten kaufen soll.

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(3) Kommentare

  1. Einstein hatte es schon geahnt:
    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

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