The Ocean Cleanup ist gestartet: Das sind die neuesten Bilder

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Foto: © The Ocean Cleanup

Es ist soweit: Der Meeresstaubsauger von „The Ocean Cleanup“ ist auf dem Weg zum Pazifischen Müllstrudel. Bevor die größte Meeressäuberungsaktion der Geschichte losgehen kann, muss das Gerät aber noch einige Hindernisse überwinden. Die neuesten Bilder und mehr Informationen hier.

Bald wird sich zeigen, ob der Plan von „The Ocean Cleanup“ aufgeht. Das Unternehmen will in fünf Jahren die Hälfte des angesammelten Plastikmülls im gesamten Pazifik absaugen. Dazu sollen bis zum Jahr 2020 ganze 60 „Meeresstaubsauger“ in Betrieb genommen werden.

Nach mehreren Jahren Entwicklung wird nun bald das erste Gerät mit dem Namen „System 001“ seine Arbeit aufnehmen: Bereits im August hatte „The Ocean Cleanup“ den riesigen Meeresstaubsauger in der kalifornischen Stadt Alameda zu Wasser gelassen. Am Samstag begann ein Schiff damit, das Gerät von der Küste aus durch die Bucht von San Francisco zum Pazifischen Müllstrudel ziehen. Unterwegs ist der Staubsauger auch unter der Golden Gate Bridge vorbeigeschwommen.

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Das Schiff mit dem Meeresstaubsauger im Schlepptau. (Foto: © The Ocean Cleanup)

The Ocean Cleanup das erste Mal auf offener See

Der Launch des ersten Meeresstaubsaugers war ein großes Spektakel – es gab sogar einen Livestream, mit dem Fans und Interessierte die Fahrt live mitverfolgen konnten. Die Begeisterung ist groß, denn die erste Phase des Projekts war erfolgreich: Das Schiff hat sich mit dem Meeresstaubsauger im Schlepptau etwa 100 Kilometer von der Küste entfernt (Stand 10.09.; Eine Karte mit der aktuellen Position des Geräts gibt es hier)

Jetzt Livestream nachverfolgen (YouTube-Video):

Damit hat der Meeresstaubsauger allerdings erst weniger als ein Viertel des Wegs hinter sich, der größte Teil steht noch bevor. Etwa drei bis fünf Tage wird es wahrscheinlich dauern, bis das System 001 das Gebiet erreicht, in dem es zum ersten Mal auf offener See getestet werden soll.

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Das Schiff, das den Meeresstaubsauger mitzieht. Links im Vordergrund The-Ocean-Cleanup-CEO Boyan Slat. (Foto: © The Ocean Cleanup)

Zweiwöchige Testphase

Das Testgebiet befindet sich etwa 250 Seemeilen von der Küste entfernt (rund 460 Kilometer). Dort werden die kilometerlangen Röhren des Staubsaugers zum ersten Mal in U-Form angeordnet und überprüft, ob das System funktioniert. Die Testphase dauert zwei Wochen.

Wenn in dieser Phase alles gut geht, wird der Meeresstaubsauger weiter zu seinem endgültigen „Arbeitsplatz“ geschleppt. Dieser befindet sich nochmal in rund 1000 Seemeilen Entfernung (rund 1850 km). Die Reise dorthin kann zwei bis drei Wochen dauern, da das Schiff sehr langsam fahren muss, um den Staubsauger nicht zu beschädigen.

Sobald das Gerät am Pazifischen Müllstrudel angekommen ist, wird es wieder in U-Form gebracht und kann seine Arbeit aufnehmen. The Ocean Cleanup will den Staubsauger und auch die Umgebung dabei 24 Stunden überwachen.

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Die Fangarme müssen in U-Form gebracht werden. (Animation: © Erwin Zwart / The Ocean Cleanup)

Wie funktioniert der Meeresstaubsauger von The Ocean Cleanup?

Der Pazifische Müllstrudel stellt die weltweit größte bekannte Ansammlung von (Plastik-)Müll in den Meeren dar. Neuesten Erkenntnissen zufolge soll der Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii, in dem sich aufgrund der Meeresströmungen besonders viel Abfall sammelt, bereits rund fünfmal so groß wie Deutschland sein und 1,8 Billionen Plastikteile enthalten.

Um das Plastik aufzusammeln, ist das Gerät von The Ocean Cleanup mit kilometerlangen Fangarmen ausgestattet. Die „Arme“ sind dabei ein bis zwei Kilometer lange Röhren. Eine Verlängerung nach unten funktioniert wie eine Art Sieb, das Müll an der Meeresoberfläche abfischt. Damit der Meeresstaubsauger nicht unkontrolliert im Meer herumtreibt, wird er von einer in 600 Metern Tiefe im Wasser treibenden Ankerkonstruktion an Ort und Stelle gehalten.

Diese Youtube-Video erklärt, wie es gehen soll:

Risiko für die Meereswelt?

Für Fische soll das Gerät ungefährlich sein, da sie unter den Fangarmen durchschwimmen können. Der Plastikmüll, der an den Armen hängenbleibt, wird in regelmäßigen Abständen von Booten aufgesammelt und dann recycelt. Mikroplastik kann der Staubsauger aber nicht auffangen.

Einige Kritiker halten die Versprechen von The Ocean Cleanup für unrealistisch. Manche befürchten außerdem, dass der riesige Meeresstaubsauger Schaden im Meer anrichten könnte.

Boyan Slat: der Gründer von The Ocean Cleanup

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Boyan Slat (Foto: © The Ocean Cleanup)

The Ocean Cleanup ist wohl das bekannteste Meeressäuberungsprojekt. 2013 hatte der damals 18-jährige Boyan Slat das Unternehmen gegründet. Spätestens nach seinem Ted-Talk 2014 erhielten Boyan Slat und sein Start-up internationale Bekanntheit. Der Talk über Plastikmüll wurde auf YouTube über zwei Millionen Mal aufgerufen. Seit 2013 hat The Ocean Cleanup über 30 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt, unter anderem durch Crowdfunding. Inzwischen ist Slat 24 Jahre alt – und hat ein Team von mehr als 60 Leuten hinter sich.

Utopia meint: „The Ocean Cleanup“ war das erste größere Projekt zur Säuberung der Meere und hat dem Plastikmüll-Problem in den Meeren bereits zu viel Aufmerksamkeit verholfen. Es wäre ein großartiger Erfolg, wenn die Anlage tatsächlich so funktioniert, wie die Entwickler glauben und sie dazu beitragen kann, die Ozeane von Müll zu befreien. Es lohnt sich aber, gleichzeitig andere Projekte im Auge zu behalten, die ähnliche Ziele verfolgen.

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