Test Lippenpflegemittel: kritische Substanzen in Labello, Blistex, Bebe

Lippenpflegemittel im Test
Foto © Stiftung Warentest

Benutzt du regelmäßig Lippenpflegemittel? „Verzichten“, empfiehlt jetzt ein Test der Stiftung Warentest. Sie fand kritische Erdöl-basierte Substanzen, u.a. bei Labello, Blistex und Bebe.

Stiftung Warentest fand in den Lippenpflegeprodukten bedenkliche Substanzen wie gesättigte oder aromatische oder synthetische Kohlenwasserstoffe. Die in den Lippenpflegeprodukten enthaltenen Stoffe gelangen über den Mund direkt in den Körper. Wer regelmäßig einen Lippenpflegestift oder ähnliches verwendet, schluckt so je nach Schätzung rund 20 Gramm Lippenpflegemittel pro Jahr herunter – und „isst“ damit zwangsläufig auch die Schadstoffe.

Und diese Schadstoffe haben es in sich. Die im Test in Lippenpflegemitteln gefunden aromatischen Kohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH) werden verdächtigt, krebserregend zu wirken, sie gelten als „genotoxische Karzinogene“ und sollten daher in Lebensmitteln nicht enthalten sein. Synthetische Kohlenwasserstoffe (POSH) können sich in bedenklichen Mengen in unseren Organen anreichern, ohne dass bislang die gesundheitlichen Folgen vollständig geklärt wären.

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Erdöl-Rückstände im Lippenpflegemittel

Betroffen sind laut Magazin test vor allem Lippenpflegemittel, die Rohstoffe auf Erdölbasis enthalten. Diese Stoffe sind sind billiger als pflanzliche Fette und werden daher gerne von der Industrie verwendet. Auch namhafte Markenprodukte sind laut Verbrauchermagazin test kritisch zu betrachten, namentlich Labello, Blistex oder Bebe.

Die aromatischen Kohlenwasserstoffe (MOAH) stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Bei den gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH) sind die gesundheitlichen Folgen noch nicht vollständig geklärt. Da aber die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA schon die Menge, die Verbraucher allein über Lebensmittel aufnehmen, als „potenziell bedenklich“ einschätzt, sollte die Aufnahme möglichst gering gehalten werden.

Lippenpflegemittel gehört übrigens zu den 15 Dingen, die du ganz einfach selber machen kannst.

Dass in herkömmlichen Lippenpflegestiften wie Labello oder Blistex jede Menge Erdöl und damit auch gesundheitsschädliche Substanzen stecken, fand im November 2015 schon das NDR-Magazin „Markt“ in einer Laboranalyse heraus (siehe: Krebserregende Lippenpflegestifte). Den Herstellern scheint es weiterhin egal zu sein.

Auf Lippenpflegeprodukte verzichten?

Auch ohne erdölbasierte Inhaltsstoffe enthalten einige Lippenpflegeprodukte bedenkliche Substanzen.

  • Der Lippenpflegestift Nutritic Lippen von La Roche-Posay und der Aqualia Thermal Lippenbalsam von Vichy enthalten laut Stiftung Warentest kritische POSH. Das sind synthetische Kohlenwasserstoffe, die den MOSH sehr ähnlich sind und sich ebenfalls im Körper anreichern könnten. Beide Produkte stammen aus Apotheken.
  • Naturkosmetikprodukte kommen ohne Erdöl aus. Dennoch fand der Test im Lippenbalsam Granatapfel von Bee Natural geringe Spuren von MOSH, wahrscheinlich durch eine Verunreinigung beim Herstellungsprozess.

Die Stiftung Warentest empfiehlt in der März-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, auf die gerügten Lippenpflegeprodukte zu verzichten. Aber keineswegs komplett auf alle Produkte, denn es gibt offenbar auch gute: 15 der 35 geprüften Lippenpflegeprodukte sind empfehlenswert, darunter sind auch preiswerte Lippenpflegeprodukte und fast alle getesteten Naturkosmetik­produkte.

  • Der Lippenpflegemittel-Test erscheint in der Zeitschrift test am 23.02.2017
  • Der Test ist bereits unter www.test.de/lippenpflege abrufbar.

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(2) Kommentare

  1. Das ist doch typisch.

    Alle 3 Marken gehören zu den Big 3-Konzernen und mit Tierversuchen verbunden.
    Werden diese nicht selbst durchgeführt, dann werden sie in Auftrag gegeben, hier oder im Ausland.
    Es gibt immer Schlupflöcher für diese Gangster!!

    NUR tierversuchsfreie, da is auch kein Dreck drin.

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